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Millionenschlacht: Die Kampagnen zu den Agrarinitiativen
Aus Rundschau vom 05.05.2021.
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Agrarinitiativen Die Millionenschlacht um die Zukunft der Landwirtschaft

Es zeichnet sich ein heftiger Abstimmungskampf ab: Beide Seiten kämpfen mit millionenschweren Kriegskassen.

«Ich denke, dass dies die grösste Kampagne in der 125-jährigen Geschichte des Schweizer Bauernverbandes ist», sagt Urs Schneider. Er muss es wissen: Der Vizedirektor koordiniert die grosse 2x-NEIN-Kampagne gegen die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative. «Wir investieren einen namhaften Betrag, der der Bedeutung der Abstimmung gerecht wird», so Schneider. Die Zahlen will er gegenüber der «Rundschau» aber nicht nennen.

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Schneider: «Grösste Kampagne in Geschichte des Bauernverbandes»
Aus News-Clip vom 04.05.2021.
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Obstbauern: Geld-Spritze von Economiesuisse

Neben dem Bauernverband führen die Obst- und Gemüsebauern eine eigene Kampagne. Grosszügig mitfinanziert von der Wirtschaft, wie ein internes Protokoll des Bauernverbandes zeigt. Darin steht, Economiesuisse habe «wesentliche Mittel» zugesichert. «Die Rede war von 1 bis 2 Millionen Franken», so das Protokoll weiter.

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Bauer Messerli: «Gibt Leute, die sehen Gefahr in den Initiativen»
Aus News-Clip vom 04.05.2021.
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Economiesuisse schreibt der «Rundschau», das Engagement bewege sich «in einem deutlich kleineren Rahmen». Konkrete Zahlen will der Verband aber nicht nennen. Weil es keinerlei offizielle Zahlen gibt, ist das Budget der verschiedenen Kampagnen gegen die zwei Initiativen nur sehr schwer abzuschätzen. Gemäss einer groben Hochrechnung der «Rundschau» haben die Gegnerinnen und Gegner aber insgesamt über 6 Millionen Franken in der Kriegskasse.

Franziska Herren hat 1.5 Millionen zur Verfügung

«Die Gegenkampagne ist wie ein heftiger Orkan. Wir spüren die Macht der Landwirtschaftslobby», sagt Franziska Herren von der Trinkwasserinitiative. Sie nennt der «Rundschau» erstmals, wie gross ihr Budget ist: «Wir stehen jetzt bei 1.5 Millionen Franken», so Herren. Die Pestizid-Initiative hat gemäss eigenen Angaben ebenfalls rund eine Million Franken gesammelt. Doch die beiden Initiativkomitees kämpfen nicht alleine.

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Herren: «Kampagne nicht vergleichbar mit Bauernverband-Kampagne»
Aus News-Clip vom 04.05.2021.
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Millionen-Unterstützung von den Umweltverbänden

Beide Initiativen profitieren von der Kampagnenmaschinerie und den Kriegskassen der Umweltverbände. Die grossen Umweltverbände wie WWF, Pro Natura und Greenpeace führen die 2-Mal-JA-Kampagne. Das Budget gemäss eigenen Angaben: 0.8 Millionen Franken.

Zudem führen die Verbände seit letztem Sommer die 1.4 Millionen schwere und pestizidkritische Kampagne «Agrarlobby stoppen». Diese Kampagne zielte gemäss den Umweltverbänden zwar auf die Ausrichtung der neuen Landwirtschaftspolitik ap22+. Sie dürfte mit ihrer pestizidkritischen Ausrichtung aber auch den beiden Initiativen genützt haben. Gemäss Schätzung der «Rundschau» haben die Befürworterinnen und Befürworter so alles in allem rund fünf Millionen Franken zur Verfügung

Die gute Organisation als Trumpf der Bauern

Beide Seiten kündigen einen heftigen Abstimmungskampf bis am 13. Juni an: «Frau Herren hat die Umweltverbände auf ihrer Seite. Wir gehen davon aus, dass die Gegner mit einer massiven Kampagne für ein Ja werben werden», sagt Urs Schneider vom Bauernverband zum Budget seiner Gegner.

Rundschau, 05.05.2021, 20:05 Uhr

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171 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Frau Herren ist eine mutige Frau, Hut ab.
    Soviel ich verstehe ginge bei der Annahme der Trinkwasser/Pestizid Initiativen kein einziger Subventionsfranken verloren. Die Allozierung würde aber anders stattfinden. Für die Umsetzung sind mehrere Jahre vorgesehen. Ich finde diese Konstellation akzeptierbar, wenn daraus nachhaltig eine bessere Wasserqualität resultiert. Resultate können auch erst in 10, 20 Jahren sichtbar werden, sofern bis dahin unser W. nicht weiter vergiftet oder "belastet" wird.
  • Kommentar von Fritz Läng  (Kater)
    Die beiden Initiativen sind extrem. Die Agrarvertreter werden so viel Geld in die Bekämpfung investieren, dass sie abgelehnt werden. Ich stimme zweimal ja, weil ich eine erdrutschähnliche Ablehnung verhindern möchte. Das hiesse für die Bauern: 'Weiter wie bisher.' Unsere aktuelle Landwirtschaftspolitik gefällt mir aber nicht. Ich habe den Eindruck, dass mit den Milliarden, die in die Landwirtschaft gepumpt werden, mehr für die Umwelt getan werden sollte.
    1. Antwort von Ursula Schmid  (Biobäuerin)
      Sie sehen es richtig, die Initiativen sind extrem, zu extrem. Egal wie die Abstimmung ausgeht, die Landwirtschaft verändert sich laufend und es sind neue Begehren aufgegleist. Für uns Bäuerinnen und Bauern ist eine gesunde Umwelt genauso zentral wie für sie. Bis Veränderungen in der Natur spürbar sind, braucht es etwas Zeit. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und bekommen diese, wenn auch nicht immer fair, heftig zu spüren. Wir sind auf das Vertrauen von euch Konsumenten angewiesen.
  • Kommentar von Walter Strupler  (w.strupler)
    mir fehlt der Glaube der Konsument geht ennet der Grenze einkaufen