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Mangelnde Treffsicherheit der Jäger
Aus Rundschau vom 04.10.2017.
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Auf der Bündner Jagd Jeder zehnte Hirsch nur angeschossen statt erlegt

Bündner Jäger haben in den fünf Jahren von 2012 bis 2016 insgesamt 56'403 Hirsche, Rehe, Gämsen und Wildschweine erlegt. In 3836 Fällen wurden Tiere aber lediglich angeschossen.

Dies geht aus den statistischen Daten für das sogenannte Schweisshundewesen hervor, die Michael Eichhoff vom Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden der Rundschau zugänglich gemacht hat. Schweisshunde sind jene Hunde, die Wildhüter bei der Nachjagd nach verwundetem Wild mitnehmen. In der Jägersprache steht «Schweiss» für Blut, welches das angeschossene Tier verliert.

1600 angeschossene Tier nicht gefunden

Wenn ein Jäger ein Tier anschiesst und es zu flüchten vermag, ist er im Kanton Graubünden gesetzlich verpflichtet, einen Schweisshund mit Führer für die Nachjagd anzufordern. Es geht darum, das verletzte Tier vor langem Leiden zu bewahren. Schweisshunde sind speziell dafür ausgebildet, der Blutspur eines verletzten Tieres zu folgen.

In den letzten fünf Jahren konnten mit Hilfe von Schweisshunden etwa 2200 der 3836 bei den Bündner Jagden verletzen Tiere entweder tot gefunden oder nach einer Hetzjagd zur Strecke gebracht werden. Das zeigt die Statistik. Die übrigen rund 1600 Tiere entkamen mit der Schusswunde, lebten weiter oder verendeten.

Jeder zehnte Hirsch nur angeschossen

Eine gesamtschweizerische Statistik über Nachsuchen auf verletztes Wild gibt es nicht. Graubünden ist einer der wenigen Kantone, die über das Nachsuchen Buch führen. Weitere Kantone sind gemäss dem Schweizer Tierschutz STS Appenzell Ausserhoden, Freiburg, Glarus, Nidwalden, Tessin, Uri und Waadt.

Fehlschüsse mit Verletzungsfolge für das Tier sind in Graubünden bei Jagd auf Hirsche am häufigsten. Das zeigt die Statistik für 2016: Auf 5440 erlegte Hirsche kamen 564 Hirsche mit einer Schussverletzung.

Anhand von Pirschzeichen wie Blut oder Knochensplitter hatten Hundeführer bei der Nachjagd festgestellt, dass diese Tiere angeschossen worden waren. In 344 Fällen konnte der verletzte Hirsch in der Folge mit Hilfe eines Hundes noch zur Strecke gebracht werden. Die restlichen 220 Nachsuchen verliefen erfolglos.

Die statistischen Daten für die vergangene Woche zu Ende gegangene Bündner Hochjagd liegen noch nicht vor. Die Schweisshundeführer haben noch einige Tage Zeit, ihre Rapporte beim Jagdamt abzugeben.

Die Volksjagd im Bündnerland ist in den vergangenen Jahren vermehrt in die Kritik geraten. Zwei Volksinitiativen sind noch hängig. Der Verein Wildtierschutz Schweiz verlangt für die rund 5500 Bündner Patentjäger eine wiederkehrende Prüfung der Treffsicherheit. Das würde die Anzahl Jäger verkleinern und ihre Treffsicherheit verbessern, so die Tierschützer.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Molineux  (Marcel Marcel)
    Nach 14 Stunden vom Leiden erlöst ... da sind wir aber froh...
  • Kommentar von Leo Degelo  (Leo Degelo)
    Der Jäger ist nur ein Ersatz für die Raubtiere/ein sich selbst regulierendes System. Sobald die Natur sich selber reguliert werden sie, nicht gerade überflüssig, aber sicher weniger zum Schuss kommen. Also, viel Glück Wolf, Luchs und Bär.
  • Kommentar von Friedrich Straubinger  (Friedrich)
    Wollte in Jungen Jahren selbst den Jagdschein machen und war deswegen regelmäßig mit auf der Jagd. Danach wollte ich keinen Jagdschein mehr machen, weil ........!