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Aktionsplan gegen Extremismus So engagieren sich Schweizer Städte gegen Radikalisierung

Was tun, wenn man im Alltag mit radikalisierten Personen konfrontiert ist? In den Städten gibt es neue Anlaufstellen.

Zürich.
Legende: Keystone

Zürich

Die Fachstelle für Gewaltprävention der Stadt Zürich ist erste Anlaufstelle für Volksschulen, Vereine, Jugendarbeit und die Bevölkerung. Sie hat zahlreiche Programme und Leitfäden entwickelt, die im Rahmen eines regelmässig einberufenen Runden Tischs mit Vertretern verschiedenster Abteilungen entstehen. So ist gewährleistet, dass die richtigen Themen identifiziert und die Programme breit abgestützt sind. Beispielsweise erarbeitete die Fachstelle mit dem Schweizer Zentrum für Gewaltfragen das «Radicalization-Profiling» (Ra-Prof), welches ermöglicht, dass Radikalisierungstendenzen jeglicher Couleur frühzeitig erkannt werden und darauf reagiert werden kann. Daraus ist auch ein Leitfaden für Schulen entstanden, welchen die Stadt Zürich anderen Städten zur Verfügung stellt. Durch das Teilen von Best Practices und Erfahrungen arbeiten bereits einige Schweizer Städte mit Ra-Prof oder nutzen den Leitfaden der Stadt Zürich.

Winterthur.
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Winterthur

Winterthur verfügt seit Oktober 2016 über eine eigene Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention. Die Stelle arbeitet mit anderen städtischen Institutionen zur Erkennung von Trends im Bereich Extremismus und Gewalt zusammen, tauscht sich mit ihnen fachlich aus und initiiert Projekte. Ein grosser Tätigkeitsbereich ist die Beratung. Zudem beschäftigt sich die Fachstelle mit Wissensvermittlung und Vernetzungsarbeit. In der Beratung geht Winterthur auch digitale Wege: so zum Beispiel mit der Jugend-App, in welcher sich Jugendliche anonym fachliche Hilfe zu Radikalisierungsfragen holen können. Winterthur hat ebenfalls einen Leitfaden für Schulen zu Radikalismus entwickelt: «Vorgehen bei Radikalisierungen im schulischen Umfeld».

Bern.
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Bern

Die Fachstelle Radikalisierung der Stadt Bern bietet verschiedene Leitfäden an, beispielsweise das Informationsblatt «Radikalisierung – Vorgehen an Schulen bei Verdacht auf Radikalisierung», welches im August den Medien vorgestellt wurde. Die Fachstelle ist beim Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz angesiedelt und bietet Beratung für Angehörige, Freunde, Eltern oder Lehrer von potenziell radikalisierten Personen an. Dabei wird stets von verschiedenen Formen von Radikalisierung ausgegangen – diese kann von politischen oder religiösen Gruppierungen über Sekten bis zu Links- oder Rechtsextremismus, sowie Hooliganismus geprägt sein. Die Fachstelle Radikalisierung der Stadt Bern ist national und international vernetzt. So ist Bern beispielsweise seit diesem Jahr Mitglied im «Strong Cities Network», einem globalen Netzwerk von Politikern und Verwaltungsangestellten auf kommunaler Ebene. Dieses Netzwerk befasst sich unter anderem mit Radikalisierungsproblematiken und fördert einen globalen Austausch sowie eine weltweite Wissensvermittlung.

Biel.
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Biel-Bienne

Seit August dieses Jahres verfügt die Stadt Biel über eine Ansprechstelle für Extremismus- und Gewaltprävention. Es werden Meldungen zu potenziellen Fällen von Gewalt und Radikalisierung entgegengenommen. Die Ansprechstelle berät Privatpersonen und Verwaltungsstellen direkt oder vernetzt sie mit den zuständigen Stellen, wie beispielsweise mit der Polizei, Frauenhäusern, der Opferhilfe etc. betreffend andere Themen der Gewaltprävention. Zielgruppe des Beratungsangebots sind Angehörige von Personen, welche am Anfang einer Radikalisierung stehen, von denen aber noch keine akute Gefahr ausgeht. Ebenso werden öffentliche Stellen und dort tätige Fachpersonen beraten.

Genf.
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Genf

Die Stadt Genf ist stark in ein Projekt des Kantons involviert, welches eine Hotline für die Bevölkerung, aber auch für Lehrpersonen und all jene, welche sich mit potenziell radikalisierten Personen konfrontiert fühlen, anbietet. Offeriert wird eine kostenlose professionelle und multidisziplinäre Beratung. Es geht dabei um alle Formen von Radikalisierungen, sei dies politisch oder religiös motiviert. Sowohl Schulen als auch Integrationsbüros und andere Stellen beteiligen sich am Projekt.

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