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Telmed-Modell hat Zenit überschritten
Aus HeuteMorgen vom 01.11.2019.
abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
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Arzt am Telefon Telmed-Modell verliert an Attraktivität

  • Herbstzeit ist die Zeit der Krankenkassenwechsel: In den letzten Jahren haben viele Schweizerinnen und Schweizer auf ein sogenanntes Telmed-Modell umgestellt.
  • Das heisst: immer zuerst den Telefondienst anrufen, bevor man zum Arzt geht. Das nahmen viele Kunden in Kauf, weil ein Rabatt von bis zu 15 Prozent auf die Standardprämie lockte.
  • Nun zeigt sich aber: In vielen Fällen ist das Telmed-Modell gar nicht mehr am günstigsten.

Noch vor wenigen Jahren galt: wer auf das sogenannte Telmed-Versicherungs-Modell wechselte, konnte je nach Region pro Monat Dutzende Franken Prämie sparen. Der Preis der Ersparnis: Vor jedem Arztbesuch muss der Versicherte im Callcenter der Krankenkasse anrufen.

Die Idee dahinter: Wer zum Beispiel nur erkältet ist, kann dank telefonischer Beratung sich und dem Gesundheitssystem einen Arztbesuch ersparen. Alle grossen Krankenkassen führten das Modell ein. Und die Versicherten – motiviert durch grosszügige Rabatte – wählten es.

Laut einer Auswertung, die der Vergleichsdienst moneyland auf Anfrage von Radio SRF durchgeführt hat, ist der Anteil der Telmed-Versicherten in den Jahren 2014 bis 2018 von unter 20 auf rund 25 Prozent gestiegen.

Doch mittlerweile zeigt sich: Das Telmed-Modell hat im Vergleich zu den anderen Modellen preislich an Attraktivität verloren – auch das zeigt die Auswertung von moneyland für mehrere Regionen der Schweiz.

Warum das? Die Swica, die schon seit Jahren für das Telmed-Modell einen geringeren Rabatt gewährt als andere schreibt, die Steuerungsmöglichkeiten bei diesem Modell seien relativ gering und auch die Kostenersparnis falle nicht allzu hoch aus.

Andere Modelle wieder günstiger

Andere Krankenkassen, wie die CSS betonen, dass sie am Telmed-Rabatt nicht geschraubt hätten, dass sie aber bei anderen sogenannt alternativen Modellen unterdessen höhere Vergünstigungen gewähren.

Für die Versicherten heisst das: Wer vor wenigen Jahren auf ein Telmed-Modell gewechselt hat, setzt heute in vielen Fällen mit Vorteil auf ein Hausarzt-Modell, oder – noch günstiger – auf ein HMO-Modell.

Auch diese Modelle versuchen, die Versicherten so zu steuern, dass keine überflüssigen Behandlungen anfallen. Anstatt ein Callcenter, ist aber ein Hausarzt oder eine Gruppenpraxis der erste Anlaufpunkt.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Ein rationale medizinische Versorgung ist weniger ein Frage KK-Modells denn ein Paradigmenwechsel. Basis sollten sein, Heilmethoden, die Selbstregulation, -Verantwortung und -Heilung fördern. Die technik-und medikamentenintebsive Medizin, deren Strategie es ist Symptome zu bekämpfen oft verbunden mit Nebenwirkungen und Abhängigkeiten, sollte die Ergänzung sein. Zudem müssen wir weg von der Kpfprämie hin zur Einkommensabhäniggen KK-Prämie.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
    Wichtig: Beim Wechseln unbedingt kontrollieren, dass das angebotene Hausarztmodell nicht ein verstecktes HMO-Modell ist. Hausarztmodell: freie Hausarztwahl unter allen zugelassenen Ärzten. HMO-Modell: Pflicht, den von der Versicherung anerkannten HMO-Hausarzt zu nehmen. Also genau prüfen.
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    1. Antwort von Amiel Schweizer  (is_lit)
      Hatte ein HMO-Modell bin dann auf Telmed umgestiegen, weil ich mit den vorgegebenen Ärzten nicht zufrieden war. Freie Hausarztwahl ist halt meistens am teuersten.
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  • Kommentar von Patrick Schön  (Patser)
    Naja im Vergleich ist das Telemedizin Modell bei mir immer noch am günstigsten, die Preisunterschiede zum HMO Modell sind nicht höher als 10 Franken....
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