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Politologe Weber: «Fronten waren schon zu Beginn des Abstimmungskampfes sehr klar»
Aus News-Clip vom 08.05.2019.
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2. SRG-Umfrage Die neue EU-Waffenrichtlinie ist auf Kurs

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zustimmung zur neuen EU-Waffenrichtlinie ist drei Wochen vor der Abstimmung praktisch unverändert.
  • Rund zwei Drittel der Stimmbürger (65 Prozent) sind «bestimmt» oder «eher» für die Vorlage. Gut ein Drittel (34 Prozent) ist auf der Nein-Seite.
  • Für die Politologen von gfs.bern ist ein Meinungsumschwung zu einem Nein wenig wahrscheinlich.

Die neue Waffenrichtlinie soll das Schweizer Waffenrecht an das EU-Recht anpassen. Die Schweizer Schützenverbände haben daraufhin erfolgreich das Referendum ergriffen. Nun hat die Schweizer Stimmbevölkerung am 19. Mai das letzte Wort.

Die Meinungen sind gemacht

Schon in der ersten SRG-Umfrage haben sich die Teilnehmer klar für die neue Waffenrichtlinie ausgesprochen. Die Meinungsbildung war damals bereits weit fortgeschritten und ist nun zur zweiten Umfrage nochmals leicht angestiegen. 78 Prozent (plus drei Prozentpunkte) haben sich «bestimmt» eine Meinung gemacht. «Die Leute wussten sehr genau, ob und warum sie Ja oder Nein stimmen wollen», sagt Edward Weber vom Forschungsinstitut gfs.bern.

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Politologe Weber: «Es wird keine grösseren Verschiebungen mehr geben»
Aus News-Clip vom 08.05.2019.
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Pro-Argumente haben einfacheren Stand

Mit der grossen Zustimmung zur Vorlage, geniessen auch die Argumente des Ja-Lagers am meisten Unterstützung. 58 Prozent der Befragten sind der Meinung, ein «Nein» gefährde das Schengen-Dublin-Abkommen. Eine noch grössere Unterstützung erhält aber das Pro-Argument, dass die neue Richtlinie nichts Wesentliches ändere für die Schweizer Schützen. Die Zustimmung zu den beiden Argumenten ist seit der ersten Umfrage fast gleichgeblieben.

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Politologe Weber: «Gegnerschaft ist gut organisiert, aber eben in der Minderheit»
Aus News-Clip vom 08.05.2019.
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Für rund ein Drittel sticht das emotionale Nein-Argument, die Richtlinie sei «anti-schweizerisch». Die Vorlage ist nur für 40 Prozent der Stimmberechtigten ein erster Schritt zur Vollständigen Entwaffnung der Bürger. Obwohl die Gegnerschaft sehr gut formiert und organisiert ist, bleibt sie in der Minderheit.

Parteiorientierung entscheidend

Personen mit einer hohen Schulbildung, ältere Personen, Städter und Frauen sind der Vorlage weiterhin deutlich positiver eingestellt als ihre Gegengruppe. Trotzdem dominieren nicht die sozio-ökonomischen, sondern die politischen Faktoren. Um einzuschätzen, wie man zur neuen Richtlinie steht, muss man das Regierungsvertrauen und seine Parteiorientierung kennen.

Stimmbeteiligung im Schnitt

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Am mittleren Befragungstag vom 27. April hätten 45 Prozent der Stimmbeteiligten an der Abstimmung teilgenommen. Damit ist die allgemeine Teilnahmeabsicht gleich hoch wie bei der ersten Umfrage vor rund einem Monat. Eine ungefähr durchschnittliche Stimmbeteiligung von rund 46 Prozent am Abstimmungssonntag scheint somit sehr wahrscheinlich.

Denn nach wie vor sind auch die Fronten bei den Parteisympathisanten klar: Die SVP gegen den Rest. Besonders die Linke und die GLP sprechen sich klar für die Vorlage aus. Im Verlauf des letzten Monats haben sich die Anteile der Befürworter und Gegner kaum verändert. Für das gfs.bern bestätigt dies die Einstufung der neuen EU-Waffenrichtlinie als stark prädisponierte Vorlage, bei welcher klare Meinungen bereits früh gebildet werden.

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Edward Weber: «Für die Gegner ist es eine emotionale Sache»
Aus News-Clip vom 08.05.2019.
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Die Differenzen zwischen denen, die der Regierung vertrauen, und denjenigen, die ihr Misstrauen, sind weiterhin massiv: Würden nur Personen abstimmen, die der Regierung eher misstrauen, würde die Vorlage klar abgelehnt werden. Im umgekehrten Fall dagegen würde sie mit 85 Prozent angenommen werden.

So befragt das Institut gfs.bern

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So befragt das Institut gfs.bern

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 23. und dem 30. April 2019 durchgeführt. Insgesamt sind die Antworten von 5817 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt worden.

Telefonisch befragt wurden 1403 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz: 703 Personen aus der Deutschschweiz, 400 aus der Romandie und 300 aus der italienischsprachigen Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2,7 Prozentpunkte. Bei 1403 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47,3 und 52,7 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden Personen online befragt, um die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 4414 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden.

Die Aufteilung der online Befragten auf die Sprachregionen ist wie folgt: 2956 Personen in der Deutschschweiz, 1202 in der Romandie und 256 in der italienischsprachigen Schweiz. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger Pensionierte als Jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern führte zwei Umfragen zur Abstimmung vom 19. Mai 2019 durch. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis. Mit dem Vorliegen der zweiten Befragung seien allenfalls Aussagen über den Trend möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern, Link öffnet in einem neuen Fenster.

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Ein deutliches Ja zeichnet sich ab
Aus Tagesschau vom 08.05.2019.
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49 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Da scheint sich ja die Vernunft durchzusetzen. Gemäss dem Schengen-Abkommen würde ein "Nein" automatisch zum Ausschluss der Schweiz aus dem Schengen-Raum zur Folge haben. Das hätte zur Folge, das an der Grenze wieder Kontrollen eingeführt werden müssten, was zu stundenlangen Staus vor dem Zoll führt. Das will nun wirklich niemand. Dank der guten Verhandlung der Schweiz ändert sich aber bei einem Ja auch für die Schützen nichts. Also eine Win-Win-Situation.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Richtig so, schiessen mit Munition ist kein Sport und totaler Schwachsinn, verursacht Krach, stinkt und belastet die Umwelt!
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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Warum darf hier unwidersprochen behauptet werden, dass das neue Waffengesetz verhindern würde, dass Waffen in kriminelle Hände gelangen könnten? Dies ist nicht nur obernaiv, sondern grober Unsinn.
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    1. Antwort von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
      Weil auch obernaive und unsinnige Ansichten von der Meinungsäusserungsfreiheit abgedeckt werden. Diesen zu widersprechen, ist Aufgabe von Leuten wie ihnen...
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