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Ärger mit «P+Rail» SBB lässt Kunden Parkplätze buchen und zahlen – ohne Garantie

Beim Service «P+Rail» kommt es aufs Kleingedruckte an: Ein freier Parkplatz ist nicht garantiert.

Legende: Audio SBB lässt Kunden Parkplätze buchen und zahlen – ohne Garantie abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
03:25 min, aus Espresso vom 04.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • «P+Rail» ist ein Service der SBB, bei dem Kunden Parkplätze in der Nähe von Bahnhöfen buchen können.
  • Mit der «P+Rail»-App kann ein Parkplatz von zu Hause aus schon im Vorfeld gebucht werden.
  • Aber: Die SBB garantiert auch bei vorheriger Buchung keinen freien Parkplatz.
  • Bereits bezahlte Parkplatzgebühren zahlt die SBB – auch wenn trotz vorheriger Buchung kein Parkplatz frei ist – nur aus Kulanz zurück.

«Espresso»-Hörer Stefan H. hatte eine wichtige Sitzung in der Nähe des Hauptbahnhofs in Zürich. Um pünktlich und ohne Stress zum Termin zu erscheinen, hat der Baselbieter entschieden, mit dem Auto bis nach Olten zu fahren und anschliessend den Zug zu nehmen. Mit der SBB-App «P+Rail» buchte er für den entsprechenden Tag einen Parkplatz.

Vor Ort in Olten angekommen, staunte der SBB-Kunde nicht schlecht: Kein einziger Parkplatz war frei. Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als doch mit dem Auto nach Zürich zu fahren, wie er zum Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 sagt. Und natürlich sei er gestresst und zu spät zur Sitzung erschienen.

Absicherung im Kleingedruckten

Die Antwort des SBB Kundendienstes auf seine Reklamation hin «erstaunt» Stefan H. aber fast noch mehr. Am Telefon erklärte man ihm, seine Buchung via «P+Rail»-App beinhalte keine Parkplatzgarantie. In einer Mail an den verdutzten Kunden doppelt der Kundendienst noch nach. «Die App ist für die mobile Bezahlung, jedoch nicht für eine Reservierung eines Parkplatzes unserer P+R-Anlagen.»

So würde die SBB denn auch auf ihrer Internetseite darauf hinweisen, heisst es im Schreiben an den Kunden. Und in der App fände der Kunde diesen Hinweis in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Frust und Aufwand

Die im Vorfeld bezahlten zwölf Franken Buchungsgebühr hat die SBB dem Kunden zwischenzeitlich zurückbezahlt. Aus Kulanz, wie sie ihm mitteilt. «Dieses Vorgehen finde ich interessant», schreibt Stefan H. gegenüber «Espresso». «Da verkauft die SBB eine Leistung, die eventuell nicht eingehalten werden kann und bei Nicht-Erfüllung zahlt sie nur aus Kulanz die Kosten zurück.»

Man stelle sich vor, Gleiches geschähe mit einem gebuchten Flug. «Ich kaufe, ohne die Garantie zu haben, das Gekaufte zu bekommen.» Zurück bleibt beim «P+Rail»-Kunden ein Gefühl von viel Aufwand für keine Leistung. Und Frust.

SBB verweigert sich der Diskussion

«Espresso» fragt bei der SBB nach und möchte wissen: Was ist eine Buchung eines «P+Rail»-Parkplatzes ohne Parkplatzgarantie ihrer Ansicht nach Wert? Die Antwort bleibt aus. Schriftlich teilt die Medienabteilung mit, dass man online auf die Tatsache der fehlenden Parkplatzgarantie hinweise. «In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass Kunden in gut frequentierten Anlagen keinen Parkplatz finden.»

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Einmal mehr zeigt sich hier die ganze Arroganz und Unverfrorenheit dieses quasi Monopolbetriebes. Was würden die Herren SBB- Manager beispielsweise sagen, wenn Sie ein Ticket für eine Versnstaltung im Vorverkauf kaufen würden, dann am Tag des Anlasses keinen Eintritt bekommen, weil voll, aber ihr Geld nicht zurück erhielten. Die würden aber mächtig auf und ab stampfen. Einfach nur unverschämt zu sagen, wir erstatten Ihnen das Geld aus Kulanz zurück.
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  • Kommentar von Andreas Huber (Reto_AR)
    Also ich buche das oft so und hatte immer einen freien PP. Steht auch gross geschrieben, dass Sie das nicht versprechen. Naja etwas lesen muss man hald wenn man bezahlt. Was ich nicht wusste, dass man auch bezahlt wenn es keinen PP hat. Bzw. hab ich nie hinterfrag, da ich schon davon ausgehe, dass sie nur abbuchen wenn auch parkiert wird in der gebuchten Zeit. Kontrollen werden ja gemacht also wäre es ein einfaches. Hätte also noch Optimierungspotential.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Nicht reden sondern handeln, ist für mich sinnvoller, diejenige die mich abzocken wollen machen dies nur einmal, danach ist Schluss, wenn dies viele machen gehen die SBB über die Bücher , ansonsten läuft es genau gleich weiter.
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