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Am 20. Dezember geht Mühleberg vom Netz
Aus HeuteMorgen vom 20.09.2019.
abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
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AKW Mühleberg Ende Jahr wird der Stecker definitiv gezogen

Das erste Schweizer Kernkraftwerk Mühleberg geht heute in drei Monaten vom Netz – doch was ist mit den anderen AKWs?

Heute in drei Monaten geht das erste Schweizer Kernkraftwerk Mühleberg vom Netz – nach 47 Jahren Laufzeit. Warum eigentlich? Und: Wie lange bleiben die anderen vier Atomkraftwerke noch am Netz?

Es war ein Paukenschlag als BKW-Chefin Suzanne Thoma vor sechs Jahren die Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg per Ende 2019 ankündigte. Dazu hätten wirtschaftliche Gründe geführt: «Tiefer Strompreis, wenig Aussicht, dass es sich schnell erholen wird und grössere Risiken bezüglich zusätzlicher technischer Auflagen», sagte Thoma damals.

Keinen Abschalttermin für andere AKWs

Konkret hiess das: zu hohe Nachrüstungskosten für die Sicherheit, denn nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 beschloss der Bundesrat nicht nur den Ausstieg aus der Atomenergie, alle fünf Schweizer Atomkraftwerke mussten daraufhin auch eine Sicherheitsüberprüfung durchführen. Das Resultat: Man hätte im Kernkraftwerk Mühleberg sehr viel Geld in die Nachrüstung investieren müssen. Deswegen der Entscheid, Ende Jahr den Stecker zu ziehen.

BKW-Chefin Suzanne Thoma
Legende: BKW-Chefin Suzanne Thoma kündigte vor sechs Jahren die Abschaltung von Mühleberg an. Keystone

Für die anderen vier Atomkraftwerke Beznau 1 und 2, Gösgen und Leibstadt gibt es keinen Abschalttermin; sie haben eine unbefristete Betriebsbewilligung – das heisst: Sie dürfen so lange am Netz bleiben, wie sie sicher sind und die regulatorischen Anforderungen erfüllen. So steht es im Energiegesetz.

Jährlich 400 Inspektionen

Die Sicherheit muss die Nuklearsicherheitsbehörde Ensi beurteilen; sie schreibt dazu: «Das Ensi kontrolliert die Kernanlagen inklusive deren Organisation und Betrieb durch jährlich über 400 Inspektionen vor Ort. Es prüft die Berichterstattung der Betreiber und führt regelmässige Aufsichtsgespräche durch.»

Dazu kommt die periodische Sicherheitsüberprüfung, die alle zehn Jahre fällig wird. Fazit: Das AKW Mühleberg wird Ende Jahr stillgelegt – wann die restlichen vier in der Schweiz vom Netz gehen, ist noch nicht klar definiert. Hingegen ist klar, dass in der Schweiz keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden.

Sendebezug: HeuteMorgen, 20.9.2019

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56 Kommentare

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  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    In diesem Jahr sind weltweit gemäss IAEA vier alte AKW vom Netz genommen worden und gerade mal der Bau eines einzigen neuen AKW gestartet worden.
    Verglichen mit den alternativen Stromerzeugungsoptionen wie Wind und Solar sind neue AKW schlicht viel zu teuer.
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    1. Antwort von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
      Ja, wenn Sie die Entwicklung ignorieren, dann ist das folgerichtig.,Ich habe viele Jahre ganz in der Nähe eines KKW gewohnt, es gab nie irgendein Problem, stop, es gab mehrere Male dass Dübel aus der Wand geändert wurden, das wurde nämlich bereits als Störfall benotet. Wir koppeln uns von der weltweiten Entwicklung ab.
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    2. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Die Kernenergie hat ihren Entwicklungszenit etwa in den 1950er Jahren erreicht. Seit dem sind keine ernsthaft neuen Konzepte entwickelt worden.
      Z.B. der Flüssigsalz-Reaktor welcher in den 1950er Jahren für Flugzeuge entwickelt worden ist, wird heutzutage als Reaktorkonzept Generation IV neu verkauft.
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  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Im SRF-Beitrag wird leider das grösste Problem unserer Stromversorgung nicht erwähnt: Wir haben in den Wintermonaten trotz maximaler Ausnützung unserer Speicherseen zunehmend grossen Strommangel. Wir importieren im Winterhalbjahr schon seit Jahrzehnten viel Atomstrom aus Frankreich und in den vergangenen Jahren zunehmend Strom via Deutschland und Österreich. Wo dieser Strom ursprünglich erzeugt wurde, wissen wir nicht. Der billigste Strom kommt aus Kohlekraftwerken.
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    1. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      In der Schweiz wird kein neues Atomkraftwerk gebaut. Die Volksmehrheit hat das beschlossen und dieser Beschluss ist zu akzeptieren. Doch gleichzeitig wurde auch beschlossen, dass die Schweiz sich bei der Entwicklung neuer Kernkraftwerke weiterhin engagiert. Zudem hat das Bundesamt für Energie die Aufgabe, jährlich über die Versorgungslage der Schweiz zu orientieren. Von zentraler Bedeutung ist das kritische Winterhalbjahr. Zurzeit deckt Photovoltaik dann erst 1,75% Windkraft erst 0,3%.
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  • Kommentar von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
    Ohne Strom wird die Gesellschaft nicht leben können. Es wird immer mehr Menschen und Nachfrager nach "Maschinen" geben. Alternative Energien werden kaum in diesem Wachstumsschritt herkömmliche ersetzen können. Die Lösung kann nur sein, "Maschinen" herzustellen, welche für mindestens die gleiche bisherige Leistung bedeutend weniger Strom fressen. So wird der übergangsweise Schritt zu alternativen Energien abgefedert werden können.
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