Zum Inhalt springen

Header

Video
Caroni: «Die Kommission hat einstimmig beschlossen, Michael Lauber in einer Woche anzuhören»
Aus News-Clip vom 13.05.2020.
abspielen
Inhalt

Affäre um Michael Lauber Gerichtskommission lädt Bundesanwalt zur Anhörung ein

  • Bundesanwalt Michael Lauber muss vor der Gerichtskommission zur Anhörung antreten, wie diese heute bekanntgab.
  • Diese Anhörung findet am kommenden Mittwoch, 20. Mai, statt.
  • Nach der Anhörung wird die Gerichtskommission entscheiden, ob sie definitiv ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet.

Die Gerichtskommission müsse sich streng an Fakten und Gesetz halten, um ein faires und rechtsstaatliches Verfahren zu garantieren, sagte Präsident und Ständerat Andrea Caroni (AR).

Lauber war im vergangenen Herbst vom Parlament im Amt bestätigt worden. Die Wiederwahl war heftig umstritten gewesen. Grund waren nicht dokumentierte Treffen mit Fifa-Chef Gianni Infantino zu einem Zeitpunkt, in dem die Bundesanwaltschaft verschiedene Verfahren gegen den Weltfussballverband führte. Die Gerichtskommission hatte sich damals gegen Laubers Wiederwahl ausgesprochen.

Aufsicht wirft Lauber Verfehlungen vor

Die Ausgangslage ist heute nicht mehr die Gleiche. Ein von der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) durchgeführtes Disziplinarverfahren ist inzwischen zu einem vernichtenden Urteil gekommen. In ihrem im März veröffentlichten Bericht wirft sie Lauber vor, verschiedene Amtspflichten verletzt zu haben.

Er habe mehrfach die Unwahrheit gesagt, illoyal gehandelt, den «Code of Conduct» der Bundesanwaltschaft verletzt und die Untersuchung der AB-BA behindert, so die Einschätzung der Aufsichtsbehörde. Zudem zeige sich der Bundesanwalt uneinsichtig, und er habe im Kern ein falsches Berufsverständnis. In der Summe seien dies erhebliche Pflichtverletzungen. Gegen die von der AB-BA ausgesprochene Lohnkürzung hat Lauber Beschwerde erhoben. Er bestreitet die Disziplinarverfügung auch inhaltlich.

Der Rückhalt bröckelte

Ende April verjährte nach jahrelangen schleppenden Ermittlungen der «Sommermärchen-Prozesses», eines der wichtigsten Verfahren im Fifa-Komplex. Das dürfte Lauber weiteren Rückhalt gekostet haben.

Bei seiner Wiederwahl hatten seine Fürsprecher nämlich argumentiert, dass nur mit Kontinuität an der Spitze der Bundesanwaltschaft Verjährungen verhindert werden könnten. Wegen der dubiosen Kontakte zu Fifa-Funktionären ist der oberste Schweizer Strafverfolger nun selber zur Hypothek für die Verfahren geworden.

Echo der Zeit, 13.05.2020, 19:00 Uhr;

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Nach allem was vorgefallen ist, wäre ein Rücktritt die anständigste Lösung. Ich glaube jedoch nicht, dass Herr Lauber das auch so sieht. Sicher wird uns der der Fall noch viel Geld kosten. Mein Vertrauen in unsere Justiz ist auf einem Tiefpunkt angelangt - ebenso wie dasjenige an unsere Parlamentarier beschädigt worden ist .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Suter  (Sut)
    Haben Sie Verbarmen mit Herr Lauber. Die Verjährung war von Anfang an geplant und auch so eingefädelt. Herr Lauber wird geopfert und von der Presse gebraten. Wieviel Geld bei dieser Aktion mit im Spiel war, werden wir wohl nie erfahren.
    Eigentlich müssen wir Herr Lauber dankbar sein, er hat ein Schweizer Problem mit der FIFA elegant gelöst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Dieser Fall zieht sich enorm in die Länge und kostet die SteuerzahlerInnen viel Geld! Entweder der Angeklagte ist effektiv einer unredlichen Tat schuldig, oder er ist es nicht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen