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Aufregung im Basler Parlament Saalverweis für Baby sorgt für Ärger

Mit dem Entscheid hat sich Ratspräsident Remo Gallacchi von der CVP keinen Gefallen getan. Er hat sich entschuldigt.

Legende: Audio Ein Baby sorgt für Tumult im Basler Parlament abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
03:29 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.11.2018.

Die grüne Grossrätin Lea Steinle kam gestern mit ihrem zwei Monate alten Baby in den Grossratssaal, um abzustimmen. Grossratspräsident Remo Gallacchi von der CVP bat sie umgehend, den Saal zusammen mit ihrem schlafenden Kind zu verlassen.

«Das hat folgenden Grund, dass wir hier grundsätzlich unter uns sind», machte Grossratspräsident Gallacchi geltend. Das spontane grosse Gelächter fand der studierte Physiker «nicht lustig». Er habe diesen Entscheid getroffen und schliesslich gehe es um die Frage, wo die Grenze beim Saalzutritt gezogen werde.

Lea Steinle
Legende: Lea Steinle musste mit ihrem Baby den Grossratssaal vorübergehend verlassen. Grüne/BS

«Diskriminierung!»

Seine Erklärung sorgte für Aufruhr: «Das geht überhaupt nicht, das ist Diskriminierung», sagte eine Parlamentarierin und stellte den Antrag, die Betroffene mit dem Kind wieder hereinzubitten, damit sie an der Abstimmung teilnehmen kann.

Nach einer kurzen Diskussion liess Gallacchi die junge Mutter dann wieder in den Saal. Auf Twitter schrieb er später, sein Entscheid sei «ungeschickt gewesen», das Ratsbüro werde sich dem Thema annehmen.

Remo Gallachi zum Vorfall im Parlament

«Eklat» – «Tumult»

Doch damit war das Thema nicht erledigt. Die Zeitungen nahmen den Vorfall in den heutigen Ausgaben ausführlich auf. «Eklat im Basler Kantonsparlament» titelte die «Basler Zeitung» auf der Front. Von «tumultartigen Szenen» ist in der «Basellandschaftliche Zeitung» die Rede.

Gegenüber «Telebasel» betonte Gallacchi, er habe nicht beabsichtigt, eine solche Diskussion anzustossen. «Ich verstehe den grossen Aufruhr und entschuldige mich.» Damit löste er gemischte Reaktionen aus. Zum einen viel Verständnis für die Mutter, die sich zu Recht diskriminiert fühle, wie ein SP-Grossrat twitterte. Rückendeckung erhielt Gallacchi aus seiner Partei. Der Zutritt zum Saal sei geregelt, entsprechend habe Gallacchi richtig entschieden.

Eidgenössisches Parlament als Vorbild?

Für reges Gezwitscher sorgte sodann der Umstand, dass ausgerechnet Gallacchi aus der selbst ernannten «Familienpartei» derart handle. Die «Basellandschaftliche Zeitung» weist darauf hin, dass Nationalrätinnen im Bundeshaus ihre Babys mitnehmen könnten. Das habe etwa die grüne Aargauer Nationalrätin Irène Kälin kürzlich getan.

Irène Kälin an der Herbstsession am Mittwoch, 26. September 2018 im Nationalrat in Bern.
Legende: Irène Kälin an der Herbstsession am Mittwoch, 26. September 2018 im Nationalrat in Bern. Keystone/Archiv

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Leider auch so eine Politikerin, welche es nicht für nötig hält, die vorgängige Debatte hu verfolgen, sondern nur rasch zur Abstimmung in den Ratsaal huscht.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Fortsetzung Baby kann nichts dafür, die Aufregung war der Entscheid der Mutter, somit finde ich der Titel falsch, denn ein Baby bekommt nichts mit, was die Mutter entscheidet.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Sorry: sage nur eines, wer ein Kind möchte und immer bei dem Kind sein will, der sollte sich überlegen, ob ein öffentliches Amt für eine Mutter in Frage kommt. Denke bei Verhandlungen in einem Ratssaal braucht es Konzentration auf die Gespräche die geführt werden.Ein Kind kann beispielsweise ablenken,wenn nicht die Mutter, dann diejenigen die beteiligten Personen im Ratssaal. Habe 3 Kinder,so etwas würde ich mir nie erlauben. Warum hat diese Frau, für diese Zeit keine Betreuerin gesucht?
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