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Nahrungsmittel-Spekulation «Mit Essen spielt man nicht»

Die Spekulationsstopp-Initianten haben sich heute den Medien vorgestellt. Eine Volksinitiative soll den Banken das Spekulieren mit Nahrungsmitteln verbieten. Das Parlament lehnte die Initiative bereits ohne Gegenvorschlag ab. Am 28. Februar nächsten Jahres soll nun das Volk abstimmen.

Legende: Video «Kein Spekulieren mit Essen» abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.12.2015.

«Mit dem Essen spielt man nicht.» – Mit diesem Motto präsentierte sich das Initiativkomitee vor den Medien in Bern. Ständerätin Pascale Bruderer (SP/AG) unterstrich die Forderung mit einer ihrer Erziehungsmethoden: «Was ich meinen Kindern am Mittagstisch sage, gilt ganz genauso für Spekulanten an der Börse.»

Der Schriftzug Game ober prangt am Boden des Zürcher Paradeplatzes.
Legende: Mitglieder der JUSO demonstrierten am 12. Dezember 2015 in Zürich gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Keystone

Lanciert wurde die Spekulationsstopp-Initiative von der JUSO gemeinsam mit der SP, den Grünen, mehreren Hilfswerken und kirchlichen Organisationen sowie Bäuerinnen und Bauern. Die Initianten wollen der Spekulation mit Nahrungsmitteln einen Riegel schieben, weil sie diese für den Hunger auf der Welt mitverantwortlich machen.

Banken und Versicherungen in der Pflicht

Sie sind der Meinung, dass der Welthunger durch die Entwicklung am Finanzmarkt zusätzlich verstärkt wird. Die Initiative verlangt deshalb ein Verbot für Banken, Vermögensverwalter und Versicherungen, in Finanzinstrumente zu investieren, die sich auf Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel beziehen.

Vom Spekulationsstopp ausgenommen sind aber:

  • preisliche und terminliche Absicherungen
  • Konsumenten, Händler und Produzenten

Keine Chance im Parlament

Die Initiative fordert ausserdem, dass sich der Bund für die weltweite Bekämpfung der Spekulation mit Nahrungsmitteln einsetzt. Teures Essen treffe vor allem arme Haushalte in Entwicklungsländern, sagte Caroline Morel, Geschäftsleiterin des Hilfswerks Swissaid.

Das Parlament lehnte die Spekulationsstopp-Initiative ohne Gegenvorschlag ab. Am 28. Februar 2016 wird das Volk über die Initiative abstimmen.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Es besteht Hoffnung! Danke den Initianten. Das das Parlament die Initiative jetzt schon ohne Gegenvorschlag ablehnt zeigt für wen politisiert wird: für Oligarchen und das Wirtschaftswachstum, was hat die Lobby blos unternommen um das so schnell zu unterbinden? Haben unsere Politiker kein selbstständiges vernetztes denken?!
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  • Kommentar von Felice Limacher (Felima)
    Das war schon lägst überfällig !!!
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Pascale Bruderer in Ehren, aber sie hat keine Ahnung wie Märkte funktionieren. Solche Initiativen mit verführerischem Motto führen geradewegs zu Hungersnöten. Das Extrembeispiel ist Nordkorea, keine Märkte, keine Spekulation: Jedes Jahr sterben tausende von Menschen den Hungertod. Spekulation führt zu einer Glättung der Preise. Der Grund für die Knappheit in Entwicklungsländern sind staatliche Höchstpreise, die dazu führen, dass die Bauern nicht überleben können und die Produktion einstellen.
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Lieber Hr. Leu , es ist gerade umgekehrt wie sie darstellen, durch die Spekulation werden die Angebote der Lebensmittel künstlich und bewusst verknappt, weil nur dann ein hoher Preis an der Börse erzielt wird, wenn das Angebot gering ist, gerade dieser Vorgang ist es , der die Menge der Lebensmittel zugunsten eines höheren Preises verringert . Besteht ein freier Markt, der die Mengen nicht durch Spekulation einengt, werden die Lebensmittel in der Menge mehr, daher billiger für den Endverbraucher
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ M. Kaiser: Sie sind also auch für den freien Markt wie ich. Sobald Sie jedoch anfangen in die Märkte einzugreifen, wie mit dieser naiven Initiative oder ähnlichen Vorstössen die wir von dieser Seite kennen, entstehen Knappheiten. Spekulanten kaufen, wenn Sie glauben die Preise seien tief und kurbeln damit die Nachfrage an und verkaufen, wenn Sie glauben die Preise seien hoch und erhöhen damit das Angebot. Dies bewirkt ja gerade die Glättung der Preise und bringt Stabilität ins System. Capito?
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    3. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      @Leu, Spekulanten horten, um die Menge einer Wahre künstlich zu verknappen, um damit einen höheren Preis und Gewinn zu erzielen -dies ist das Prinzip der Spekulation auf allen Ebenen des Börsen- Welthandels. Was in grosser Menge zur Verfügung steht wird automatisch billiger, dies ist das Gesetz des freien Marktes , der jedoch durch die Börsenspekulanten verhindert wird. Realgold wäre längst 100 000 Fr. das kg, wenn nicht soviel Papiergold den Goldpreis künstlich tief halten würde . Capito?
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    4. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ M. Kaiser: So kommen wir nicht weiter. Lesen Sie in einem Einführungsbuch zur Volkswirtschaftslehre die ersten drei Kapitel über Preistheorie. Nur nebenbei: Nahrungsmittel können Sie, im Gegensatz zu Gold, nicht ewig horten. Sie verrotten. Man kann nicht alles mit allem vergleichen.
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