Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Debatte um Ozeanium abspielen. Laufzeit 08:16 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 21.03.2019.
Inhalt

Umstrittenes Projekt Zoo-Ozeanium spaltet Basel

Für die Befürworter sensibilisiert das Grossaquarium für Umweltfragen - für die Gegner ist es ein veraltetes Konzept.

Das Ozeanium soll in der Nähe des Zoos bei der Basler Heuwaage entstehen. In dem markanten, 100 Millionen Franken teuren Bau sollen in 30 Aquarien Tiere aus verschiedenen Klimazonen zu sehen sein. Das Ozeanium ist ein privates Projekt des Zoo Basel, das über Spenden finanziert wird. Da gegen den Bebauungsplan das Referendum ergriffen wurde, kann jedoch die Stimmbevölkerung trotzdem darüber abstimmen.

Die Abstimmungsdebatte wird in den letzten Monaten zunehmend emotional geführt. Die Befürworter sehen im Ozeanium ein attraktives Angebot für Basel, mit dem die Besucher für die Zerstörung der Weltmeere sensibilisiert werden könne. Auch leiste der «Zolli» mit der Anlage einen wichtigen Beitrag an die wissenschaftliche Forschung. Ein Teil der Tiere würde zudem in Basel gezüchtet.

Für die Gegner ist ein Grossaquarium mit eingesperrten Tieren unökologisch und nicht mehr zeitgemäss. Sie kritisieren unter anderem den umstrittenen Transport, den die meisten Tiere nicht überleben würden, und bezweifeln den aufklärerischen Nutzen einer solchen Anlage. Zudem befürchten sie eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch die erwarteten jährlichen 500'000 Besucherinnen und Besucher.

Der Grosse Rat stimmte der Vorlage mit 69 gegen 13 Stimmen zu. Von den Parteien haben Grüne und Basta ein Nein beschlossen. Nicht geschlossen ist die Haltung der Umweltverbände und -organisationen: Während Greenpeace das Projekt klar ablehnt, geben WWF oder Tierschutz keine Empfehlung ab.

Neubau für Naturhistorisches Museum

Zur Abstimmung kommt am 19. Mai ein weiteres Grossprojekt, das per Referendum bekämpft wird: Ein 214 Millionen Franken teurer Neubau für das Naturhistorische Museum Basel und das Staatsarchiv. Beide Institutionen haben an ihrem heutigen Standort zu wenig Platz, zudem stehen bei den jeweiligen Gebäuden aufwändige Sanierungen an. Der Grosse Rat stimmte der Vorlage mit 71 gegen 19 Stimmen zu.

Die Notwendigkeit eines Neubaus wird von keiner Seite bestritten. Die Gegner - mehrheitlich aus FDP und SVP - kritisieren jedoch die Kosten. Sie verweisen auch auf den jüngsten Ausbau des Kunstmuseums, wo das Parlament wegen unterschätzter Betriebskosten nachträglich den Kantonsbeitrag erhöhen musste. Kritisiert wird auch der Standort ausserhalb der Altstadt.

Steuerabzug für Krankenkassenprämie

Ebenfalls abstimmen muss die Basler Stimmbevölkerung über eine Initiative der CVP, die den Abzug der selbstbezahlten Krankenkassenprämie von den Steuern verlangt. Eigentlich hätte die Initiative zurück gezogen werden sollen, da beim Steuerkompromiss zur Umsetzung der Steuervorlage 17 der Prämienabzug für die Krankenkasse bereits erhöht wurde. Die CVP-Basis hielt jedoch an ihrer Initiative fest - zum Unmut der anderen Parteien und der Finanzdirektorin. Diese befürchtet bei einer Annahme einen Steuerausfall von bis zu 200 Millionen Franken.

Zusätzliche Vorlagen am 19. Mai

Die Topverdienersteuer-Intiative, die aus linken Kreisen stammt, will für Einkommen über 200'000 Franken (Alleinstehende) resp. 400'000 Franken (Ehepaare) den Steuersatz von heute 26% auf maximal 29% erhöhen.

Ebenfalls abgestimmt wird über eine Änderung des Steuergesetzes. Diese würde es der kantonalen Steuerverwaltung erlauben, Kirchensteuer zu veranlagen und zu beziehen. Gegen diese aus Kostengründen von den Kirchen gewünschte Änderung wurde das Referendum von einer Freidenker-Vereinigung ergriffen. Die Gegner sehen in der Änderung eine Verletzung der Trennung von Kirche und Staat.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von C. Baumgartner (bäumig)
    Da jettet Kreti und Pleti kreuz und quer in der ganzen Welt umher und dann meint man trotzdem, man müsse die Meerfische etc. vor der Haustüre sehen.
    Ich finde das abstrus!
    Allerdings, sobald die Politiker ein generelles Verbot für Freizeitflüge, zur Klimarettung eingeführt haben, wäre sowas wieder ok.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Knup (prk)
    Habe 2006 aus Thailand 120 Fische und z.T. noch niedere Lebewesen wie lebende Korallen, Garnelen, Seeigel etc. importiert. Davon verendeten im ersten Halbjahr 6 Korallen, 0 Garnelen, 4 Seeigel und 2 Fische. Es ist mir schleierhaft von wo die Gegner diese hohe Sterberate her haben. Ich denke die Importe sind stundenlang im Winter herumgelegen. Anderes kann ich mir nicht vorstellen. Jedoch erwarte ich von den Gegnern die Konkretisierung ihrer Angaben!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Sahli (sahliu)
    Was für ein Blödsinn; reines Prestigedenken!!! Wenn man weiss wie viele Fische auf dem Transport sterben, dann so etwas. Dieses Geld würde man besser in den Umweltschutz investieren. Die Argumente der Befürworter sind so etwas von abstrus. Glauben diese Leute wirklich an das, was sie da sagen? Ich hoffe nur, die Basler Stimmbürger wissen, wie sie stimmen sollten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen