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«No Billag»-Initiative Dieser «Plan B» kostet ein Mehrfaches

Die Ausgaben für den TV- und Radiokonsum könnten je nach Haushalt massiv steigen – auf über 1000 Franken im Jahr.

Blick in My-Sports-Regie.
Legende: Pay-TV-Kanäle bieten Sport und Unterhaltung an, aber keine Informationssendungen. Keystone

Ab 1. Januar 2019 kostet die Empfangsgebühr für Radio und Fernsehen noch 365 Franken pro Jahr und Haushalt. Bei einem vierköpfigen Deutschschweizer Durchschnittshaushalt entspricht das einem Anteil von 25 Rappen pro Person und Tag. Ausgehend von den bestehenden Pay-TV-Angeboten würde die Alternative ohne SRG und gebührenfinanzierte private Radio- und Fernsehsender diese Familie ziemlich sicher massiv teurer zu stehen kommen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Interessiert sich die Familie für die zwei Sportarten Fussball und Eishockey, müsste sie künftig mindestens zwei Abonnemente lösen: Eines für «MySports Pro» des Anbieters UPC, welches für Kunden ohne UPC-Anschluss 300 Franken pro Jahr kostet. Hinzu kommt das für Kabelnetzkunden teurere Teleclub-Angebot: 358.80 Franken kostet das Basispaket, plus 154.80 Franken für das Sportpaket. Dies ergibt nur für Sport eine Summe von 813.60 Franken im Jahr.

Schweizer News, Doks und Shows nicht inklusive

Mit dem Teleclub-Basisabonnement würde die Familie auch Zugriff erhalten auf 1200 Spielfilme pro Jahr. Wenn sie zusätzlich auch aktuelle Serien sehen möchte, müsste sie entweder bei Teleclub ein Zusatzpaket für 118.80 Franken pro Jahr lösen oder Netflix abonnieren, dessen Abonnement für vier Empfangsgeräte 238.80 Franken pro Jahr kostet. Damit würde die Familie in diesem Beispiel bereits Abonnementsgebühren von über 1000 Franken pro Jahr entrichten.

Informationssendungen, Dokumentationen, Schweizer Unterhaltungsshows, grosse Sportereignisse wie Skirennen, Europa- oder Weltmeisterschaften und Olympische Spiele sind damit aber noch nicht abgedeckt. Wie viel diese Angebote zusätzlich kosten würden, ist umstritten. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass sich die Abogebühren noch einmal auf einige 100 Franken pro Jahr zusätzlich belaufen dürften. Die Durchschnittsfamilie würde also mit diesem «Plan B» mit ziemlicher Sicherheit ein Mehrfaches der künftigen Empfangsabgabe von 365 Franken im Jahr auslegen müssen.

Preise verschiedener Schweizer Medienangebote im Vergleich

  • Billag
    Legende: Keystone

    Empfangsgebühr: 451 Franken/Jahr (2019: 365 Franken)

    Die Gebührenerträge kommen der SRG sowie Lokalradios und Regionalfernsehsendern zugute, die einen aus der Verfassung abgeleiteten Service-public-Auftrag erfüllen. Die SRG finanziert mit ihrem Anteil ihre Radio-, TV- und Internet-Angebote in allen vier Landessprachen über Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport. Auf lokaler und regionaler Ebene werden 21 Radio- und 13 TV-Stationen mit einem Service-public-Auftrag damit unterstützt.

  • MySports-Gebäude
    Legende: Keystone

    MySports von UPC: 25 Franken pro Monat

    Der Sportsender des Kommunikationsunternehmens UPC bietet ein Premiumpaket «MySports Pro» für 25 Franken pro Monat an. Für UPC-Kunden ist das Basisangebot «MySports HD» mit einem Spiel der Swiss League und der National League pro Woche, einzelnen Bundesliga-Spielen pro Saison, Formel E, Schweizer Handball, Beachvolleyball, Fussball und weiteren Sportarten kostenlos.

  • Kameramann von Teleclub
    Legende: Keystone

    Teleclub: 29.90 bis 80.20 Franken pro Monat

    Der Pay-TV-Sender Teleclub des Kommunikationsunternehmens Swisscom bietet für das Basispaket «Movie» (Fr. 29.90 pro Monat) ein Angebot von 1200 Spielfilmen. Dazu sind drei Zusatzpakete «Entertain» (Fr. 9.90 pro Monat), «Family» (Fr. 9.90 pro Monat) und «Sport» (Fr. 12.90 pro Monat) erhältlich. Wer die Leistungen in HD-Qualität beziehen möchte, zahlt pro Paket einen Aufpreis von Fr. 3.90 (bzw. Fr. 5.90 für das «Sport»-Paket). Das gesamte Angebot in HD-Qualität kommt somit auf Fr. 80.20 pro Monat zu stehen.

  • Netflix-Screen
    Legende: Keystone

    Netflix: 11.90 bis 19.90 Franken pro Monat

    Der amerikanische Bezahlsender Netflix bietet vor allem Spielfilme und Serien. Das «Basis»-Paket (Fr. 11.90 pro Monat) ist nur auf einem einzigen Gerät und nicht in HD-Qualität empfangbar. Das «Standard»-Paket bietet HD-Qualität und den Zugang auf 2 Geräten. Wer den Zugang auf vier Geräten möchte, braucht das «Premium»-Paket für Fr. 19.90 pro Monat.

  • Zeitungsständer
    Legende: Keystone

    NZZ oder «Tagesanzeiger»: 220 bis 715 Franken pro Jahr

    Wer die NZZ ausschliesslich digital lesen möchte, bezahlt für das Abonnement Fr. 220.- pro Jahr. Das Abonnement, das auch die Printausgabe beinhaltet, kostet 715 Franken pro Jahr. Der «Tagi» kostet in der Form der digitalen Ausgabe Fr. 314.- pro Jahr. Für die Printausgabe muss man jährlich 568 Franken bezahlen.

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99 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Ich bezahle Steuern damit die Gemeinde, der Staat oder Bund ihre Aufgaben erfüllen können. Meines Wissens ist das Betreiben von Radio und Fernsehen nur im Ausnahmefall (Krieg / Katastrophen) Bundesangelegenheit. Mit der Billagsteuer wird das SRF also de facto zum Bundesbetrieb. Ohne Steuergelder bleibt das konzessionierte Radio und Fernsehmachen Privatangelegenheit. Plan B heisst: Konzessionen anders gewichten, Bundesaufgaben neu definieren, Gebühr festlegen oder Steuererhöhung vors Volk
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler (ErnstU)
    Diese SRG Rechnung stimmt "natürlich" nicht - nur schon weil aus der pro Billag Küche. Es fehlt, dass Internationale Grosswettkämpfe auch auf ORF, ZDF, ARD, Eurosport u Sport1 kommen. Ebenso internationaler Fussball zB auch BBC "Match of the Day".
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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Vor einigen Jahren hatten die Privat-Radio's und Privat-TV's noch keinen Gebühren-Anteil und haben trotzdem gute Sendungen produziert. Also dieses Argument, dass die privaten Radio's verschwinden würden, zieht nicht. Zudem sind die TV-Gebühren seit Jahren nicht zurück gegangen, obwohl die Bevölkerung in der Schweiz extrem gewachsen ist. Die SRG leben zum Teil wie die Maden im Speck und produzieren nebst guten Sendungen leider auch viele Leerläufe und fragwürdige Sendungen.
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