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Legende: Audio Arbeitslosengeld beziehen im Ausland abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 24.02.2019.
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Auf Stellensuche in der EU Mehr Schweizer Arbeitslosengeld fliesst ins Ausland

  • Schweizer Arbeitslosengeld kann auch im Ausland bezogen werden.
  • In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Personen, die davon Gebrauch machen, mehr als verdoppelt.
  • Ein grosser Teil dieses Geldes wird in Portugal bezogen.

Wer in der Schweiz seine Arbeitsstelle verliert, meldet sich normalerweise beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV als arbeitslos. Effektiv Geld erhält nur, wer zeigt, dass er sich um eine Stelle bemüht. Dazu gehören strenge Kontroll-Mechanismen wie zum Beispiel der regelmässige Besuch beim RAV oder Bewerbungen auf offene Stellen.

Ausländische Regeln müssen erfüllt sein

Auch wer seinen Job zwar in der Schweiz verloren hat, dann jedoch in einem EU- oder EFTA-Mitgliedsstaat auf Stellensuche geht, hat Anspruch auf Schweizer Arbeitslosengeld – zumindest für drei Monate.

Dabei muss sich der Betroffene allerdings nicht an Schweizer Richtlinien halten, sondern sich lediglich beim Arbeitsvermittlungszentrum des entsprechenden Landes anmelden und dessen Bedingungen erfüllen. So sieht es eine Vereinbarung zwischen der Schweiz und den EU- und EFTA-Staaten vor. Bemerkenswert dabei: Die Vorschriften der Arbeitsämter sind nicht harmonisiert.

Zahlen nehmen zu

Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft – dem Seco – haben im vergangenen Jahr über 3500 Personen Arbeitslosen-Geld im Ausland bezogen. Dies berichtet der Sonntagsblick. Fünf Jahre zuvor waren es noch rund 1500.

Es könne sich den starken Anstieg nicht erklären, schreibt das Seco auf Anfrage. Unter den Antragsstellern gibt es auch Schweizer – die Mehrheit sind allerdings sogenannte Rückkehrer. Ausländer, die in ihr Heimatland zurückkehren, weil sie sich zu Hause bessere Chancen auf eine Stelle erhofften, so das Seco weiter.

Das meiste Geld geht nach Portugal

Fast 30 Prozent der exportierten Arbeitslosengelder wurden im vergangenen Jahr über die Arbeitsämter in Portugal bezogen. Im Vergleich: über deutsche Ämter waren es rund 15 Prozent.

Fakt ist: die Schweiz hat in der Vergangenheit viele portugiesische Arbeiter, insbesondere im Gastgewerbe und in der Baubranche beschäftigt. Auch deshalb, weil die Wirtschaft zu Hause kriselte. Inzwischen hat sich diese erholt und die einst trüben Aussichten auf eine Stelle haben sich aufgehellt.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Verstehe ich es richtig, geht es hier um Menschen, die in der CH gearbeitet haben und dem entsprechend Arbeit geleistet haben und AL-Beiträge einbezahlt? Ist es nicht besser diese Menschen sind dort, wo es ihnen möglicherweise besser geht als hier? Wo so manche, die nicht wegkönnen und denen vorgegaukelt wird, es gäbe Arbeit, auch wenn er oder sie blöderweise über 40/50 ist, wenn sie sich nur genügend bemühen und anstrengen? Jedem dem es gut geht, ist doch in der Gesamtsumme gesehen ein Plus?
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    1. Antwort von L. Leuenberger  (L.L.)
      Laut SRF-Bericht( 2017), arbeiteten 27 000 Personen aus der EU als Gastarbeiter in der CH. Für die Monate, die sie in ihrer Heimat sind, bezahlt die CH 200 Mio Arbeitslosengeld. Bei den 3 500 Personen in diesem Bericht geht es anscheinend um Personen aus der EU, die sehr kurze Zeit in der CH gearbeitet haben. Ja, es ist gut, dass sie nach Hause gegangen sind. Die CH hat ihre eigenen Probleme, die sie sich mit der PFZ eingebrockt hat. 3 000 Ausgesteuerte pro Monat ist eine stolze Leistung....
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Leuenberger, Ausgesteuerte, erhalten die noch Arbeitslosengeld? Ich denke die CH hat Steuergeld schon schlimmer verlocht oder etwa nicht? Zudem haben die Politiker mit der Steuervorlage17 ja vor mit den Patentboxen Milliardenunternehmen-Konzerne mit Steuergeldern zu subventionieren oder etwa nicht? Was die EU angeht, das Vertragswerk ist neoliberaler, menschenverachtender Kapitalismus pur. Künden ist da die Devise. Reformieren lässt sich dieser Club nicht, da braucht es schon etwas mehr.
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  • Kommentar von D. Crabtree  (D. Crabtree)
    Diese Leute sollten dann auch für eine gewisse Zeit für den schweizer Arbeitsmarkt gesperrt werden können. Auf jedenfall ist es besser, als wenn sie ihre Familie nachziehen und sich dann in der Soz einnisten.
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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    EU-Recht übernommen und die Schweiz bezahlt. So geht es Stück um Stück weiter und die Schweiz wird ausgenommen, wie eine Weihnachtsgans. Wann gehen den Schweizern die Augen auf, so wird das Schweizer Sozialwesen Zug um Zug zugrunde gerichtet.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Niemand zwingt die Schweiz EU-Recht zu übernehmen. Es sind jene Unternehmen in der Schweiz, die ohne Arbeitskräfte aus der EU nicht genug produzieren können oder auf Exporte in die EU angewiesen sind und z.B. das Gesundheitswesen, das ohne Leute aus der EU nicht funktionieren würde. Die Schweiz kann ja darauf verzichten und muss dann auch kein EU-Recht übernehmen. Nur protitieren von der EU ohne Gegenleistung geht nicht.
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