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Erleichterte Einbürgerung Kaum ein Land ist so streng wie die Schweiz

Secondos und Ausländer der dritten Generation können sich in der Mehrheit der europäischen Länder leichter einbürgern lassen. Nicht so in der Schweiz. Ein Vergleich.

  • Deutschland: Für Secondos ist es vergleichsweise einfach, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Sie werden automatisch eingebürgert, wenn zuvor mindestens ein Elternteil für acht Jahre in Deutschland gelebt hat.
  • Österreich: Mindestens sechs Jahre muss ein Secondo in Österreich wohnen, bevor er Österreicher werden kann. Wer sich normal einbürgern lässt, muss zehn Jahre warten. Das gleiche System gilt auch in Ungarn. Hier beträgt die Wartefrist für Secondos fünf statt acht Jahre.
  • Italien: In Italien geboren, in Italien aufgewachsen. Das reicht, damit aus einem Secondo ein Bambini wird. Wer sich normal einbürgern lassen will, muss sich in Italien zehn Jahre gedulden.

Automatische Einbürgerung bei Geburt

Neben den erleichterten Einbürgerungen für Secondos kennen einige Staaten auch spezielle Programme für Ausländer der dritten Generation:

  • Frankreich: Ausländer der dritten Generation erhalten bei der Geburt automatisch die Staatsbürgerschaft – ohne Auflagen. Das gleiche gilt auch für Luxemburg, die Niederlande, Spanien und Portugal.
  • Belgien: Ausländer der dritten Generation werden automatisch Belgier, wenn sie fünf der ersten zehn Lebensjahre im Land verbracht haben.
  • Griechenland: Ebenfalls automatisch eingebürgert werden Dritt-Generationen-Ausländer in Griechenland. Aber nur, wenn sie dort seit der ersten Klasse zur Schule gehen und Mutter oder Vater vor der Geburt für mindestens drei Jahre in Griechenland gewohnt haben.

Wenige Länder kennen gar keine Ausnahmen. Dazu gehört die Schweiz:

  • Schweiz: Es gibt keine Ausnahmen – weder für Secondos noch für Ausländer der dritten Generation. Alle müssen eine 12-jährige Frist abwarten, bevor sie den roten Pass beantragen können.
  • Dänemark: Ebenfalls keine erleichterte Einbürgerung gibt es in Dänemark. Hier müssen Ausländer 9 Jahre warten, bis sie die dänische Staatsbürgerschaft beantragen können.

Frist in der Schweiz am längsten

Der Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt auch: Nirgends in Europa ist die Wartezeit bis zur Einbürgerung länger als in der Schweiz. Hier kann ein Ausländer oder eine Ausländerin nach frühestens zwölf Jahren den roten Pass beantragen. Zum Vergleich: In Polen gibt es die Staatsbürgerschaft bereits nach drei Jahren, in Frankreich nach fünf und in Spanien nach zehn Jahren.

Abstammung bestimmt

In den europäischen Ländern wird die Staatsbürgerschaft auf Grund des Abstammungsprinzips vergeben. Entscheidend ist, woher eine Person oder deren Eltern kommen, und nicht, wo die Person geboren wurde (Geburtsortsprinzip).

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Pascal Gienger (Pascal Gienger)
    Kleiner Fehler: FR (und meines Wissens auch BE) haben nicht nur das Abstammungsprinzip. In Frankreich reicht es in Frankreich geboren zu sein um Franzose zu sein. Das ius soli ist noch gültig. Der Front National (Marine Lapine) will das zwar ändern aber soweit wird es nicht kommen. Das Problem "Secondos" betrifft also dort nur nicht in FR geborene Kinder.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Kann jemand das Geheule abstellen, bitte? Danke.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und, muss man sich jetzt unbedingt anpassen????? Ich denke, es ist ein Privileg, Schweizer/in zu werden... und solche Privilegien wollen zuerst verdient sein! Also weiterhin mit Strenge aber auch GERECHT urteilen!
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Das liest sich wie wir was besseres wären. Ich mache eher die Erfahrung das wir meist nur in unserer eigenen Überheblichkeit besser sind.
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    2. Antwort von P Muster (Gogool)
      Es ist einPrivileg zu wissen dass es die Grenzen so wie wir sie kennen nicht einmal 200 Jahre alt sind. Ich denke es ist ausserdem ein Privileg zu wissen, dass der grosse Bonaparte den Anstoss für den heute so populistischen Nationalismus gab. Es ist aber kein Privileg NICHT zu wissen dass ein Pass nur ein Papier ist, welches politisch und rechtlich sehr vieles einfacher oder auch schwerer macht. Ich wünsche Ihnen viel Spass in Südafrika, lieber priviligierter Schweizer. Es grüsst ein Secondo
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    3. Antwort von Patrik Schaub (Kripta)
      @Röthenmund: Wenn ich mir die aktuellen, und die in Zukunft kommenden Parallelgesellschaften in unserem Land anschaue, glaube ich, dass Sie mit Ihrem Kommentar auf die falschen Spatzen schiessen.
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