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Legende: Audio Via Wasserdampf wird die Legionärskrankheit übertragen abspielen. Laufzeit 05:13 Minuten.
05:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 10.01.2019.
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Ansteckungen mit Legionellen Krankmachende Keime stecken im Wasserdampf

In der Schweiz ist die Anzahl Fälle von Legionärskrankheit angestiegen. Das Bakterium fühlt sich im warmen Nass wohl.

Was ist die Legionärskrankheit? Legionellen sind Bakterien, die über Wasserdampf eingeatmet werden, z.B. beim Duschen oder in Schwimmbädern. Sie können schwere Lungenentzündungen auslösen.

Wie ernst ist die Situation? «Man kann nicht sagen, dass sich die Situation verschlechtert hat, sondern sie ist zunehmend schlecht», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG. Die Situation sei akut.

Wie stark haben die Fälle in der Schweiz zugenommen? «Erneut ein massiver Anstieg der Fälle der Legionärskrankeit» meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Insgesamt sind letztes Jahr 567 Menschen daran erkrankt, im Vorjahr waren es 490.

Warum erkranken immer mehr Leute? Die Gründe für den Anstieg seien schwer eruierbar, so Koch. Hypothesen dazu gebe es viele. Die Keime gedeihen vor allem in stehendem Wasser, bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad. Bei 60 Grad sterben sie ab. «Überall dort, wo in grösseren Mengen Wasserdampf entsteht, ist eine potentielle Gefahrenquelle für Legionellen.»

Wo stecken sich die Leute an? In den meisten Fällen kann man die Quelle nicht herausfinden. «In der Schweiz kann man sich auch im Haushalt anstecken. Es können ebenso Klima- oder Befeuchtungsanlagen sein, die Wasser verdampfen.»

Wer steckt sich an? Risikopatienten sind Personen, die eine verminderte Immunabwehr haben. «Solchen Leuten ist anzuraten, dass sie – wenn sie in eine Ferienwohnung gehen – die Leitungen erst einmal heiss durchspülen.» Das seien die einfachen Massnahmen, die helfen könnten.

Sind Schwimmbadbetreiber informiert? Für die Schwimmbäder und andere öffentliche Anlagen mit Wasser wurden die Empfehlungen dieses Jahr überarbeitet. «Den Betreibern muss klar sein, dass Legionellen eine Gefahr sind und dass die Fälle zunehmen», so Koch.

Was macht das BAG dagegen? Das Bundesamt für Gesundheit koordiniert die Massnahmen zusammen mit allen möglichen Akteuren. Es hat auch eine Legionellen-Task-Force gebildet. Zudem hat es verschiedene Forschungsaufträge vergeben, um herauszufinden, wo genau sich die Leute anstecken.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Phil Phil. (Phil.)
    Interessant wäre es gewesen, zu wissen in welchen regionen diese erkrankungen aufgetreten sind (wohnregion der betroffenen fälle)
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    1. Antwort von Guy Bähler (guy.baehler)
      Die details sind hier: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/zahlen-und-statistiken/zahlen-zu-infektionskrankheiten.exturl.html/aHR0cDovL3d3dy5iYWctYW53LmFkbWluLmNoLzIwMTZfbWVsZG/VzeXN0ZW1lL2luZnJlcG9ydGluZy9kYXRlbmRldGFpbHMvZC9s/ZWdpb25lbGxhLmh0bWw_d2ViZ3JhYj1pZ25vcmU=.html
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die Energiewende lässt grüssen. Ein Wunder, dass man nicht auch noch unter Valuum mit 50°C abkochen soll sonst hätte uns die verschrobene Religion von Links-Grün auch noch en Gros Salmonellen beschert. Also: Strompreise dank KKW niedrig halten, KEV streichen und das Duschwasser auf 65°C heizen, 2x pro Woche auf 75°C. Gut lüften (ist in den Leuthardschen Minergiebauten schwierig) schützt nicht nur vor Bakterien, sondern auch vor Pilzen.
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    1. Antwort von Andrea Esslinger (weiterdenken)
      Kein Thema zu abgefahren, um gegen die Linken zu wettern.
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    2. Antwort von Guy Bähler (guy.baehler)
      Interessante Annahme. Können Sie mir dann erklären, warum erst ab dem Alter von 65 die Erkrankungen über 15 Fälle pro/ 100'000 Einwohner anstiegeen.
      Im gleichen Zug ist zu beobachten, dass die Altersklasse (0 bis 20), welche ja Elternbedingt auch in Minergie-Häuse wohnt, nicht oder nur sehr schwach betroffen ist.

      Quelle https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/legionellose.html --> ganz unten ist ein Link mit den Details,
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Eine Möglichkeit sind moderne Wassererwärmer, die auf zu tiefe Temperatur eingestellt werden a) um Energie zu sparen und b) um Verkalkung entgegenzuwirken. Da gibt es ja dann spezielle anti-Legionellen-Zyklen, die vielleicht alle 3 Tage oder so auf höhere Temperatur gehen. Vielleicht ist das zu wenig oder der Zyklus ist zu kurz etc.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Gibt es. Aber um sicher zu sein, sollte man beim Wasser nie unter 66°C gehen. 1 bis 2 msl pro Woche auf über 72°C heizen.
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