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Abtreibungsfinanzierung Abtreibungsgegner preschen vor

Die Abtreibungsgegner geben nicht auf. Mit zwei Initiativen gehen sie in die Offensive. Heute beginnt die Unterschriftensammlung zu einer Vorlage. Ärger ist absehbar.

Mehrere hundert Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren am «3. Marsch für s'Läbe» gegen Abtreibung im Herbst 2012 in Zürich.
Legende: Demonstranten protestieren am «3. Marsch für s'Läbe» gegen Abtreibung im Herbst 2012 in Zürich. Keystone

Die Abtreibungsgegner lassen nicht locker: Gut zehn Jahre nach dem deutlichen Ja des Stimmvolks zur sogenannten Fristenregelung machen sie wieder Druck. Und zwar gleich mit zwei Vorlagen.

Initiative Nummer eins: Die Vorlage verlangt, dass eine Abtreibung künftig nicht mehr von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt wird. Das Volksbegehren kommt demnächst ins Parlament. Mitinitiant ist Peter Föhn, SVP-Ständerat aus dem Kanton Schwyz.

Initiative Nummer zwei: Sie fordert kurz und bündig: Menschliches Leben ist zu schützen. Das heisst gemäss Initiant Heinz Hürzeler, dem Präsidenten der Glarner Sektion «Ja zum Leben», dass Abtreibungen nicht mehr erlaubt wären.

«Nicht zweigleisig fahren»

Die Unterschriftensammlung beginnt heute. Peter Föhn von der Initiative zur Abtreibungs-Finanzierung ist darüber wenig begeistert: Man soll nicht zweigleisig fahren, sondern die laufende Initiative vor Volk bringen.

Die laufende Initiative ist diejenige von Föhn. Doch diese geht Heinz Hürzeler nicht weit genug: «Die führt kaum zu einer Reduktion von Schwangerschaftsabbrüchen.»

Derweil ärgert sich Annemarie Rey, die langjährige Kämpferin für einen straflosen Schwangerschaftsabbruch masslos: Die Abtreibungsgegner wollen dieses Thema immer wieder aufkochen. Rey ist jedoch überzeugt, dass die Chancen für ein Abtreibungsverbot heute gleich null sind.

Rey sagt: «Wir hatten 1985 eine Ablehnung fast 70 Prozent, 2002 waren es 82 Prozent. Die nächste Initiative wird noch deutlicher abgelehnt.»

(prus;basn)

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Wann sammeln wir endlich Unterschriften um Parteien wie die SVP (Menschenjäger wie damals in der DDR oder unter den Nazis) oder die CVP (vormittelalterliches, intolerantes Weltbild a la Kreuzritter) in die Hölle zu schicken? Was in der Schweiz abgeht, ist einfach nur noch ein Drama. Am liebsten würden solche Parteien uns allen ihre Meinung aufzwingen und wer nicht mitmacht, wird bestraft. Gott, was für eine jämmerliche Erziehung müssen deren Mitglieder nur genossen haben.
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  • Kommentar von L.Lieberherr, Luzern
    Ab wann ist ein Mensch ein Mensch? Es gibt Menschen die es trotz hohem Alter nicht schaffen "Menschen" (zB. Pinochet) zu werden.Ein Mensch zu sein, ist keine rein materielle Angelegenheit.Gefühle ermöglichen es dem Menschen, ein liebevolles Bewusstsein zu entfalten.Wenn jedoch eine Gesellschaft nicht in der Lage ist, ein Umfeld zu erschaffen in welchem sich ein solches Bewusstsein entwickeln kann, so ist es ein Widerspruch über Abtreibungen zu jammern. Selbstbestimmung u.-verantwortung=Liebe.
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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Moralingeschwängerte Debatte um ein Thema, das einzig und allein die betroffene Frau zu entscheiden hat. Den Staat und seine Gesetzgebung geht es gar nichts an, zu entscheiden über Abtreibung, was nur die Betroffene schikaniert und in neuerliche Zwangslage manövrieren würde. Nichtgewollte Kinder unter staatlichem Zwang wider Willen grosszuziehen, lässt die Opfer solcher Gesetze, die Kinder, nur noch mehr leiden. In aller Klarheit: DER EIGENE BAUCH GEHÖRT DER FRAU; NICHT DEM STAAT!
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    1. Antwort von M. Sucher, Aarau
      Der Bauch mag der Frau gehören. Aber der Staat hat denen eine Stimme zu geben, die man nicht hört. Würden sie auch so urteilen, wenn eine Frau ihr 3-monatiges Baby umbringen würde?
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    2. Antwort von Simon Seifert, Schaffhausen
      Mein Leben gehört auch mir! Und trotzdem muss ich Militärdienst leisten und Steuern bezahlen! Rainer Fauser, sie haben ganz Recht, der Staat hat mir nichts zu sagen! Was bin ich bloss für ein zivilcouragierter, altruistischer Mensch geworden in letzter Zeit...Werden lieber wieder egoistischer! "Töten" wir lieber wieder unsere Kinder; wir waren genug lange nett zueinander!
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    3. Antwort von U.Suter, Zürich
      So lange es Menschenhandel, Kriege, Ausbeutung, Bevormundung, Folter, Morde, Physische und Psychische Gewalt, Hunger, Verachtung gibt, alles wohlgemerkt durch die lieben Menschen (scheinbar Gottes Ebenbild) gepflegt und verursacht, ist vermutlich eine rechtzeitige Abtreibung (bis zur 12. Schwangerschaftswoche) noch das kleinste Übel. Aber damit evtl. auch nicht mehr abgetrieben werden muss, wäre es noch besser von der KK bezahlte Unterbindungen anzubieten. Kontrolle des Bevölkerungswachstums...
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