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Abstimmungen BE Jura-Sitz entscheidet über bürgerliche Wende im Kanton Bern

Mit Christoph Ammann hat die SP einen ihrer freiwerdenden Sitze in der Berner Regierung verteidigt. Im zweiten Wahlgang geht es nur noch um den Sitz für den Berner Jura. Dort wird die SVP erneut versuchen, die bürgerliche Mehrheit in der Kantonsregierung zurückzuholen.

Legende: Video Christoph Ammann verteidigt einen SP-Sitz abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2016.

Am 3. April wird entschieden, ob links-grün die Mehrheit in der Berner Kantonsregierung behält, oder ob es wieder eine bürgerliche Mehrheit gibt: Dann findet der zweite Wahlgang statt. Im ersten Wahlgang am 28. Februar konnte Christoph Ammann (SP) einen der zwei freiwerdenden Sitze seiner Partei verteidigen.

Als Oberländer wurde ich auch in den Städten gewählt, das freut mich besonders.
Autor: Christoph AmmannFrisch gewählter Berner Regierungsrat

Christoph Ammann hat im ersten Wahlgang als einziger das absolute Mehr von 181'084 Stimmen übertroffen: Er ist mit 182'476 Stimmen gewählt. «Es war eine Zitterpartie», sagt der frisch Gewählte. «Besonders stolz und glücklich macht mich, dass ich als Berner Oberländer in den Städten gewählt wurde.»

Lars Guggisberg und Christoph Ammann im Berner Rathaus.
Legende: Lars Guggisberg (SVP, rechts) gratuliert Christoph Ammann (SP) zur Wahl. Keystone

Weil Ammann den Deutschschweizer Kantonsteil vertritt, ist das Rennen für seinen stärksten Konkurrenten Lars Guggisberg (SVP) gelaufen. Dieser hatte die Rangliste noch angeführt, bevor der Verwaltungskreis Bern-Mittelland ausgezählt war. «Ich bin enttäuscht, auch wenn ich annehmen musste, dass die Stadt Bern das Resultat für mich noch wenden könnte.»

Vielleicht gab die Durchsetzungsinitiative den Ausschlag.
Autor: Lars GuggisbergNicht gewählter SVP-Kandidat

Im zweiten Wahlgang wird es nur noch um den Sitz gehen, der für den Berner Jura garantiert ist. Damit können am 3. April nur noch die drei Kandidaten antreten, die im Berner Jura wohnen: Pierre Alain Schnegg (SVP), Roberto Bernasconi (SP) und Patrick Gsteiger (EVP). Ihre Stimmenzahl im ersten Wahlgang:

  • Pierre Alain Schnegg: 154'217
  • Roberto Bernasconi: 152'081
  • Patrick Gsteiger: 43'192
Die bürgerliche Wende ist noch nicht geschafft.
Autor: Maximilian SchubigerPolitologe

Ob Bernasconi und Gsteiger zu einem zweiten Wahlgang antreten, wollen sie am Montag entscheiden. «Die SP wird die Situation zusammen mit Roberto Bernasconi genau analysieren und dann eine Entscheidung für den zweiten Wahlgang treffen», schreibt die SP des Kantons Bern am Sonntagabend.

Falls Bernasconi antritt, sagt Politologe Maximilian Schubiger für den zweiten Wahlgang ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Im Moment sehe es nach einem Vorteil für Pierre Alain Schnegg aus. «Aber die bürgerliche Wende ist noch nicht geschafft.» Rot-Grün dürfte jetzt Morgenluft wittern. Andererseits dürften die Bürgerlichen «jetzt erst recht» die Wende herbeischaffen wollen.

Der Jura-Sitz

Der Jura-Sitz wird nach einem Wahlverfahren ermittelt, das den Willen der bern-jurassischen Bevölkerung speziell berücksichtigt. Die Formel gewichtet nebst dem Resultat im Kanton auch jenes im Verwaltungskreis Berner Jura. Die zwei Ergebnisse werden multipliziert, danach wird die Wurzel gezogen. Wer das höhere geometrische Mittel hat, ist gewählt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Als Befürworter der DI muss ich heute Abend zur Kenntnis nehmen, dass die DI-Kontroverse und der enorme Aufschrei und die Mobilisation der Gegner der SVP des Kantons Bern den Regierungsratssitz gekostet hat. Die Ausmarchung für den Sitz im Bernerjura ist noch offen. Die SP Politik in der Stadt Bern scheint aufzugehen und das Land muss zunehmend zurückstecken.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Die beiden SVPler können einem schon fast leid tun, da führen sie in 9 von 10 Wahlkreisen, strahlen wie die Maikäfer um die Wette und stehen am Schluss doch pflotschnass da. Wieder mal mussten es vor allem die Stimmberechtigten der Stadt Bern richten. Die haben das souverän hingekriegt. Das ist durchaus angemessen, denn weniger Programm als die Zwei hatte niemand sonst. Zudem haben sie den Guggisberg regelrecht verheizt. Weiter feste drauf!
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