Zum Inhalt springen

Header

Video
Abstimmung Mietwohnungsinitiative – Klimafreundliche Sanierungen
Aus 10vor10 vom 16.01.2020.
abspielen
Inhalt

«Mehr bezahlbare Wohnungen» Ja zur Mietwohnungs-Initiative hätte Folgen für Klimaschutz

Kritiker warnen, dass Eigentümer weniger Klima-Sanierungen vornehmen würden. Befürworter behaupten das Gegenteil.

Mehr Klimaschutz muss für Mieter nicht viel höhere Kosten bedeuten. Davon ist der Berner Immobilienverwalter Michel Wyss überzeugt. Ein Mehrfamilienhaus in Bern von 1925 liess er energetisch sanieren. «Natürlich mussten die Mieter auch Kosten übernehmen», erklärt Wyss.

Doch seien die Mietkosten mit allen Sanierungsschritten nur um etwa 70 Franken gestiegen. Denn man habe bewusst auf eine luxuriöse Sanierung von Küche und Badezimmer verzichtet. «Wenn der Mieter das als Kunde nicht will, dann muss er auch nicht», sagt Wyss.

Video
«Natürlich mussten die Mieter auch Kosten übernehmen.»
Aus News-Clip vom 16.01.2020.
abspielen

Dafür habe man das Dach und die Wände isoliert, neue Fenster eingebaut, die Ölheizung herausgerissen und das Haus ans Fernwärmenetz angeschlossen. Diese Energie-Sanierung kostete 430'000 Franken. Darin eingerechnet sind staatliche Fördergelder von 20'000 Franken.

«Oft zu hohe Aufschläge»

Michael Töngi, Nationalrat der Grünen und Vorstandsmitglied im Mieterverband, spricht von einer vorbildlichen energetischen Sanierung. Das Problem sei aber, dass die Mietaufschläge oft höher ausfallen würden. «Das sind dann hunderte von Franken», erklärt Töngi, «dagegen müssen wir häufig ankämpfen».

Energie-Sanierungen sollen den Wohnraum aber nicht übermässig verteuern. Das wollen Töngi und seine Mitstreiter mit der Mietwohnungs-Initiative ( «Mehr bezahlbare Wohnungen») auch erreichen. In der Verfassung soll in Zukunft stehen: «Er (der Bund) stellt sicher, dass Programme der öffentlichen Hand zur Förderung von Sanierungen nicht zum Verlust von preisgünstigen Mietwohnungen führen.»

Video
«Das Problem ist, dass die Mietaufschläge oft höher ausfallen.»
Aus News-Clip vom 16.01.2020.
abspielen

Das Ziel der Initianten: Vermieter sollen nicht mehr kündigen dürfen, wenn sie mit Fördergelder Häuser energetisch sanieren. Auch sollen so gleichzeitige Luxus-Sanierungen unterbunden werden.

Sanierung nur bei Auszug

Nicht alle Vermieter seien auf höhere Mietzinse aus, entgegnet Hans Egloff. Der Präsident des Hauseigentümerverbandes leitet selber eine Stiftung, die preisgünstiges Wohnen ermöglicht. In einem Mehrfamilienhaus bei Zürich saniert Egloff die Wohnungen nur, wenn ein Mieter auszieht oder stirbt.

Allerdings hat Egloff auch keine energetische Sanierung gemacht. «Das lohnt sich nicht. Die Liegenschaft ist aus den 1970er-Jahren und die Bausubstanz ist ungenügend», sagt Egloff.

Weniger Sanierungen?

Obwohl er selber also keine Energie-Sanierung durchführt, meint Egloff: Die Fördergelder seien ein wichtiger Anreiz. «Wenn der Eigentümer ganz auf Fördergelder verzichtet, dann kann er die ganze Investition auf den Mietzins umlegen», warnt Egloff. «Ohne Fördergelder könnten die Mietzinse noch mehr steigen».

Video
«Wenn ich meine Investition nicht zurückholen kann, dann verzichte ich auf die energetische Sanierung.»
Aus News-Clip vom 16.01.2020.
abspielen

Eine andere Folge könne aber auch sein, dass weniger klimafreundliche Sanierungen durchgeführt würden. «Wenn sich der Eigentümer sagt, ich kann meine Investition nicht zurückholen, dann verzichtet er ganz auf die energetische Sanierung». Das sei ja nicht im Sinne der Initianten.

Schwarzmalerei der Hauseigentümer?

Doch für Töngi ist das alles Schwarzmalerei. Mit Annahme der Initiative würde nicht weniger saniert. «Das Gegenteil ist der Fall. Es würde mehr klimaschonend saniert, weil die Fördergelder gezielter eingesetzt würden». Heute verpuffe das Geld, weil es die Vermieter einfach bekommen würden, egal, was dann mit den Mietzinsen geschehe.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

77 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    SUPER! SO geht Schweizer direkte Demokratie !? Jetzt verspricht der Bundesrat, wenn ihr Nein stimmt unterstützen wir verbilligten Wohnungsbau mit 250 Mio. FR. ABER NUR DANN! Sonst gibts nichts!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es geht doch schlicht und einfach darum, wollen wir uns endlich wieder Richtung sozialer Demokratie bewegen oder wollen wir das Feld ganz der Logik eine Marktes, den es nicht gibt, denn Markt setzt gleich lange Spiesse voraus, sonst ist es einfach ein Monopol ein paar Finanzstarken UND ganz der Logik der absoluten Profitmaximierung üeberlassen? Das hieße, dass weder Staat noch Öffentlichkeit ihrem Auftrag nachkommen, für alle Menschen gute und anständige Lebensbedingungen zu schaffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Frau Kunz: Das sehe ich auch so. Es kann doch nicht sein, dass die Güter so extrem ungleich verteilt sind! Es kann doch nicht sein, dass wir ein Wirtschaftssystem haben, das von der "Gesetzmässigkeit" bestimmt ist: "Fressen und gefressen werden"! Ich kann kaum verstehen, dass es recht viele Leute gibt, die "Kommunismus à la Russie" schreien, wenn schon nur ein bisschen mehr soziale Gerechtigkeit verlangt wird - wie hier von ca. 4 auf 10% genossenschaftlich vermietete Wohnungen. Ein Minimum!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Der langen Rede(n) kurzer Sinn: Wer ein Herz hat für zumindest etwas mehr soziale Gerechtigkeit und für weniger begüterte, eher ärmere Menschen, der/die nimmt diese Initiative an.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus Mietwohnungs-InitiativeLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen