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Ärger über Kuhfleischimporte Fleischpreis gerät noch mehr unter Druck

Legende: Audio Bauern sind sauer wegen Fleischimporten abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 09.08.2018.
  • Trotz des aktuellen Überangebots an Rindfleisch aus nationaler Produktion, sollen zusätzlich 800 Tonnen Kuhhälften importiert werden.
  • Dies, zum Ärger der Schweizer Bauern, denn die Fleischpreise dürften vor diesem Hintergrund sinken.
  • Das Angebot an Schlachtkühen ist in der Schweiz allerdings generell zu klein, meinen Experten.

Die Schlachthöfe sind am Anschlag - die Angestellten leisten Überstunden, um die grosse Zahl der angelieferten Kühe zu bewältigen.

Und trotz des aktuellen Überangebots sollen zusätzliche 800 Tonnen Kuhhälften aus dem Ausland importiert werden. Das hat die Branchenorganisation Proviande so entschieden.

«Ich habe Verständnis, wenn die Bauern unzufrieden sind»

Damit dürfte der Fleischpreis weiter unter Druck kommen. Zum Ärger der hiesigen Bauern. Proviande-Verwaltungsratspräsident Markus Zemp räumt ein: «Die Situation für die Landwirtschaft ist derzeit wirklich schlimm. Ich habe Verständnis heute, wenn die Bauern unzufrieden sind.»

Der Import-Entscheid sei aber bereits Ende Juli gefallen, betont er. Damals sei das jetzige Überangebot noch nicht absehbar gewesen. Niemand habe ahnen können, dass sich die Lage auf dem Fleischmarkt in so kurzer Zeit derart verändern würde.

«Die Situation hat sich wirklich überschlagen»

Auch nicht die Produzenten, also die Bauern, die im Proviande-Verwaltungsrat ja auch vertreten seien. «Die Situation hat sich wirklich überschlagen. Und aus heutiger Sicht würde man natürlich nicht mehr diese 800 Tonnen freigeben. Aber im Nachhinein ist man immer klüger», sagt Zemp.

Ein schwacher Trost für die Bauern. Statt acht Franken pro Kilo Schlachtgewicht erhalten sie teils bloss noch sieben Franken. Der Proviande-Präsident entgegnet: «Wir sind aber mit sieben Franken immer noch viel höher als wir 2003 im Trockensommer waren. Damals war der Preis bei 5,60 Franken.»

Preise werden im Herbst wieder steigen

Schon in wenigen Wochen dürfte der Preis ohnehin wieder steigen. Denn das Angebot an Schlachtkühen ist in der Schweiz generell zu klein. 2017 wurde rund ein Fünftel des hierzulande verzehrten Kuhfleischs importiert.

Nun, da die Kuhbestände wegen der Trockenheit weiter verringert werden, dürfte das Angebot im Herbst noch knapper werden. Und das Fleisch entsprechend teurer.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Thomet (UTW)
    Die Preise sind nochmals um 70 Rp. pro kg Schlachtgewicht gesunken. Innerhalb von 2 Wochen macht die Reduktion 1 Fr. aus. Bell hat angekündigt sich nicht an den Richtpreis zu halten und bezahlt 50 Rp. unter dem Richtpreis. Also bei 350 kg Schlachgewicht ist der Erlös bis 525 Franken tiefer als vor drei Wochen.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Tellerwäscher)
    Solange wir dutzende von Milliarden Franken für jedes noch so kleine Problemchen der Bauern haben, muss mir niemand damit kommen, dass wir uns nicht mehr Flüchtlinge leisten können. Dieser Subventionsirrsinn MUSS aufhören!!
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  • Kommentar von Ludwig Zeier (Louis)
    @Michel Sutter (Ich war bei einer Bauernfamilie.Ihre Arbeitsweise ist schützenswert.) Soso, eine Arbeit wo man sich selber, seine Familie und die ganze Umwelt vergiftet ist schützenswert. Wenn Sie es auch noch nicht bemerkt haben. Die Bauern sind schon längst die Sklaven der Agrarkonzerne. Leider wollen sie das mit Ausnahme der Biobauern nicht einsehen. Ein grosse Danke an alle Biobauern dass ihr noch mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie.
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