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Eidgenössische Abstimmung Eine Initiative als Lösung für die Probleme der Welt

Mit Ernährungssouveränität gegen Klimawandel, Migration und Ausbeutung. Die Initianten lancieren den Abstimmungskampf.

Legende: Video Ernährungssouveränität: Initianten werben für ihr Anliegen abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.08.2018.

Der Abstimmungskampf ist gestartet. Die Initiative für Ernährungssouveränität will der Schweizer Landwirtschaft zur neuen Blüte verhelfen. Sie soll die Lösung für eine ganze Reihe von Problemen sein, die auf den ersten Blick nichts mit den Bauern zu tun haben.

Legende: Video «Es geht nicht nur um die Bauern, sondern um unsere Ernährung und Gesundheit» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.08.2018.

Ziel der Vorlage ist, mit zahlreicheren und kleineren Landwirtschaftsbetrieben gegen die Arbeitslosigkeit und Abwanderung vorzugehen und den Tourismus anzukurbeln. Lokale Produktion soll Ressourcen und Klima schonen, die Unabhängigkeit von den globalen Agroindustrie-Konzernen die Migration eindämmen.

Ulrike Minkner, Vizepräsidentin von Uniterre, meint dazu: «Es geht nicht einfach nur um die Bauern und Bäuerinnen, sondern um unsere Ernährung. Vielleicht muss man da weiter denken, weil alles, was ich esse geht durch meinen Magen.»

Bundesrat sieht Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr

Am 23. September wird über die Initiative abgestimmt und soll dem Bund mehr Einfluss auf die gesamte Produktionskette geben. Die Gegner sehen darin gar eine «Verstaatlichung». Bei einer Annahme würden die einheimischen Produkte mit Importzöllen geschützt, die Preise müssten den tatsächlichen Produktionskosten Rechnung tragen. Auch die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft würden verbessert, was zu mehr Beschäftigten und letztlich mehr Betrieben führen soll.

Der Bundesrat unterstützt das Anliegen der Allianz für Ernährungssouveränität nicht. Es würde die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft schwächen – und den aussenwirtschaftlichen Handlungsspielraum der Schweiz einschränken.

Keine höheren Preise

Laut den Initianten geht es nicht darum, den globalisierten Agrar- und Nahrungsmittelhandel abzuschaffen. Sie wollen den Handel besser verwalten und so die landwirtschaftlichen und natürlichen Möglichkeiten einer Region besser nutzen.

Legende: Video «Es ist nicht eine Initiative, die die Schweiz abschotten will» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.08.2018.

Anders als die Gegner glauben die Initianten zudem nicht, dass die höheren Produktionskosten automatisch zu höheren Konsumentenpreisen führen wird. Denn mehr Betriebe vergrössern laut Ulrike Minker das Angebot und ein grösseres Angebot führt tendenziell zu tieferen Preisen.

Nicht nur in der Schweiz ein Thema

Hinter der Initiative stehen die Bauerngewerkschaft Uniterre und rund 70 kleinbäuerliche und linke Organisationen. Mit von der Partie ist auch Via Campesina, eine internationale Bewegung von Kleinbauern und Landarbeitern.

Auch in anderen Ländern wird eine Ernährungs- und Agrarpolitik gefordert, die auf Rechtmässigkeit, Gleichheit, Solidarität und Nachhaltigkeit beruht. Doch nur die Schweizer haben jetzt die Gelegenheit, darüber abzustimmen.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Einfach so damit es langsam in Bewusstsein sickert, die sogenannte industrielle Landwirtschaft trägt 30% zur Welternährung bei und nutzt dafür 70% aller Ressourcen. Die Kollateralschäden nicht dazugerechnet. Die kleinbäuerliche traditionelle Landwirtschaft versorgt die Weltbevölkkerung mit zirka 70% Lebensmitteln und benötigt dazu 30% der Ressourcen. Frage, welche Form, der ganze Werbung und Proaganda Nebel mal gelichtet ist, ist nach Adam Riese effizienter von nachhaltiger gar nicht gesprochen?
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    1. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Unsinn Frau Kunz, deshalb hatten wir ja auch vor Hundert Jahren sogar in Europa noch Hungersnöte? Erst mit der modernen Landwirtschaft konnten die Erträge gesteigert werden. Würde in der 3. Welt moderne Landwirtschaft betrieben müsste niemand Hunger haben. Aber so lange die Mutter, mit den Kleinsten auf dem Rücken und der Kacke in der Hand, Landwirtschaft betreibt bleiben die Erträge minimal.
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    2. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Entschuldigung: Sollte natürlich Hacke in der Hand heissen!!
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Schwer zu fassen Herr Schläpfer. Ich versteh das gut. Die Propaganda und das Werbebudget der Grosskonzerne ist um einige Nullen höher als dass der kleinbäuerlichen Betrieb. Aber die Verhältnisse sind so. Man spricht nicht gern davon zu beschämend ist der Effizienzgrad und zu unermesslich die durch diese insdustrielle Landwirtschaft verursachten Schäden....
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Was recht ist und was nicht wird sich mal zeigen... Grundaetzlich hat diese Initiative nach meinem Verstaendnis sehr viel Sinn.. ob es allerdings machbar ist ist eine andere Frage. Weil, Klima und Ueberbevoelkerung schaffen eigene Gesetze... und Diese Gesetze lassen sich nicht in die Verfassung einbinden.. affektieren uns aber alle..... Weltweit!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Die Nahrungssicherheit wir durch Agrochemiemultis nicht nur gefährdet, sie wird über die nächsten Jahre systematisch verunmöglicht und vernichtet werden. Die Globalisierung des Waren und Finanzmarktes wird ein paar wenige Gewinner kennen ... der Rest werden Verlierer sein. Die Lockerung der Arbeitsrechte, der Abbau der sozialen Sicherheit und Sicherung als generelles Phänomen all dem muss auf Lokaler-, Regionaler-, Kantonaler- und Bundesebene Einhalt geboten werden.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Sie zitieren die Argumente der DDR Staatsführung. So als Anmerkung: Die DDR ging pleite und Geld für Umweltmassnahmen war eh nie vorhanden.
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Sie scheinen mit den Argumenten der DDR-Führung sehr vertraut zu sein Herr Ducrey, gerne wüsste ich mehr davon. Diese Materie kenne ich nicht ....UND by the Way scheinen Sie die DDR als Argumentenkiller einzusetzen, so wie es viele noch heute tun sei es Kommunismus, Russland, Marx, Rosa Luxemburg, vom Anarchismus ganz zu schweigen, als wären dies alle Verkörperungen des Teufels höchst persönlich.
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    3. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      gerne wüsste ich mehr davon. Liebe Frau Kunz, ich persoenlich glaube, Sie wissen sehr wohl sehr viel darueber...ich meine wenn man die zitierten Namen liesst in Ihrer Antwort...;-) gestatten Sie mir ein smile... natuelich weis ich dass Sie hoch gebildet und intelligent sind, konnte mich aber eines Kommentares nicht enthalten... ;-)
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