Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Teure E-Tankstellen: Intransparenz führt zu Wucherpreisen abspielen. Laufzeit 14:08 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.02.2019.
Inhalt

Aufladen von Elektroautos E-Tankstellen: Intransparenz und Abrechnungschaos

  • Für 20'000 Elektroautos gibt es derzeit ca. 3'500 Electro-Mobility-Provider. So nennen sich E-Tankstellen.
  • Beim Laden an öffentlichen Tankstellen herrscht Preis-Chaos. Es gibt riesige Unterschiede bei den Abrechnungsmethoden.
  • Die E-Tankstellenbetreiber verrechnen sich zudem gegenseitig Gebühren. Bezahlen müssen diese meist die E-Automobilisten.
  • Branchen-Vertreter versprechen gegenüber «Kassensturz» Besserung.

Unterschiedliche Lade-Leistung, unterschiedliche Lade-Geschwindigkeiten: Das Laden eines Elektro-Autos an einer öffentlichen Elektro-Tankstelle ist eine Wissenschaft für sich. «Teils verrechnen sie eine Grundgebühr. Einige rechnen nach Leistung bzw. Energie ab, andere wiederum nach Zeit», sagt E-Automobilist Thomas Weber. «Als Konsument ist es wirklich schwierig, sich zurechtzufinden.»

Auto an Ladestation
Legende: Den Durchblick behalten beim Angebot an E-Tankstellen: nicht einfach. SRF

Gewöhnlich schliesst der Kunde schon vor dem ersten Ladevorgang an einer E-Tankstelle ein Abo ab bei einem der Electro Mobility Provider – so nennen sich die E-Tankstellenbetreiber – und lädt dann das Fahrzeug an E-Tankstellen dieses Anbieters.

«Roaming»-Gebühr bezahlt der Fahrer

Diverse Apps der unterschiedlichen Anbieter zeigen, wo eine E-Tankstelle zu finden ist, und zu welchen Konditionen ein E-Automobilist sein Auto laden kann. Nicht immer ist eine Ladestation des Wunschbetreibers in der Nähe. Wer jedoch an der Station eines «fremden» Anbieters lädt, muss eine Strafgebühr zahlen – vergleichbar mit Roaming-Gebühren von Handy-Netzbetreibern.

Tankdeckel offen - es wird «getankt»
Legende: Elektro-Energie ist teurer als fossiler Treibstoff. SRF

Thomas Weber hat ein Abo von Swisscharge. Bei einer Ladung beim Fremdanbieter Move zahlte er drauf – und das nicht zu knapp. Umgerechnet auf einen Verbrauch von 100 Kilometern bezahlte er für die Energie 19.60 Franken. Viel mehr als bei seinem Stammanbieter. Und sogar rund 50 Prozent mehr als ein Dieselfahrer an einer Tankstelle für seinen Treibstoff auf 100 Kilometer bezahlt: Laden wird so teurer als Tanken. «Diese Preispolitik untergräbt den Wechsel von fossilen zu nachhaltigen Energie-Trägern», nervt sich Weber.

«Da sind noch sehr viele Sachen zu optimieren»

Swisscharge-Geschäftsführer Albert Lehmann erklärt im «Kassensturz»-Interview, dass er auf diesen Preis seines Kunden keinen Einfluss nehmen kann. Thomas Weber habe an einer «fremden» Tankstelle, bei Move, getankt. Sie würden lediglich das weiterverrechnen, was Move in Rechnung stelle.

Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass sich diese Thematik in den nächsten Wochen für die Endnutzer sichtlich verbessern wird.
Autor: Stéphane RossetManager Move Mobility

Ein E-Automobilist mit einem Abonnement eines E-Tankstellenbetreibers müsse auch an Ladestationen eines anderen Anbieters Energie beziehen können. «Das ist entscheidend», erklärt Lehmann «Man muss aber sehen, der Markt der Elektromobilität ist im Aufbau, da sind noch sehr viele Sachen zu optimieren.»

Tankstellenbetreiber gestehen Handlungsbedarf ein

Auch Stéphane Rosset von Move gesteht Tarif-Probleme ein. Das sei erkannt: «Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass sich diese Thematik in den nächsten Wochen für die Endnutzer sichtlich verbessern wird.»

Ladestationzeichen am Boden
Legende: Aktuell beherrschen vier grosse E-Tankstellen-Betreiber den Markt: EVPass, Move, Plug’nRoll und Swisscharge. SRF

Swisscharge-Chef Lehmann betont: «Wenn der Kunde innerhalb des eigenen Netzes unterwegs ist, dann hat er viel tiefere Ladepreise. Ihre Kunden hätten gemäss eigenen Berechnungen durchschnittliche Kosten von unter 5 Franken pro 100 Kilometer. «Also wesentlich günstiger als bei einem Auto mit Verbrennungs-Antrieb.»

So lange sich E-Tankstellenbetreiber gegenseitig Gebühren für «Fremdnutzer» verrechnen, die an die E-Automobilisten weitergegeben werden, lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Angebote. Nicht konsumentenfreundlich, aber Geld sparend.

Fahrzeugbestand in der Schweiz


2000
20172018
Personenwagen3'545'2474'570'8234'602'688
davon
Benzinfahrzeuge
3'402'3093'127'0233'114'726
davon
Dieselfahrzeuge
141'8631'346'9381'374'246
davon
Hybrid-Fahrzeuge (benzin-elektrisch, diesel-elektrisch)
0
67'66179'737

davon
reine Elektrofahrzeuge
754
14'53919'181
Durchschnittsalter
der Personenwagen (Jahre)
6,9
8,5
8,6
Legende: Video Studiogespräch mit Krispin Romang von Swiss eMobility abspielen. Laufzeit 06:23 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.02.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Was bei all diesen Preiskalkulationen, insbesondere bei Kostenvergleich mit Benzin- oder Dieselmotoren offensichtlich nicht berücksichtigt wird, ist dass der Preis bei Benzin und Dieselkraftstoff zu mehr als die Hälfte aus fiskalischen Abgaben besteht, mit denen die Strassen-Infrastruktur bezahlt wird. Die Elektroautos sind im Moment nur parasitäre Trittbrettfahrer, und diese sollten auch an der Strasseninfrastruktur beteiligt werden. Was ja eine gewisse "Anschubfinanzierung" nicht ausschliesst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Auch hier werden fast 30% der erzeugten Energie bis zur Steckdose vernichtet. Ich brauche also 100 kwh um mein Auto mit 70 kwh aufzuladen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Häsler  (HaeslerM)
    Es gibt mittlerweile ja schon gute Angebote OHNE ROAMING. Ein Anbieter aus Deutschland (EnBW mobility+) bietet eine Ladekarte mit fairen Tarifen nach kw/h. Fast alle Ladestationen in der Schweiz können damit genutzt werden und werden nach einem einheitliche kw/h Tarif abgerechnet, ohne Roamingzuschlag und ohne Minutentarif. Es wird zwar in Euro abgerechnet, aber lohnt sich dennoch, wenn man mal Unterwegs laden muss und sich keine Gedanken über Preise machen muss.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Stefan Brunner  (sbrun)
      Das mag ja sein, dass es irgendwo Angebote gibt. Aber ich möchte doch nicht stundenlang forschen, wie ich wo und mit welcher Karte etwas Strom für mein Auto bekomme. Ich bin jetzt 64 Jahre alt, hätte auch das Geld ein E-Auto zu kaufen, bin auch überzeugt dass z.B. ein Hyundai tadellos funktioniert, aber dieser "Jugend forscht" Ansatz mit App's Keycards a Gogo etc. mach ich einfach nicht mit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen