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Wegen Tomatenvirus wird rigoros durchgegriffen
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 05.08.2021.
abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
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Aggressive Pflanzenkrankheit Tomatenvirus ist in der Schweiz angekommen

Auf einem Betrieb im Kanton Thurgau wurde das sogenannte «Jordanvirus» festgestellt. Es kann grossen Schaden anrichten.

Tomaten mit gelben Flecken und mosaikartige Verfärbungen der Blätter können Anzeichen sein, dass die Pflanze vom Virus befallen ist. «Die Pflanzen gehen ein und produzieren unverkäufliche Früchte», erklärt Florian Sandrini Leiter des Thurgauer Pflanzenschutzdienstes. Bis zu 100 Prozent Ernteausfall sei möglich.

Legende: Aufgewölbte Blätter als Folge der Virusinfektion in einem der betroffenen Betriebe 2018 in Deutschland. Heike Scholz-Döbelin/Landwirtschaftskammer NRW

Wahrscheinlich sei das Virus durch junge Tomatenpflanzen, die bereits befallen waren, in die Schweiz eingeschleppt worden, vermutet Sandrini. Im Herbst 2014 ist das Virus erstmals aufgetreten, und zwar in Israel – daher auch der Name «Jordanvirus».

Legende: Gelbe Flecken an den Früchten können auf eine Infektion mit dem «Jordanvirus» hindeuten. Hier eine Aufnahme aus Deutschland aus dem Jahr 2018. Heike Scholz-Döbelin/Landwirtschaftskammer NRW

2018 wurde das Virus zum ersten Mal in Europa nachgewiesen. In Deutschland kam es zu Ausbrüchen. Ein Jahr später meldete Italien Ausbrüche in mehreren Plantagen. Nun ist das «Tomato brown rugose fruit virus», wie es von Fachleuten genannt wird, erstmals in der Schweiz nachgewiesen worden.

Eindämmungsmassnahmen ergriffen

Befallene Pflanzen geben die Viren sehr leicht weiter. Gelangt Pflanzensaft auf die Hände oder das Arbeitswerkzeug, können die Erreger von Pflanze zu Pflanze weitergegeben werden.

Die Krankheit ist melde- und bekämpfungspflichtig. Sprich: Die landwirtschaftlichen Behörden müssen informiert werden. Auf dem betroffenen Hof im Thurgau seien die befallenen Pflanzen und solche in der näheren Umgebung verbrannt worden. «Es geht darum auszuschliessen, dass sich das Virus verbreitet», erklärt Florian Sandrini.

Legende: Früchte, die nicht reifen in einer Plantage in Deutschland: Die mittlere Reihe zeigt Virusbefall, die rechte ist ohne Symptome. Heike Scholz-Döbelin/Landwirtschaftskammer NRW

Da das «Jordanvirus» unter den Pflanzenkrankheiten als besonders aggressiv gilt, ist beim aktuellen Fall auch der Bund involviert. Dank Überwachungsmassnahmen und der Meldepflicht, sei es im Kanton Thurgau möglich gewesen, sofort zu handeln, heisst es beim Bundesamt für Landwirtschaft.

«Mit dieser Sensibilität sind die Chancen gut, das Virus zu tilgen», schreibt das Bundesamt auf Anfrage. Bisher seien keine weiteren Verdachtsfälle bekannt. Das Virus befällt in erster Linie Paprika- und Tomatenpflanzen. Eine Übertragung auf den Menschen oder auch auf Tiere sei ausgeschlossen, heisst es beim Bund weiter.  

Regionaljournal Ostschweiz, 05.08.2021, 06:32 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Uwe Frings  (Baggi)
    Pfizer& co haben sicher schon einen Impfstoff für die Tomaten!
  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    Speziell doch bei den importierten Pflanzen wäre doch eine Quarantäne und gesundheitliche Untersuchung möglich.
    NewSeeland oder Australien kann man da als Vorbild nehmen ...
  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Zynismus in allen Ehren, aber trügt mich mein Gefühl, oder sind die Viren gerade besonders aggressiv, sei es im Pflanzen-, Tier-, oder Menschenreich? Eine Frage der Zeit bis sich das Ebolavirus eine andere Verbreitungsart sucht bzw. findet und dann … gnade uns …
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Nicht mehr als sonst. Je dichter die Population und je einseitiger, desto schneller können sich Viren ausbreiten. Betrachtet man dann noch die Mobilität von Menschen wie auch Pflanzen, werden ja durch die ganze Welt geflogen/verschiff, hat man eben das, was man heute sieht.