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Die Aufgaben der Polizei haben sich in diesem Jahr stark verändert.
Aus HeuteMorgen vom 20.11.2020.
abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
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Angst vor einer Ansteckung Corona erschwert die Arbeit der Polizei

Ohne Grossveranstaltungen haben Polizisten etwas weniger zu tun. Wegen Corona steigt jedoch die psychische Belastung.

Eine halbe Million Mehrstunden: Soviel hatte sich im Sommer 2019 bei der Kantonspolizei Bern aufgetürmt, hiess es damals in den Medien.

Wegen der Corona-Pandemie hat die Polizei zum Beispiel viel weniger mit Grossveranstaltungen zu tun. Können die Polizistinnen und Polizisten nun Überstunden abbauen? «Ja», sagt Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kapo Bern, «Stand September konnten wir im Vergleich zum Vorjahr rund 30'000 Überstunden abbauen.»

Verteilt auf das gesamte Korps sind das jedoch nur gerade 12 Stunden pro Person. Denn mit der Pandemie entstanden neue Aufgaben für die Polizei.

zwei Polizisten halten ein Infoblatt in die Kamera.
Legende: Neue Aufgaben Sensibilisieren und auf neue Bestimmungen hinweisen. Wie hier im Tessin waren Polizistinnen und Polizisten mit neuen Aufgaben konfrontiert. Keystone

«Während des Shutdowns waren die Uniformpolizisten viel häufiger auf Patrouille. Es ging darum, die Leute zu sensibilisieren und sie darauf hinzuweisen, dass sie die Schutzmassnahmen einhalten sollen», so Gnägi.

Polizistinnen und Polizisten wurden aber auch für die Corona-Hotline des Kantons Bern oder für das Contact-Tracing eingesetzt. Auch beim Drive-in-Testzentrum in Bern haben Polizisten gearbeitet. Polizeisprecher Gnägi fasst zusammen: «Wir hatten nicht weniger zu tun.»

Psychische Belastung für die Beamten

Die Gefahr einer Ansteckung habe die tägliche Arbeit erschwert. «Muss zum Beispiel eine Person überwältigt werden, kann man den Kontakt nicht vermeiden», so Gnägi.

Die drohende Ansteckung mit Corona sei für die Polizistinnen und Polizisten eine Belastung, sagt auch Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Verbands Schweizerischer Polizeibeamter. «Noch während der ersten Welle gab es Unsicherheiten. Zum Beispiel wie die Schutzmassnahmen umgesetzt werden.»

Bei einem Korps musste der Verband gar intervenieren. «Es gab einen Fall, bei dem die Vorgesetzten die Weisung erteilten, dass die Polizisten keine Masken tragen dürfen. Man wolle keine Panik schüren.» Mittlerweile habe sich das aber gut eingespielt, so Bundi Ryser.

Die Anti-Corona-Kundgebungen etwa in Bern oder Zürich sorgen für heikle Einsätze. Bundi Ryser sagt: «Manche Demonstrierende foutieren sich um Abstände und tragen keine Masken.»

Demonstrierende haben den Polizisten ins Gesicht gehustet.
Autor: Johanna Bundi RyserPräsidentin Verband Schweizerischer Polizeibeamter

Dem Verband seien Fälle bekannt, bei denen Leute den Polizisten mitten ins Gesicht gehustet hätten. Andere hätten im Gerangel versucht, den Polizisten die Masken vom Gesicht zu reissen. «Da spielt man mit einer Ansteckung dieser Einsatzkräfte und ihrem persönlichen Umfeld. Das ist äusserst bedenklich», sagt Bundi Ryser.

Die Arbeitsbelastung der Polizei ist also trotz abgesagten Grossveranstaltungen etwa gleich geblieben. Neue Aufgaben und neue Herausforderungen sorgen aber für eine grössere Belastung der Einsatzkräfte.

SRF 4 News, Heute Morgen, 20. November 2020, 06:00 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    SRF geht mit einem Video auf die PCR Testung ein. Finde ich immer noch sehr wichtig. Wenn ich es richtig verstehe, dann gehen wir von einen exponentiellen Verbreitung des Virus aus wenn wir nicht dagegen halten. Dieselbe exponentielle Fehlentwicklung kommt aber auch in den PCR Test vor. Die ct-Werte oder cycle thersold. Es genügen nur 2-3 Virusfragment, diese 30 Mal exponentiell vermehrt haben eine geringe aussage, 35 Mal eine sehr geringe, die Zahl ist gigantisch. Wir testen aber bis 40 Zyklen?
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    1. Antwort von Ulrich Jermann  (Nachdenkend...)
      Was ist die Aussage dieses Beitrags?
      Ich habe den Faktencheck auch gesehen: es wurde doch 100% klar, dass die Vermehrungszyklen nur dazu dienen, genug Virusmaterial zur Untersuchung zu haben.
      Hat es kein Corona-Virusmaterial im Anstrich, kann auch keines vermehrt werden und keines festgestellt.
      Hat es keines, vermehrt sich auch keines und es kann nicht Corona festgestellt werden.
      Ich finde das absolut nachvollziehbar und vertraue diesem Test zu 99.x Prozent!
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  • Kommentar von Joao Müller  (medstud)
    Bei allem Respekt, das gehört zum Berufsrisiko. Was sollen zb Notfallmediziner denken die den Patienten beim Einsatz berühren müssen ohne zu wissen, ob die Person infiziert ist ? Es gab bereits weltweit hunderte Ärzte die aufgrund einer Infektion starben. Berufsrisiko nennt man das und im Vergleich zu Ärzten bekommen Polizistin Risikozulagen. Ärzte fordern dies nun auch.
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    1. Antwort von Walter Mineral  (mineral.walter)
      Ein Arzt ist vielleicht dem Risiko ausgesetzt, aber ein Polizist wird wohl auch Mutmasslich angehustet. Schon ein Unterschied...
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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    Ich denke die Psychische Belastung ist weniger die Angst vor einer Ansteckung (den wenigsten Polizisten würde das etwas ausmachen), mehr die Unsicherheit mit dem Umgang dieser "Massnahmen". Plötzlich müssen sie Menschen rügen, die eigentlich nichts getan haben. Sie merken, dass sich die Menschen in ihrer Gegenwart verunsichert fühlen. Plötzlich kann jeder Hunz und Kunz gegen irgend eine Massnahme verstossen, ohne es zu wollen. Das reflektiert auch auf die Polizei.
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