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Weshalb Frauen auf die Pille verzichten
Aus 10 vor 10 vom 02.11.2017.
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Alternative Verhütungsmethoden Frauen greifen seltener zur Anti-Baby-Pille

Die Anti-Baby-Pille kann Nebenwirkungen haben. Frauen setzen darum neu auf die Zyklusvorhersage per App – mit Risiken.

Der kleine Computer ist immer griffbereit. Lara Zaugg muss jeden Morgen vor dem Aufstehen ihre Temperatur messen. Nicht etwa weil sie krank ist, sondern um herauszufinden, ob sie heute verhüten muss.

Zyklusberechnung per App

Seit vier Jahren verzichtet die 28-jährige Bloggerin auf Hormone und setzt stattdessen auf den Zykluscomputer samt App. Auf der App sieht man die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. So weiss sie, ob es an diesem Tag zusätzlichen Schutz braucht. Die App ist eine Alternative zur Pille, denn rund eine von zehn Frauen verträgt diese nicht.

Auch Lara Zaugg hatte Probleme mit der Pille: «Ich hab mich mit den Hormonen nicht wohlgefühlt.» Sie habe Kopfschmerzen, Bauchweh, Unwohlsein bis hin zu negativen Gedanken gehabt. «Ich konnte nicht zuordnen, woher das kommt.» Bis sie irgendwann einmal auf einen Artikel stiess in welchem stand, dass Hormone das auslösen können. «Ich habe dann sofort die Pille abgesetzt und geschaut, was sich verändert hat.»

Prognose mit Restrisiko

Die Frauenärztin Ruth Draths begrüsst die Diskussionen rund um eine hormonfreie Verhütung zwar. Sie glaubt aber nicht, dass der Zykluscomputer für jede Frau die richtige Verhütungsmethode ist.

Säulendiagramm zum Pillenabsatz.
Legende: Immer weniger Frauen setzen auf die Pille als Verhütungsmethode, wie diese Grafik zeigt. SRF

«Die Natur ist sehr komplex. Man versucht, den Eisprung im Voraus zu berechnen. Eine Voraussagbarkeit ist aber fehleranfällig», gibt die Gynäkologin zu bedenken.

Die Antibabypille ist zwar nach dem Kondom noch immer die am häufigsten verwendete Verhütungsmethode, doch die Tendenz ist abnehmend. In den letzten Jahren ist der Absatz von knapp 2 Millionen auf 1,5 Millionen Packungen gesunken. Das ist ein Rückgang von mehr 20 Prozent.

Unwissenheit über Nebenwirkungen

«Wichtig ist zu wissen, dass die Pille – oder allgemein hormonelle Verhütungsmethoden – Medikamente sind, die Nebenwirkungen haben können», erklärt Draths.

Genau über diese Nebenwirkungen schreibt Lara Zaugg in ihrem Blog. Auf diesem teilt sie jeden Monat mit 100'000 Abonnenten ihre Erfahrungen. Mehr als 120 Kommentare hat es auf den letzten Beitrag gegeben, die jüngste Leserin ist gerade mal 15 Jahre alt.

Die Frauen hätten in ihren Rückmeldungen teilweise geschrieben, dass sie froh über die Thematisierung seien, erklärt Zaugg. Denn sie hätten davon noch nie gehört.

Hormonfrei Verhüten ist unter Frauen ein Thema. Nicht alle setzen dabei auf den Computer, andere weichen auf Diaphragma, Kupferspirale, Ball, Kupferkette oder das Kondom aus. Die Skepsis der Pille gegenüber aber wird grösser, die Zahlen sind eindeutig, immer mehr Frauen entscheiden sich dagegen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Hubatka  (Michael Hubatka)
    Für unsere Wasserqualität ist dieser Trend sicherlich gut. Hormone werden vielerorts noch nicht rückstandslos aus dem Wasser entfernt. Der Einfluss auf die Umwelt ist zwar nicht fatal aber dennoch nicht zu leugnen.
  • Kommentar von Franziska Widmer  (FW)
    Schon seit Jahrzehnten gibt es die sehr empfehlenswerte symptothermale Methode nach Dr. Rötzer. Heute mit Computerberechnungen wohl noch einfacher anzuwenden.
    1. Antwort von Markus Vogel  (goldamsel)
      Wir haben diese anspruchsvolle Methode erfolgreich ohne Computer angewendet. Dazu gehört aber eine gute Beobachtungsgabe, ein unkompliziertes Verhältnis zum eigenen Körper und viel Selbstdisziplin. Nach der Kinderzeit scheint mir aber die Sterilisation von Mann oder Frau die sinnvollste, einfachste und sicherste Methode.
  • Kommentar von Verena Casagrande  (Verena Casagrande)
    Wie war doch diese Pille noch vor 40 Jahren angepriesen worden, da kann man sich nur glücklich schätzen dass man diese nie gebraucht hat.