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Arena zur «Ehe für alle» Sollen Homosexuelle ein Recht auf die Ehe haben?

Legende: Video Sollen Tamynique heiraten dürfen? abspielen. Laufzeit 10:24 Minuten.
Aus Arena vom 18.05.2018.

Schwule und lesbische Paare dürfen in der Schweiz nicht heiraten, sie dürfen ihre Partnerschaft nur eintragen lassen. Das sei unfair, finden die Befürworter der «Ehe für alle». Gegner erwidern, die Ehe zwischen Mann und Frau müsse weiterhin einen Sonderstatus haben. Wer soll in der Schweiz heiraten dürfen?

In der «Arena» diskutieren:

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Kathrin Bertschy, Link öffnet in einem neuen Fenster, Nationalrätin GLP/BE

Ruedi Löffel, Link öffnet in einem neuen Fenster, Grossrat EVP/BE

Regula Lehmann, Link öffnet in einem neuen Fenster, Familienbeauftragte Stiftung Zukunft

▪ Dominique Rinderknecht (Moderatorin) und Tamy Glauser (Model)

▪ Arne und Alvaro (Suchten eine Leihmutter in den USA)

Homosexuelle Paare können zwar keine Ehe miteinander eingehen – aber ihre Partnerschaft eintragen lassen. Gleiche Rechte wie Eheleute haben sie damit jedoch nicht. In verschiedenen Punkten wie der Gütergemeinschaft, der erleichterten Einbürgerung oder der Witwenrente sind gleichgeschlechtliche Paare benachteiligt.

Legende: Video Erklärvideo «Ehe für alle» abspielen. Laufzeit 01:13 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.05.2018.

Kathrin Bertschy von der GLP kämpft an vorderster Front für die «Ehe für alle». Sie sagt, «Wir dürfen nicht einfach eine Gruppe von Menschen diskriminieren. Auch die Adoption von Kindern muss für Homosexuelle erlaubt sein.» Man sollte sich auf die Verfassung berufen und nicht auf die moralischen Vorstellungen von Einzelnen.

Der EVP-Grossrat Ruedi Löffel hält nicht viel von der Debatte. Seiner Meinung nach ist die «Ehe für alle» ein Scheinproblem. Es sei alles im Partnerschaftsgesetz schon geregelt, was geregelt sein muss. Löffel findet es aber richtig, dass über die Gütergemeinschaft, die erleichterte Einbürgerung und die Rente diskutiert wird, eine Adoption von Kindern gehe ihm aber zu weit.

Auch klar dagegen, dass Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen ist Regula Lehmann, die Familienbeauftragte der Stiftung Zukunft CH. Sie kann sich nicht vorstellen, dass sie selbst eine Vaterrolle einnehmen könnte. Es sei für Kinder besser, mit Mutter und Vater aufzuwachsen. Und das Wohl des Kindes gehe vor.

Sie sind wohl das bekannteste homosexuelle Paar in der Schweiz: Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser. Für Rinderknecht selbst spielt es keine Rolle ob man sich in eine Frau oder einen Mann verliebt. Es seien die selben Gefühle. Und für das Model Tamy Glauser ist klar: «Wenn wir hetero wären, dann wäre unser Geschmuse kein Thema. Es sollte einfach alle die gleichen Rechte haben.»

Leihmutterschaft als Streitpunkt

Schwule Männer, die mit Hilfe einer Leihmutter eine Familie gründen wollen, müssen heute ins Ausland ausweichen. Arne und Alvaro haben dies nach 14 Jahren Beziehung getan und sind dank einer Leihmutter nun Väter geworden.

Arne erklärt, dass er lange darunter gelitten habe, dass er wohl keine Kinder haben könne. Alvaro ergänzt, dass sie auch lange überlegt haben, bis sie sich für die Leihmutterschaft entschieden haben.

Legende: Video Arne und Alvaro abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.05.2018.

Regula Lehmann ist sowohl bei Heteros als auch bei homosexuellen Paaren absolut gegen die Leihmutterschaft. «Sie muten dem Kind eine traumatische Trennung zu der Person zu, die es ausgetragen hat.»

Der EVP-Politiker Löffel findet gar, dass hier ein Werbespot gemacht wird für etwas, das in der Schweiz verboten ist. Er sagt: «Das ist für mich Menschenhandel, sie haben sich eine Eizelle und eine Leihmutter gekauft.»

Für Kathrin Bertschy geht es hier um den gesunden Menschenverstand. Ich habe bei diesen zwei Herren das vollste Vertrauen, dass das Kind gut aufwächst. Es geht aber bei der «Ehe für alle» gar nicht um die Leihmutterschaft.

Für Arne und Alvaro ist auf alle Fälle klar: «Unser Sohn wird vor allem verstehen, dass er ein absolutes Wunschkind ist.»

Die Zukunft der Ehe

Für Rinderknecht sind die Geschlechterrollen mittlerweile überholt, die Gesellschaft habe sich weiterentwickelt. Dem widerspricht Regula Lehmann zwar nicht, sie findet die Entwicklung aber falsch: «Nicht jede gesellschaftliche Weiterentwicklung ist positiv.»

Für den EVP-Mann geht es aber um die Frage: Was sich ein Kind wohl wünschen würde? Seiner Meinung nach würde es wahrscheinlich eine Mutter und einen Vater wollen. Das sei so naturgegeben.

Darauf entgegnet Bertschy: «Wenn man mit der Natur argumentiert, dann dürften auch alte Leute nicht mehr heiraten, die keine Kinder mehr kriegen könnten.»

Dominique Rinderknecht ist sich zum Schluss aber sicher: «Ich freue mich jetzt schon, denn wenn das Schweizer Volk abstimmen wird, wird sie die «Ehe für alle» annehmen.»

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