Zum Inhalt springen

Header

Audio
Freispruch für Klimabewegung
Aus Echo der Zeit vom 13.01.2020.
abspielen. Laufzeit 03:23 Minuten.
Inhalt

Aktion gegen die CS Zwölf Klimaaktivisten freigesprochen

  • Zwölf Klimaaktivisten haben ihren Gerichtsprozess wegen einer Aktion in den Räumlichkeiten der Grossbank Credit Suisse in Lausanne gewonnen.
  • Das Bezirksgericht in Renens (VD) sprach sie frei.
  • Die Aktion sei rechtmässig gewesen, da nur von kurzer Dauer und gewaltfrei, begründete das Gericht den Freispruch.

Der Gerichtspräsident und einzige Richter Philippe Colelough kam zum Schluss, dass die zwölf Mitglieder der Bewegung «Lausanne Action Climat» (LAC) aus Gründen eines «rechtfertigenden Notstandes» gehandelt hätten. Er befand, dass das Vorgehen der Aktivisten angesichts der Klimakatastrophe «notwendig und angemessen» gewesen sei.

Ihre Aktion sei der «einzige wirksame Weg gewesen, um die Bank zu einer Reaktion zu bewegen, und der einzige Weg, um die notwendige Aufmerksamkeit von den Medien und der Öffentlichkeit zu erhalten», begründete der Gerichtspräsident sein Urteil weiter.

Vorwurf der «Heuchelei»

Der Prozess war der erste in dieser Grössenordnung in der Schweiz seit Beginn der Mobilisierung für das Klima. Die Aktivisten im Alter zwischen 21 und 34 Jahren hatten am 22. November 2018 während eineinhalb Stunden eine Filiale der CS in Lausanne besetzt.

Als Tennisspieler verkleidet prangerten sie die «Heuchelei einer Bank an, die sich in ihren Kampagnen des positiven Ansehens von Roger Federer bedient und gleichzeitig eine umweltschädliche Investitionspolitik verfolgt». Die CS erstattete Anzeige.

Strafbefehle angefochten

Im Frühjahr 2019 wurden die Protestierenden wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Anordnungen der Polizei zu bedingten Geldstrafen von je 30 Tagessätzen bei zwei Jahren Bewährung und zu einer Geldstrafe von je 400 bis 600 Franken – umwandelbar in 13 bis 20 Tage Haft – verurteilt.

Zusammen mit den Gerichtskosten hätte sich die Rechnung für die Aktivisten auf insgesamt 21'600 Franken belaufen. Diese Strafen wollten sie aber nicht akzeptieren. Sie fochten die Strafbefehle vor dem Bezirkgericht an.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

64 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Das ist ein Skandal. Dieser Richter gehört per sofort abgesetzt! Ich werde meine politischen Beziehung einsetzen, um gegen diesen parteiischen Rechtsbrecher vorzugehen. Das ist ein Tritt in den Hintern von jedem Rechtsstaat.
    1. Antwort von Urs Stotz  (Urs Stotz)
      Danke Herr Frill, dass bei dieser gesteuerten Klima-Hysterie Rechtsbruch mit Rechtsverdrehung durch Richter gestützt wird, lässt einem am Rechtsstaat zweifeln und scheinbar am Verstand einer Mehrheit in den Kommentaren, die das befürworten.
  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Gut. Auf nach Bern. Wir haben noch ganz andere Notstände: Ausbeutungsnotstand, Sozialnotstand, Wachstumsnotstand, Schadstoffnotstand... Besetzen wir also alle Bundesstellen, alle Produktions- und Dienstleistungsfirmen nach freier Wahl? - Dieses Urteil ist ein Skandal, es legitimiert letztlich bürgerkriegsähnliche Zustande. Spinnt's eigentlich?
  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Politisch, rein politisch motivierte Urteile, künden von einem Sittenzerfall des Rechtsstaates. - Vielleicht sollte man dieses Urteil deswegen weiterziehen.
    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Da driftet unser hochgelobter Rechtstaat aber ganz gehörig ab. Richter haben nicht den Auftrag Klimapolitik zu betreiben sondern geltendes Recht anzuwenden