Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Auch Bio-Bauern halten hornlose Kühe abspielen. Laufzeit 02:35 Minuten.
02:35 min, aus HeuteMorgen vom 12.11.2018.
Inhalt

Bio-Bauer mit hornlosen Kühen «Die Würde der Kuh hängt nicht allein am Horn»

  • Die meisten Kühe haben von Natur aus Hörner. Auf naturnahen Bio-Bauernhöfen gibt es deshalb nur Kühe mit Hörnern – denken viele.
  • Doch sie denken falsch. Behornte Kühe sind auf Bio-Betrieben zwar erwünscht, aber nicht Vorschrift.
  • Die Dachorganisation Bio-Suisse empfiehlt denn auch die Hornkuh-Initiative zur Annahme, hat aber gleichzeitig viele Mitglieder, die auf ihrem Hof hornlose Kühe halten.

Einblick in einen Bio-Bauernhof: Der Lindenhof in Tann im Zürcher Oberland gehört Res Frischknecht. Er ist Bauer in dritter Generation. Sein Vater hat 1973 schon auf biologischen Landbau umgestellt und auch Res ist Knospe-Bauer aus Überzeugung. Alle seine Kühe seien kerngesund, Hörner aber tragen sie keine – und benötigen sie auch nicht: «Sie brauchen Bewegung und Platz. Die Würde der Kuh hängt nicht allein am Horn, sondern zum Beispiel auch an der Haltung.»

Kein Kraftfutter und kein Getreide

Frischknechts Kühe sind tagsüber praktisch immer auf der Weide, sonst im Laufstall. Sie kriegen ausschliesslich Gras und Heu zu fressen, das auf dem Lindenhof gewachsen ist – kein Kraftfutter, kein Getreide.

Auch das habe mit Würde zu tun – oder dass neben den 23 Kühen auch zwei Stiere grasen: «Das ist die andere Seite. Ist das artgerecht, wenn der Besamer kommt und diese Spermadose hinten reinlässt?» Frischknecht sagt, er wehre sich dagegen, dass man die Kuh reduziere.

Ich kann sagen, bei mir haben die Kühe wenigstens noch einen Muni dabei, die erleben noch etwas.
Autor: Res FrischknechtBauer

Wären Frischknechts Kühe immer auf der Weide, könnte er ihnen auch die Hörner lassen. «Auf der Weide ist es kein Problem, schwierig wird es im Stall bei engen Platzverhältnissen.» Dort können die schwächeren Tiere den ranghöheren nicht ausweichen. Hornstösse können zu Verletzungen führen – bei Tier und Mensch.

Hornlose Kuh
Legende: Bio und trotzdem hornlos: Durchaus möglich. Keystone

Wie die meisten Kuhhalter in der Schweiz brennt Bio-Bauer Frischknecht deshalb seinen Kälbchen den Hornansatz jeweils kurz nach der Geburt weg.

Das sei unangenehm und natürlich nicht natürlich, gibt Frischknecht zu, doch auch ein Bio-Bauer komme um Kompromisse nicht herum: «Dort wo es Sinn macht, versuche ich Natürlichkeit zu fördern, dann gibt es aber auch Orte, wo man Kompromisse eingehen muss, und das ist bei uns nun bei den Hörnern.»

Mit den Vorschriften von Bio-Suisse kommt Bauer Frischknecht damit nicht in Konflikt. Der Dachverband der Biobetriebe will zwar die Haltung von behornten Kühen und Ziegen fördern – das Enthornen verbieten aber nicht.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

62 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andi Capul  (Idna)
    Dieser Bericht ist ein weiterer Versuch, das Enthornen als Bagatelle darzustellen. Es gibt zig Freilaufställe wo die Tiere unversehrt leben können und keine Verletzungen durch das Horn auftreten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Muss es denn immer gleich 'Würde' sein. Anständig und Art-&Wesensgemäss wäre doch auch schon was?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dieter Strub  (STR)
    Gratuliere. Erst werden die Hörner jahrelang entfernt. Dann will man Subventionen wenn man es nicht tut. Darum schlage ich vor zukünftig den Schweinen das Ringelschwänzchen zu kupieren um mittels Initiative dann wieder an Subventionen zu gelangen wenn man es nicht tut. Mit einer Beschneidung an sich selbst könnten die Initianten dasselbe Spielchen noch auf die Spitze treiben....Hauptsache es gibt wieder Subventionen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen