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Abstimmung Stadt Zürich Zürich bekommt ein eigenes Fussballstadion

Gewinner freuen sich, Verlierer akzeptieren Entscheid – Widerstand kommt nur aus Höngg.

Fussballstadion Hardturm

Stadt Zürich: Gewährung Baurechte, Objektkredit Hardturm-Stadion und gemeinnütziger Wohnungsbau

  • JA

    53.8%

    67'590 Stimmen

  • NEIN

    46.2%

    58'078 Stimmen

Ja zum Stadion sagen knapp 54 Prozent der Zürcher Stimmbevölkerung. Sie sagen Ja zum privat finanzierten Projekt mit zwei Wohntürmen und einer Wohnsiedlung.

Die Freude bei FCZ-Präsident Ancillo Canepa ist gross: «Ich empfinde grosse Freude, grosse Erleichterung und grosse Dankbarkeit». Dank dem Ja hätten die beiden Stadtzürcher Fussballclubs FCZ und GC eine Perspektive für die Zukunft.

Legende: Video «Das Projekt hat heute eine grosse Hürde genommen» abspielen. Laufzeit 02:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 25.11.2018.

Auch die SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch freut sich: «Ich bin froh, ist das Ergebnis so klar. Das war ein turbulenter Abstimmungskampf.» Sie und die anderen Mitglieder des Stadtrates unterstützten das Stadionprojekt – sie vermochten aber nicht alle Parteien davon zu überzeugen.

SP verliert – und akzeptiert

Für das Fussballstadion waren die bürgerlichen Parteien, zum Beispiel die FDP. Severin Pflüger, Präsident der städtischen FDP, sagt: «Das Stimmvolk heisst eine Politik gut, die sämtliche Bedürfnisse abdeckt: die des Sports, des Wohnens und die der ganzen Öffentlichkeit.» Ihm falle ein grosser Stein vom Herzen, dass es im dritten Anlauf geklappt habe mit einem Fussballstadion für die Stadt Zürich.

Die grosse Verliererin ist die SP der Stadt Zürich. SP-Nationalrätin und Stadtzürcherin Jacqueline Badran, die das Projekt vehement bekämpfte, zeigt sich nicht überrascht vom Resultat. «Da ist eine riesige Propagandawelle mit Werbung und Plakaten und Medienberichten über uns geschwappt». Zudem sei es schwierig zu vermitteln gewesen, dass die SP zwar gegen diese Vorlage, aber nicht grundsätzlich gegen ein Stadion sei.

Selbstkritisch zeigt sich auch SP-Co-Präsident Marco Denoth. «Wir konnten unsere Botschaft zu wenig klar vermitteln», sagt er zur Niederlage. Die SP akzeptiere den Entscheid des Stimmvolkes aber und werde das Stadionprojekt nicht mit Einsprachen bekämpfen, so Denoth weiter.

Mann und Frau stehen am Rand eines Raumes
Legende: Heute die Abstimmungs-Verlierer: Marco Denoth, Co-Präsident SP Stadt Zürich und Liv Mahrer, Co - Präsidentin. Keystone

Höngger kündigen Widerstand an

Einsprachen bereits angekündigt haben bürgerliche Stadiongegner aus Höngg. Sie hatten sich im Abstimmungskampf gegen das Stadion engagiert, weil sie sich um die Skyline der Stadt sorgten: Die zwei hohen Türme des Projektes passten nicht ins Stadtbild, sagten sie. Der Wahlkreis 10, zu dem auch Höngg gehört, lehnt das Fussballstadion denn auch als einziger ab.

Gegen diese Türme kämpfen sie weiter, auch jetzt, wo das Stimmvolk das Stadionprojekt angenommen hat. «Wir gehen vors Verwaltungsgericht und allenfalls auch vor Bundesgericht, um die beiden Türme zu verhindern», sagt der Höngger Architekt Marcel Knörr zum «SRF Regionaljournal». Das seien ihre legitimen demokratischen Rechte.

2022 soll das Stadion stehen

Als im Jahr 2008 das alte Hardturmstadion abgerissen wurde, ging man davon aus, dass an gleicher Stelle bald ein grosses, modernes Fussballstadion gebaut würde. Nach zwei gescheiterten Stadionprojekten entscheidet sich das Volk jetzt für ein Projekt mit einem Stadion, zwei Wohnhochhäusern und einer Genossenschaftssiedlung.

Die gesamten Investitionen für das nun vorliegende Projekt «Ensemble» betragen rund 570 Millionen Franken. Die Stadt unterstützt das Vorhaben mit einem reduzierten Baurechtszins und verzichtet so auf jährlich 1,7 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, soll das Stadion 2022 stehen.

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