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Masseneinwanderungs-Initiative «So wird sich niemand mehr für die Schweiz entscheiden»

Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative machen sich ausländische Arbeitskräfte bereits Sorgen um ihre Zukunft in der Schweiz. Was bedeutet die Annahme der Vorlage für Manager und höher qualifizierte Fachkräfte? Ein Headhunter gibt Auskunft.

Legende: Video Grenzgänger im Tessin sind besorgt abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.02.2014.

Guido Schilling ist Headhunter. Er sucht qualifizierte Fachkräfte für Spitzenpositionen in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen von führenden Schweizer Firmen. Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative sei die Sorge in seinem Umfeld gross, sagt er im Gespräch mit SRF.

«Arbeitgeber, die in ganz Europa nach den Besten suchen, müssen sich nun Gedanken machen, ob sie überhaupt noch punkten können», erklärt Schilling. Er verweist auf das Beispiel Deutschland. Fachkräfte aus dem Nachbarland hätten schon in den vergangenen Jahren den Groll einzelner Schweizer gespürt.

Schilling: Familiennachzug muss garantiert sein

Bereits in der Vergangenheit hätten sich Familien vor einem Umzug in die Schweiz Gedanken gemacht. Fragen wie «Sind wir dort willkommen?» oder «Können unsere Kinder dort zur Schule gehen, ohne dass sie gemobbt werden?», seien bereits jetzt zur Sprache gekommen, wenn sich Familien aus Deutschland mit einem Arbeitsplatz in der Schweiz auseinandersetzten. Diese Sorgen würden nun stark zunehmen, meint Schilling.

Auch die Frage des Familiennachzugs ist nach Ansicht von Schilling von Bedeutung. Wenn nicht mehr garantiert werden kann, dass die Familie nachziehen darf, «dann kann ich mir nicht vorstellen, dass eine starke Führungskraft sich für die Schweiz entscheidet».

«Verbindliche Angebote sind wichtig»

Der Faktor Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Ja zur SVP-Initiative sei problematisch, sagt Schilling. «Die Angebote der Unternehmen müssen verbindlich sein.» Wenn man sich um eine starke Führungskraft bemühen wolle, dann sei es wichtig, dass der Arbeitsbewilligungsprozess vorwärts komme.

«Sollte es künftig bis zur Bewilligung zwei oder drei Monate dauern, dann wird sich niemand mehr für die Schweiz entscheiden», so Schilling. Vielmehr werde sich die Person sagen: «Wenn ihr mir nichts garantieren könnt, dann werde ich auch nicht auf euch warten.»

Guido Schilling

Guido Schilling

Der ehemalige Betriebsökonom arbeitet seit über 25 Jahren als Headhunter und rekrutiert Führungskräfte für die Wirtschaft. Seit 2006 veröffentlicht er jährlich den Schilling-Report, in welchem er die rund 100 grössten Schweizer Unternehmen auf die Zusammensetzung der Führungskräfte untersucht.

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79 Kommentare

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  • Kommentar von M.Meir, Lenzburg
    Steuerfreiheit ist auch bei den Dividenden Trumpf. Glencore nutzt wie andere Firmen die Vorteile der 2011 eingeführten Unternehmenssteuerreform II, die dank des damaligen Finanzministers Hans-Rudolf Merz zustande kam. Der Konzern schüttet für letztes Jahr 735 Millionen Dollar Dividende aus Kapitalreserven aus, was in der Schweiz steuerfrei ist. Glasenberg, dem gut 15 Prozent von Glencore gehören, kassiert also über 100 Millionen Dollar Dividende ohne Steuern. Ein guter Grund in die CH zu kommen
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  • Kommentar von Andy Zumstein, Alpnach Dorf
    Google Zürich, wo rund mehr als die Hälfte qualifizierte ausländische Arbeitskräfte sind werden es dann schwer haben hier weiter zu arbeiten. Auch sehe ich so, dass Google irgendwann einen Rückzieher macht und das Büro in Zürich irgendwo in einem anderen Land verlegt oder das ganze Personal in anderen Ländern einteilt. Ausserdem werden die Universitäten hierzulande schwierig haben Spitzenforscher beizubehalten wenn es mit Familiennachzüge Probleme gibt.
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Warum? Werden die Mitarbeiter von Google Zürich täglich entlassen und wieder neu eingestellt? Ich frag mich was schlimmer ist: das die MEI-Gegner so schlechte Verlierer sind und ihre Propaganda immer weiter schüren, oder das offenkundig niemand mehr das "Abstimmungsbuechli" liest. Ich hab's vor mir, wär schön wenn mir ein MEI-Gegner sagen würde, wo das mit dem "bisherige Auswanderer müssen raus" steht... Ich finde diese Passage nämlich nicht...
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Korrigenda: "bisherige Einwanderer müssen raus"... Übrigens: wenn die Google-MA in der CH wohnen, fallen sie später auch unter die Inländerklausel... So als kleiner Denkanstoss...
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    3. Antwort von M.Meier, Lenzburg
      googeln sie mal Grosskonzerne zahlen keine Steuern, dann erhalten sie z.B. unter a.diese interessante Nachricht! << Die Kaffeehauskette Starbucks gilt als äusserst virtuos in der Disziplin der Steueroptimierung. Offenbar auch hierzulande. Der Schweizer Hauptsitz weist ein Einkommen von Null aus, wie Recherchen zeigen. Wollen wir das wirklich? Dient das uns allen? Auf der einen Seite profietieren dies Schmarotzerfirmen in übelster weise alle Infrastrukturen, generieren hier Mega-Gewinne= 0Steuern
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Gunnar Leinemann,11.2./22:58 "Das Niveau in den Kommentaren hier ist erbärmlich u. scheint von Stammtischpolterern geprägt" Zu welchen Berichten auch immer, der fleissige Schreiber Herr Leinemann chiflet über die Schweizer und ihre direktdemokratischen Entscheide her, dass die Büsche fliegen. In keinem seiner unzähligen Kommentare ist etwas Positives oder Verständnis zu finden. Wieso bitte tut sich ein Deutscher weiterhin den Zwang an, in diesem verhassten Land zu leben?
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