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Aktion für mehr Frauen im Nidwaldner Parlament
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 03.11.2021.
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Aktion «Helvetia ruft» In Nidwalden sollen mehr Frauen ins Parlament

Im Nidwaldner Landrat sitzen nur wenig Frauen – das wollen Politikerinnen aller Parteien bei den nächsten Wahlen ändern.

In Nidwalden ist es mit der Ruhe vorbei, das zeigte sich bereits am 14. Juni. «Ai zwischä See und hechä Bärgä muäss öppis gändered wärde», hiess es auf einem grossen Transparent, das Demonstrantinnen im Hauptort Stans anbrachten. Etwas müsse passieren im Kanton, fanden sie, 30 Jahre nach dem ersten nationalen Frauenstreiktag und 40 Jahre nach der Annahme des Gleichstellungsartikels.

Jetzt, knapp vier Monaten vor den kantonalen Wahlen, passiert etwas: Die Nidwaldner Frauen setzen an zu mehr Einflussnahme im Parlament, dem 60-köpfigen Landrat.

Frauenanteil ist tiefer als im nationalen Schnitt

Denn dort sind sie heute stark untervetreten: Mit 15 Landrätinnen kommt das Nidwaldner Parlament gerade mal auf einen Frauenanteil von 25 Prozent.

Der Nidwaldner Landrat tagt im Theatersaal der Kollegiums in Stans.
Legende: Wegen der Covid-Pandemie tagt der Nidwaldner Landrat im Theatersaal der kantonalen Mittelschule in Stans – Frauen sind in diese Gremium schlecht vertreten. Keystone

Das ist zwar mehr als das nationale Schlusslicht Schwyz mit 10 Prozent, aber deutlich unter dem schweizweiten Durchschnitt von gut 30 Prozent – und meilenweit entfernt von Neuenburg, wo die Frauen seit den Wahlen vom April mit 58 Prozent gar eine Mehrheit im Kantonsparlament stellen.

Frauen aus allen Nidwaldner Parteien haben sich darum nun zusammengetan, um bei den Wahlen vom März möglichst viele Parlamentarierinnen in den Landrat zu bringen. Unterstützt werden sie dabei von «Helvetia ruft!», einer überparteilichen Bewegung, die bereits in anderen Kantonen vor Wahlen aktiv war. «Das grosse Ziel ist es, einen Frauenanteil von 50 Prozent zu erreichen», sagt Susi Ettlin, die für die SP im Landrat sitzt. «Das werden wir nicht auf einmal schaffen, aber daran wollen wir arbeiten.»

Das grosse Ziel ist ein Frauenanteil von 50 Prozent im Nidwaldner Parlament.
Autor: Susi Ettlin, SP-Landrätin

Geschehen soll das mit guten Listenplätzen für Frauen und mit einem Coaching für Kandidatinnen, etwa in Auftrittskompetenz, im Umgang mit Medienanfragen oder mit Social Media. Und vor allem sollen Frauen gezielt ermuntert werden, in die Politik einzusteigen.

Denn hier liegt heute die Schwierigkeit, sagt Regina Durrer von der Mitte-Partei: «Das ist ein Problem für unsere Leute, die Kandidatinnen und Kandiaten suchen und ansprechen – es ist schwierig, Frauen zu finden, die in einen Wahlkampf steigen wollen.»

Der Ball liegt bei den Parteien

Woran das liegt, ist nicht einfach zu beantworten. Natürlich ist Nidwalden ein ländlich geprägter, eher konservativer Kanton – doch gleichzeitig hat er sich längst zu einem Dienstleistungskanton gewandelt, der mit einer offensiven Tiefsteuerstrategie um internationale Unternehmen buhlt und mit den Pilatus Flugzeugwerken ein High-Tech-Industriestandort ist.

Agnes Schubert, Projektmitarbeiterin von «Helvetia ruft», will den tiefen Frauenanteil im Nidwaldner Parlament denn auch nicht einfach mit Konservativismus erklären. «Entscheidend ist, wie die Parteien auf Frauen zugehen», sagt sie. «Wenn sie nicht aktiv nach Kandidatinnen suchen und an ihnen dranbleiben, passiert einfach wenig.»

«Frauen überlegen sich das alles dreimal»

Das glaubt auch Denise Weger, Co-Präsidentin der Grünliberalen. Würden Frauen für eine Kandidatur angefragt, überlegten sie sich immer genau, was diese neue Aufgabe für Ansprüche mit sich bringe, sagt sie. «Sie überlegen sich darum dreimal, ob sie zusagen sollen – während Männer häufig einfach einverstanden sind.»

Die Kampagne, die die Nidwaldner Politikerinnen zusammen mit «Helvetia ruft» starten, soll das in den kommenden Monaten ändern. Und SVP-Kandidatin Angela Christen ist zuversichtlich, dass das klappt – auch in ihrer Partei, die heute nur mit Männern im Landrat vertreten ist. «Ich bin sicher: Wenn ich gewählt werde, werde ich nicht die einzige Frau in meiner Fraktion sein», sagt sie.

Regionaljournal Zentralschweiz, 03.11.2021, 17:30 Uhr;

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