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Abstimmungen SG St. Gallen: Poker um das Harmos-Konkordat

Weg mit einer der beiden Fremdsprachen an der Primarschule: Um das zu erreichen, will eine Initiative den Austritt aus dem Harmos-Konkordat. Auch wenn die meisten Parteien gegen die Initiative sind, könnte der Abstimmungsausgang knapp werden.

Legende: Video Poker um das Harmos-Konkordat abspielen. Laufzeit 3:59 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.09.2016.

Der St. Galler Bildungschef Stefan Kölliker ist angespannt. Ein Austritt aus dem Konkordat wäre schlecht, sagt Kölliker im «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF. Der Kanton würde in der schweizerischen Bildungslandschaft an Bedeutung verlieren.

Angst vor Gleichschaltung

Hinter der Initiative steht der Verein «Für eine starke Volksschule». Er bekämpft insbesondere die beiden Fremdsprachen an der Primarschule. «Den Schülern wird damit zu viel zugemutet, das Fass ist übergelaufen», sagt Heinz Herzog vom Verein. Eine der beiden Fremdsprachen müsse an die Oberstufe verlegt werden.

Auch der Lehrplan 21 ist den Initianten ein Dorn im Auge. Beides, der neue Lehrplan wie die beiden Fremdsprachen, sehen sie als Ausdruck verfehlter Reformen innerhalb des Konkordates. Der Kanton habe seine Bildungshoheit verloren, die Schulen würden gleichgeschaltet.

Unser Modell ist auf die spezifischen Bedürfnisse von St. Gallen abgestimmt.
Autor: Stefan KöllikerBildungsdirektor St. Gallen

Der St. Galler Bildungsdirektor stellt sich vehement gegen die Argumente der Initianten. «Der Lehrplan 21 hat dem Kanton sehr viele Freiheiten gelassen, wir haben unser eigenes Modell, das auf die spezifischen Bedürfnisse von St. Gallen abgestimmt ist.» Auch beim Sprachenstreit wehrt sich Kölliker: 20 Prozent der Schüler hätten zwar Probleme mit den beiden Fremdsprachen, aber es seien Massnahmen ergriffen worden – ein neues Lehrmittel, das zum Einsatz komme, sowie ein Halbklassenunterricht im Französisch.

Nur die SVP unterstützt die Initiative, alle anderen Parteien stellen sich in einem Komitee dagegen. Diesem gehören auch die Lehrerverbände, die Gewerkschaften sowie die Vereinigung der St. Galler Gemeinden an.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Das Frühfranzösisch ist eine reine politische Zwängerei. Die Resultate sind schlecht bis katastrophal, das haben Untersuchungen gezeigt. Dies liegt nicht an den Lehrern oder Lehrmitteln, sondern daran, dass die fixe Idee, je früher man eine Fremdsprache lerne, umso besser, ein pädagogischer Habakuk ist.
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Der wesentlich bessere Fremsprachenerwerb in früher Kindheit ist nun wissenschaftlich erwiesen - also kein Habukuk - was hingegen für das Erlernen in einer Schulklasse mit weit über 20 Kindern und einer nicht muttersprachlichen Lehrperson stimmt, dass der Erfolg recht bescheiden ist. An den Vermittlungsformen der Sprache müsste geschraubt werden.
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