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Kanton Bern kann Transitplatz für Fahrende bauen
Aus Schweiz aktuell vom 09.02.2020.
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Kanton Bern Ja zum Transitplatz für Fahrende in Wileroltigen

Die Stimmbevölkerung des Kantons Bern hat einem Kredit von 3.3 Millionen Franken zugestimmt.

Transitplatz Wileroltigen

Kanton Bern: Kredit für den Transitplatz in Wileroltigen

  • JA

    53.5%

    153'392 Stimmen

  • NEIN

    46.5%

    133'545 Stimmen

Mit dem Ja kann der Kanton Bern an der Autobahn Bern-Murten, südlich der bestehenden Autobahn-Raststätte auf Gemeindegebiet von Wileroltigen, einen Transitplatz für ausländische Fahrende einrichten.

Das kantonale Gesamtergebnis entspricht gar nicht dem Willen der Gemeinde Wileroltigen: Hier haben 91 Prozent Nein gestimmt, bei einer Stimmbeteiligung von über 80 Prozent.

Auch sieben der zehn bernischen Verwaltungskreise haben den Kredit abgelehnt. Sie wurden überstimmt von den Verwaltungskreisen Bern-Mittelland (60.8 Prozent Ja), Biel/Bienne (58.7 Prozent Ja) und Jura Bernois (52.5 Prozent Ja).

Blick auf das Gelände aus der Vogelperspektive: Autobahnraststätte und daneben Felder.
Legende: Der Transitplatz für Fahrende aus dem Ausland soll südlich des Autobahn-Rastplatzes Wileroltigen erstellt werden. Keystone

Die Junge SVP hatte das Referendum gegen den Kredit ergriffen. Sie hält es für undemokratisch, dass der Kanton einem kleinen Bauerndorf den Transitplatz aufzwinge. Die Partei befürchtet zudem, dass dieser zusätzliche Fahrende in die Gegend locken könnte. Die SVP steht in der Frage hinter ihrer Jungpartei.

Die städtische Bevölkerung gewinnt zunehmend an Einfluss. Das ist ein Problem.
Autor: Adrian SpahrCo-Präsident Junge SVP Kanton Bern

Einmal mehr habe die städtische Bevölkerung das Land überstimmt, sagt Adrian Spahr vom Referendumskomitee nach Bekanntgabe des Resultats. Auf eidgenössischer Ebene wäre die Vorlage abgelehnt worden, glaubt er: «Dort berücksichtigt das Ständemehr die ländlichen Gebiete. Das haben wir im Kanton Bern nicht und dazu werden wir uns Gedanken machen.»

Eine breite Allianz von FDP, Mitte-Parteien, SP und Grünen empfahl die Vorlage zur Annahme. Der Standort sei ideal, finden die Befürworter. Er liege an einer Transitachse und sei nur über die Autobahn zu erreichen. So könne auch unerwünschten Landnahmen vorgebeugt werden, die in der Vergangenheit immer wieder für Unmut sorgten – auch in Wileroltigen.

Eine Mehrheit hat unsere Verantwortung den Fahrenden gegenüber anerkannt.
Autor: Evi AllemannRegierungsrätin Kanton Bern

Die zuständige Berner Regierungsrätin Evi Allemann ist erleichtert über das Ja zum Kredit. «Eine Mehrheit hat anerkannt, dass wir eine Verantwortung haben, den Fahrenden einen Platz anzubieten.» Die Vorbehalte der Bevölkerung vor Ort wolle der Kanton ernst nehmen. «Wir werden diese so gut wie möglich bei der weiteren Planung berücksichtigen.»

Im Sommer 2017 hatten sich neben der Autobahn in Wileroltigen mehr als 500 ausländische Fahrende niedergelassen. Der nun geplante Transitplatz sieht 36 Stellplätze vor, damit soll er Platz für maximal 180 Menschen bieten. Er soll 2023 eröffnet werden.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Steffen  (rogika)
    Ich frage mich, wäre der Transitplatz auf dem Boden der Stadt Bern, zB. auf der Allmend geplant worden, hätten da auch 3 von 4 Stadtbernern ein Ja in die Urne gelegt? Ich denke wohl eher nicht..
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Beat Allenbach  (Schweizerbürger)
    Es is schon seltsam! Liest man die Kommentare so sind (fast) alle gegen den Transitplatz!
    Wer hat da wohl abgestimmt?
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Wenn schon vor allem die Linken diesen Transitplatz wollen, dann sollen sie diesen doch bitte auch in ihren dominierten Gemeinden bauen und nicht dort wo dagegen ist und stimmmässig keine Change hat dagegen aufzumucken. Zudem finde ich es eine Frechheit, dass im Schuldenkanton Bern (bekommt jedes Jahr 1,1 Mia aus dem NFA) noch Geld für ausländische Fahrende ausgegeben wird. Ich denke, zuerst sollten wir mal für unsere Leute schauen, die es viel nötiger haben.
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    1. Antwort von Beat Allenbach  (Schweizerbürger)
      Sehr gut argumentiert!