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Falsche Adressverwalter haben es auf Schweizer KMU abgesehen
Aus Espresso vom 18.08.2021.
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Alte Masche – neue Aufmachung Falsche Adressverwalter haben es auf Schweizer KMU abgesehen

Ein «Elmach Printservice» gibt sich als Schweizer Adressverwalter Localsearch aus. Ziel: Geld von KMU abzuzocken.

Vor rund zwei Jahren warnte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vor Adressbuchschwindlern. Eine Firma kontaktiere die Opfer per Telefon oder E-Mail und bitte sie, ihren Eintrag zu verlängern oder zu aktualisieren.

Es seien dazu zahlreiche Beschwerden eingegangen, hiess es damals beim Seco. Nun scheint diese «Firma» wieder aktiv zu sein: Mehrere Schweizer KMU haben sich in den letzten Tagen und Wochen beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» gemeldet, weil sie ebendiese Aufforderung erhalten haben. Absender: Angeblich eine Daniela Godet vom Schweizer Adress-Dienstleister Localsearch.

Nur dem Anschein nach von Localsearch

Vieles deutet darauf hin, dass es sich um die gleichen Täter handelt: So sieht zwar das Formular, dass zur angeblichen Aktualisierung der Adressdaten zurückgefaxt werden muss, leicht anders aus. Auf der angegebenen Internetseite findet sich jedoch im Impressum wiederum der Hinweis auf einen «Elmach Printservice». Zudem machten die Adressbuchschwindler auch damals den Anschein, sie hätten etwas mit Localsearch zu tun.

Die angeschriebenen Unternehmen könnten irregeführt werden, indem eine Verwechslung mit localsearch.ch hervorgerufen wird.
Autor: Staatssekretariat für Wirtschaft

Seco sieht Verstoss gegen das UWG

Gegen den «Elmach Printservice» hatte das Seco 2018 Strafklage eingereicht wegen Widerhandlungen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Und auch jetzt sieht das Seco wieder einen UWG-Verstoss. «Zum einen deshalb, weil die angeschriebenen Unternehmen irregeführt werden könnten, indem eine Verwechslung mit […] localsearch.ch hervorgerufen wird.» Zudem werde implizit behauptet, dass bereits eine vertragliche Beziehung bestehe und es sich lediglich um eine Aktualisierung der Daten handle. «Wobei es tatsächlich um den Abschluss eines neuen, kostenpflichtigen Vertrags geht.»

Denn wer das Formular unterschrieben zurückschickt, schliesst ein Abo über 55 Franken pro Monat ab, welches mindestens zwei Jahre läuft. Insgesamt sind das mehr als 1300 Franken – für einen handgestrickten Eintrag in einem fragwürdigen Online-Verzeichnis.

«Espresso» hat über mehrere Kanäle versucht, mit den mutmasslichen Adressbuchschwindlern Kontakt aufzunehmen. E-Mails blieben unbeantwortet und unter den angegebenen Telefonnummern war niemand erreichbar.

Espresso, 18.08.21, 08:13 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    “ Gegen den «Elmach Printservice» hatte das Seco 2018 Strafklage eingereicht wegen Widerhandlungen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).”
    Also vor 3 Jahren wurde angezeigt. Was wurde daraus? Gerichtsurteil?
  • Kommentar von Mark Bähler  (Mäc McBäh)
    Man muss nur die Rechtschreibfehler in diesem Formular anschauen: Fünf Fehler auf drei Zeilen. Dann wird einem schnell klar, dass es sich um einen Betrug handelt. So einfach ist das. Doch gut, dass man einmal in die Schule gegangen ist.
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Ich verstehe nicht, warum immer noch Leute und Firmen auf diesen Quatsch reinfallen?
    1. Antwort von Dave Hartmann  (meinschwürkli)
      Ich gebe Ihnen zwar recht, finde aber, es darf trotzdem nicht sein, dass offensichtliche Gaunerei nicht auf einfache Weise strafrechtlich verfolgt werden kann. Auch dass man einfach am Laufmeter Firmenkonkurs anmelden und neue Firmen gründen kann und wieder Konkurs anmelden, öffnet Betrügern Tür und Tor. Als Privater kann man das nicht, im Gegenteil, da sieht man richtig alt aus.