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Aggressive Patienten Gewalt gegen Spitalpersonal nimmt zu

Vor allem auf Notfallstationen kommt es zu Aggressionen – manchmal sogar mit Messer oder einer Pistole.

Legende: Video Immer mehr Gewalt gegen Spitalpersonal abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.03.2019.

530 Fälle sind es allein im Universitätsspital Genf. So viele Fälle von Gewalt gegen Mitarbeiter wurden 2018 registriert – ein neuer Höchststand. 2017 waren es noch 400 Fälle. «Wir mussten mehr Sicherheitspersonal einstellen», erklärt Anne-Laure Roudaut, Mediensprecherin des Unispitals Genf gegenüber SRF.

Ein Grund für die Zunahme ist laut Anne-Laure Roudaut, dass das Personal sensibilisierter ist, um solche Vorfälle tatsächlich zu melden, «seit Ende 2016 sind die Mitarbeiter dazu angehalten, gewalttätige Angriffe durch Patienten zu melden.»

Es kommt auch vor, dass Patienten Spitalpersonal mit Messer oder einer Pistole bedrohen, wie dieses Bild von konfiszierten Waffen aus dem Universitätsspital Genf von 2016 zeigt.

Bild von Waffen
Legende: Waffen gegen Spitalpersonal Konfiszierte Waffen, mit denen Mitarbeiter des Genfer Unispitals bedroht wurden. Universitätsspital Genf

Sicherheitsdienst muss pro Jahr 700 Mal eingreifen

Im Universitätsspital Zürich hat die Zahl der Angriffe auf Ärzte und Pflegepersonen in den letzten Jahren stets zugenommen und verharrt nun auf hohem Niveau. «Am Universitätsspital werden jährlich rund 700 Mal Mitarbeitende des Sicherheitsdienstes aufgeboten wegen Angriffen von Patienten. Die Form der Übergriffe ist dabei sehr verschieden und reicht von der Drohung bis zu tätlichen Angriffen», so Claudio Jörg, Kommunikationsbeauftragter des Universitätsspitals Zürich.

Oft betroffen sind die Notfallstation und das Zentrum für Schlaganfälle. «Die drohenden Personen befinden sich in der Regel in einer Ausnahmesituation. Sie stehen häufig unter dem Einfluss von Alkohol, Betäubungsmitteln oder Medikamenten oder leiden an einer Hirnverletzung», erklärt Claudio Jörg. Laut ihm verhalten sich auch Angehörige manchmal bedrohlich, wenn sie beispielsweise das Gefühl haben, die Behandlung lasse zu lange auf sich warten.

Auch im Notfallzentrum des Stadtspitals Triemli Zürich hat die Zahl der Übergriffe auf Ärzte und Pflegepersonen einen neuen Höchststand erreicht. Waren es 2015 noch 40 Fälle, sind es 2018 bereits 90. Myriam Flühmann, Mediensprecherin des Spitals: «Neben stark alkoholisierten Personen, die aggressiv sind, gibt es auch immer wieder Patienten, die dement sind und nicht wissen, warum sie auf der Notaufnahme sind. Sie setzen sich dann zur Wehr.» Einer der Hauptgründe, warum die Anzahl Fälle zugenommen hat, ist laut Flühmann die Sensibilisierung des Personals.

Übergriffe nehmen auch im Inselspital markant zu

Dieselbe Entwicklung zeigt sich im Notfallzentrum am Inselspital Bern. Seit 2016 nimmt die Zahl der Patienten mit aggressivem Verhalten markant zu, wie Radio Energy berichtete. Monika Kugemann, Mediensprecherin des Inselspitals, bestätigt diese Entwicklung: «Zum Schutz der Mitarbeitenden, anderer Patienten und der Angehörigen hat man deswegen im letzten Jahr 1200 Mal den hauseigenen Sicherheitsdienst aufgeboten.»

Damit alle Mitarbeitenden des Inselspitals wissen, wie man sich gegen verbale und körperliche Übergriffe wehren und diese vorbeugen kann, werden regelmässige Schulungen angeboten.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Francine Riesen (Francine)
    Als meiner Tochter um 9.00 Uhr eine Blinddarmentzündung diagnostiziert wurde, war ich froh um einen OP-Termin um 12.00 Uhr. Sie krümmte sich vor Schmerzen, es war ein dringender Notfall. Als dann der Termin jede Stunde verschoben wurde, der Blinddarm platzte, meine Tochter Fieber machte und immer matter wurde, war ich mehr als verzweifelt. Als sie endlich um 21.00 Uhr operiert wurde, war auch ich alles andere als gelassen. Es sind nicht immer Drogen im Spiel, sondern schlicht pure Verzweiflung!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das ist verständlich. Aber ich denke nicht, dass man Ihre Tochter extra warten liess, insbesondere das Personal der Notfallstation hat keinen Einfluss auf solche Entscheidungen. Und ganz wichtig: geht es schneller, wenn man in dieser Situation das Pflegepersonal mit einem Messer bedroht?
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    2. Antwort von Jeanôt Cohen (Jeanot)
      Ja, das kann es geben, wenn zum Beispiel Opfer eines Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt sind, also Notoperation, dann müsse die andere warten. Komplikationen während den Operation, und schon verzögerte sich alles. Das so was für ihre Tochter und für ihnen mühsam ist, ist Tatsache! Aber soll der andere Mensch sterben? Weil es gerade unangenehm ist für ihnen?! Ihre Tochter war ganz sicher über wacht, die wissen was sie tun, und warum es notwendig ist so zu entscheiden.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ich lag am Notfall über 3Std. ohne, dass mich jemand gefragt hätte, warum. Ich war ein echter Notfall, hatte nicht die Kraft, irgendetwas zu machen. Mein Mann war bei mir. Dann mussten wir mit ansehen/-hören, dass Assiärztinnen mit Kaffee in den Händen gemütlich herumerzählen, dass Leute, die auf eigenen Beinen kamen, Vorrang vor mir haben (ich wurde mit dem Rollstuhl geliefert). Dann stand ich auf und habe die Klappe mit letzten Kräften gross aufgemacht. Ist das die berichtete Gewalt (verbal)?
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    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Nein, ist nicht "die berichtete Gewalt". Ist die Einsicht in die Kehrseite eines weltweit an der Spitze agierenden Gesundheitssystems. Ich den Stunden die ich auf dem Notfall ausgesessen habe half mir diese Gewissheit: Ich lebe in einem Land mit einem hohem Berufethos. Ich kann darauf verlassen, dass die Leute ihree Arbeit so gut wie möglich machen. Und: Die horrenden Einsatzzeiten der Assistenzärzte sind bekannt. Lieber eine Kaffeepause als eine Fehldiagnose aus Erschöpfung.
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    2. Antwort von Jeanôt Cohen (Jeanot)
      3 std sind schnell vorbei auf einer Notfall. Das niemanden zu euch gekommen ist oder nachgefragt ist worden, während 3 std, glaube ich ihnen nicht. Und es gab immer hin noch die letzte kraft. Wahrscheinlich hat es neben ihnen noch Notfällen gegeben die gar nichts mehr konnte sagen oder tun. Ich vermute das sie zu dehne Patienten gehören die gerne dramatisierte und vergessen das es noch andere Patienten gibt, diedie sich in Lebensgefahr befinden.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Ich habe aber nirgends gehört, dass der Drogenkonsum markant zugenommen hätte. Die Demenz als Grund anzugeben ist irgendwie auch befremdend. Ich habe langasam aber sicher ein komisches Gefühl mit der heutigen Berichterstattung. Es kommt mir so vor, als wolle man vielmehr das System als die Leute schützen. Nie wird das System in Frage gestellt, das ungebremste Wirtschaftswachstum und deren Folgen schon gar nicht. Es bewtrifft alle Sektoren der Gesellschaft, es können nicht nur die Drogen sein!
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    1. Antwort von Junior Cruz (Junior Cruz)
      So ein Kommentar muss man zuerst verdauen! In der Schweiz ist es sehr einfach an Drogen zu gelangen seien es legale, aber auch illegale! Alleine 200'000 Alkoholiker! Jetzt dürfen Sie hochrechnen wie es mit den andren Substanzen aussieht, inkl. Tablettensucht, Kokain, Heroin, Synthetische Drogen. Und nicht zu unterschätzen, die Kifferei! Ja es nimmt zu! Das da einige nicht so friedlich drauf sind kann sich jeder selber Vorstellen. Nicht jeder im Vollrauch empfindet Peace & Blüemli.
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