Vasella: Erst Rücktritt, dann Drohung

Nach Daniel Vasellas Rücktritt bei Novartis lässt sein Timing aufhorchen – anderthalb Monate, bevor über die Abzocker-Initiative abgestimmt wird. Er warnt, bei Annahme der Initiative drohe eine Katastrophe für die Schweiz.

Zufall oder knappes Timing: Sechs Wochen vor der Abstimmung über die Abzocker-Initiative verlässt Novartis' CEO seinen Posten. Daniel Vasella gibt seinen Job als Verwaltungsrats-Präsident auf.

Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative, ist über den Rücktritt nicht unglücklich. Für Minder ist Vasella der Inbegriff eines Abzockers. Dies erklärte er gegenüber der Tagesschau.

«Wirtschaft droht immer»

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«Goldener Fallschirm» geöffnet

Vasella werden auch nach seinem Rücktritt Millionen von Novartis überwiesen. Dies als Ausgleich dafür, dass er fünf Jahre nicht zur Konkurrenz wechseln darf, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Die genaue Höhe der Summe sei geheim.

Vasella seinerseits ärgert sich sehr über Minders Initiative – mehr noch, wie er in seiner ersten persönlichen Stellungnahme zu diesem Thema sagt: «Ein Ja wäre ein Gau.» Für ihn ist die Abzocker-Vorlage gefährlich. Er sagte, bei Novartis diskutiere man gar die Option eines Wegzugs aus der Schweiz, falls die neuen Vorschriften in Kraft träten.

Minder reagiert darauf gelassen: Die Initiative sei schon seit Jahren Thema. In der Zeit seien mehrere Grossfirmen in die Schweiz gezogen, wissend, dass die Initiative vors Volk kommen könnte. Die Wirtschaft drohe immer bei solchen Vorlagen.

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Vasella kritisiert Minder – dieser reagiert.

1:04 min, vom 24.1.2013