- Es ist ein Entscheid mit Signalwirkung: Basel führt den direkten Steuerabzug ein. 53.3 Prozent der brieflich Stimmenden sagen Ja zur Vorlage.
- Weiter wollen Baslerinnen und Basler gegen Tauben vorgehen – sie nehmen den Gegenvorschlag zum neuen Stadttauben-Konzept an.
- Das sind noch nicht die Schlussresultate. Aber: Die Urnenstimmen dürften die Resultate kaum mehr kippen.
Damit sollen in Basel-Stadt künftig 10 Prozent des Bruttolohns von Angestellten direkt von den Steuern abgezogen werden. Wer dies nicht möchte, muss sich abmelden. Es ist ein sogenanntes Opt-out-Prinzip. Basel-Stadt ist der erste Kanton der Schweiz mit einem direkten Steuerabzug.
Dies ist der Gegenvorschlag des Basler Parlaments auf eine Initiative der SP, die den Direktabzug der Steuern forderte. Das Parlament hat diesen Gegenvorschlag denkbar knapp angenommen, mit 49 zu 48 Stimmen. Teil des Kompromisses ist, dass nur Unternehmen betroffen sind, die mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Für kleinere Firmen ist es freiwillig.
Weil die Wirtschaftsverbände aber das Referendum ergriffen haben, hat Basel über die Vorlage abgestimmt.
Neues System soll Steuerschulden verhindern
Befürworter sehen im neuen System vorwiegend eine Hilfe im Alltag. Der automatische Abzug soll verhindern, dass Steuerrechnungen zu finanziellen Problemen führen. Die Zahlungen würden gleichmässig über das Jahr verteilt und wären so besser planbar.
Gegner appellierten an Eigenverantwortung und warnten vor Bürokratie
Gegner kritisierten hingegen den zusätzlichen Aufwand für Unternehmen. Diese müssen die Abzüge organisieren und werden stärker in die Steuererhebung eingebunden. Zudem befürchten sie, dass die Eigenverantwortung der Steuerpflichtigen geschwächt wird.