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Impfskepsis: «Die Sorgen der Menschen ernst nehmen»
Aus Rendez-vous vom 14.07.2021.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
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Aufklärung durch Hausärzte Impftempo verlangsamt sich – jetzt sind Gespräche gefragt

Der grosse Run auf die Covid-19-Impfungen ist vorbei. Fachleute machen Vorschläge, wie man zögernde Personen vom Impfen überzeugen kann.

In der Schweiz sind 42 Prozent doppelt geimpft. Weitere 12 Prozent haben die erste Dosis erhalten. Das sind die aktuellen Zahlen. Das Impftempo ist in den letzten Wochen allerdings spürbar erlahmt.

Dies sehr zum Bedauern von Manuel Battegay, dem Chefarzt für Infektiologie am Universitätsspital Basel. «Es muss wieder ein Momentum entstehen, damit sich möglichst viele Menschen in den nächsten ein bis vier Wochen impfen, damit wir im Herbst wirklich sehr gut gerüstet sind, wenn das Virus wieder vermehrt zirkuliert.»

Sorgen der Menschen ernst nehmen

Denn ab einem gewissen Punkt würden bei weiter steigenden Infektionszahlen auch die schweren Fälle und die Spitaleinweisungen aufgrund von Covid-19 wieder zunehmen, sagt Battegay. Klar ist: Menschen, die aus ideologischen Gründen gegen die Impfung sind, wird man nicht überzeugen. Aber es gibt auch viele Frauen und Männer, die den Impfstoffen nicht so recht über den Weg trauen, und die Angst vor Nebenwirkungen hätten. Deren Sorgen müsse man ernst nehmen.

Diese Fragen, diese Sorgen anzugehen, sie zu beantworten; dazu könnten Ärztinnen und Ärzte sehr viel beitragen. «Das erlebe ich auch in meiner Sprechstunde, dass viele Menschen überzeugt werden können, wenn man diese Fragen gut diskutiert.» Er sieht vor allem die Hausärztinnen und Hausärzte in der Pflicht, denn sie sind am nächsten an den Patienten dran. Sie sollten sich, schlägt Battegay vor, auch die Zeit dafür nehmen, den Menschen aufzuzeigen, wie die Impfung funktioniert, und warum mRNA-Impfstoffe sicher und wirksam sind.

Impfen in Bussen und Shoppingzentren

Generell sollte der Zugang zu den Impfungen in der Schweiz noch unkomplizierter werden, findet der Basler Chefinfektiologe. Man müsse zu den Leuten hingehen. Es brauche zum Beispiel Impfbusse, die in allen Kantonen unterwegs seien und an belebten Plätzen in Städten und Dörfern Halt machten. Oder auch Impfaktionen in Einkaufszentren, wie es sie bereits in der Waadt und demnächst auch in Genf gibt.

Daneben gibt immer wieder zu reden, dass selbst in der Gruppe der über 70-Jährigen noch 20 Prozent ungeimpft sind, wie Bundesrat Alain Berset unlängst in einem Interview kritisierte. Auch in dieser Altersgruppe gibt es also noch bei einigen Bedenken, obwohl eine Impfung für sie besonders wichtig wäre. Der Senevita Sonnenpark in Pratteln BL hat es geschafft, eine hohe Impfquote zu erreichen. In seinem Altersheim seien 90 Prozent geimpft, wie Geschäftsführer Christian Schüpbach erklärt.

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Aus dem Archiv: Berset schildert die vier Szenarien für den Herbst
Aus SRF News vom 30.06.2021.
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«Wir waren sehr aktiv. Wir haben sehr viel Information betrieben, direkt mit unseren Bewohnern im Gespräch, aber auch mit Hinweisen und schriftlichen Stellungnahmen, wie wir zur Impfung stehen», sagt er.

«Wir standen unserem Bewohnenden auch zur Verfügung, wenn sie Fragen hatten, und haben uns da an die Empfehlungen des BAG gehalten und die Impfung empfohlen.» Also auch hier galt: Auf die Menschen zugehen und sich Zeit nehmen für ihre Sorgen. Die grosse Frage ist jetzt, ob sich dieses Erfolgsrezept auf die ganze Gesellschaft übertragen lässt.

Rendez-vous, 14.07.2021, 12:30 Uhr

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136 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    @ Verena Sommer
    Eine Frage stellen bedeutet nicht schlecht informiert sein.
    Politiker und Wissenschaftler leben sowohl privat als beruflich isoliert von der Bevölkerung, sie sind nicht wirklich erreichbar vom Normalbürger.
    Wenn Wissenschaftler entgegengesetzter Meinung sind ist dass keine minderwertige Wissenschaft sondern das in Frage stellen ist die Natur der Wissenschaft, dies verunsichert aber den Nichtwissenschaftler.
  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    Ich denke, es sollte einem jeden klar sein, dass der Corona-Virus jeden von uns erreicht.
    Sei es als "Original" mit irgend einem "Delta-Update", oder aber nur als (Protein-) Teile davon (in einem Impfstoff)

    Dabei sollte auch jedem klar sein, dass das "Original" mehr Nebenwirkungen hat, als nur seine Proteine (im Impfstoff).
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Bin Ihrer Meinung. Die Impfnachfrage wird zunehmen, wenn in den nächsten Wochen in nie dagewesener Ausbreitungsgeschwindigkeit einer nach dem anderen im persönlichen Umfeld Corona anheimfällt und sich deshalb auch unter den verbliebenen Impfmuffeln die blanke Angst durchsetzt.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Zusammenfassend könnte man sagen dass der moderne, hochentwickelte, gut ausgebildete Mensch anno 2021 der über die schnellsten und modernsten Kommunikationsmittel verfügt um sich gut zu informieren, nicht imstande ist eine gute Entscheidung zu treffen in Sachen eigener Gesundheit.
    Eine interessante Frage: Welchen Grund haben Menschen den Informationen von Politikern, Medien und Wissenschaftlern zu mistrauen?
    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Weil manchmal die Information der Medien nicht den eigenen Erfahrungen entsprechen? Weil Medien zunehmend Informationshäppchen liefern, die nicht zu fundiertem Wissen und daraus folgender Entscheidungskompetenz führen? Weil viele „Normalbürger“ den Naturwissenschaften nicht mehr folgen können, und diese sich schwer tun, allgemeinverständlich zu kommunizieren?
      Weil das Gefühl herrscht, dass Politiker in erster Linie wiedergewählt werden oder ihrer Partei nützen wollen?
    2. Antwort von Verena Sommer  (VerenaS)
      Warum man weder Politikern noch Medien unbesehen vertrauen sollte, das ergibt sich beim einfachen Geschichtsstudium. Ähnlich verhält es sich mit „den“ Wissenschaftlern. Weder Personal aus der Pharmabranche, noch beamtete Ärzte und Wissenschaftler könne Anspruch auf blindes Vertrauen rechtfertigen. Ich glaube, Herr Janssen, Sie informieren sich zu einseitig.
    3. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Weil geschätzt etwa 30% der Bevölkerung schlicht keine Informationskompetenz besitzen. Dazu zählen auch all jene, welche gar nicht bemerken, dass sie in einer Filterblase sitzen.
    4. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      @Verena Sommer @astrid meier
      interessant ist aber, wenn gewisse Leute weder den Behörden, Wissenschaftlern, Politikern nicht glauben,glauben aber alles, was die Freunde der Verfassung & Co den ganzen Tag verzapfen, die nichts aber rein gar nichts für die Eindämmung der Pandemie tun, stellen aber deren Meinungen komischerweise nicht in Frage, dies finde ich schon sehr bedenklich.Und ich finde, wie auch Herr Steiner, viele Leute können die Facts nicht richtig einordnen und verstehen.