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Das Potenzial für Windenergie ist vorhanden – es muss aber ausgeschöpft werden
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.10.2019.
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Auftrieb für Windenergie Grünes Licht für Lausanner Windpark

Das Waadtländer Kantonsgericht weist die Beschwerden ab. Es stellt fest: Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 ist von nationalem Interesse.

Ein Windpark für Lausanne: Die Stadt am Genfersee hat grünes Licht für den Bau eines Windparks erhalten. Das Waadtländer Kantonsgericht wies zwei Rekurse gegen das Projekt EolJorat ab, das insgesamt acht Windturbinen umfasst. Damit kann die Stadt Lausanne den Baubewilligungsprozess für die bis zu 210 Meter hohen Windturbinen in der bewaldeten Landschaft oberhalb der Stadt einleiten. Interessant ist die Begründung des Gerichts: Das nationale Interesse an der Förderung erneuerbarer Energien sei gemäss der Energiestrategie 2050 des Bundes höher zu gewichten als die Natur- und Landschaftsschutzbedenken der Gegner.

Die Windenergie erhält Auftrieb: Der Entscheid des Kantonsgerichts dürfte dem Bau weiterer Windparks in der Schweiz Auftrieb verleihen – auch wenn er noch ans Bundesgericht weitergezogen werden kann. Denn er fügt sich in eine Reihe weiterer Gerichtsentscheide ein, die alle im Sinne eines Ausbaus der Windenergie ausgefallen sind, wie Rolf Wüstenhagen, Professor für das Management Erneuerbarer Energien an der Universität St. Gallen betont. Tatsächlich könnten laut Wüstenhagen in der Schweiz bis zu zehn Prozent des gesamten Strombedarfs durch Windturbinen abgedeckt werden – aber nur, «wenn alle Projekte realisiert werden können, die derzeit in der Pipeline stecken», so der Professor.

Ein Mann steht auf einer Windturbine, im HIntergrund weitere Turbinen.
Legende: Der Windpark auf dem Mont Soleil im Berner Jura ist mit insgesamt 16 Turbinen der bislang grösste in der Schweiz. Keystone

Harzige Bewilligungspraxis: In der Schweiz sind bislang 37 Windturbinen in Betrieb. «Währenddem sind es in unseren Nachbarländern Zehntausende», stellt Wüstenhagen fest. Die Schweizer Turbinen produzieren bloss 0.2 Prozent des Stroms in der Schweiz. Wüstenhagen sieht vor allem zwei Gründe für den Rückstand der Schweizer Windenergie: Vom Projekt bis zur Realisierung dauert es aussergwöhnlich lange. Es gibt viele Hürden und Einsprachemöglichkeiten auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene. Zudem wird die Windenergie erst seit einigen Jahren vom Bund finanziell gefördert. «Jetzt aber kommen einige Projekte in Gang», ist Wüstenhagen zuversichtlich. So werden am Gotthard fünf weitere Turbinen gebaut und auch das Windparkprojekt am Montagne de Buttes im Neuenburger Jura mit 19 Turbinen ist auf gutem Weg.

Grosse Efforts sind nötig: «Heute stammen 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz aus dem Ausland», stellt Wüstenhagen fest. Wenn die Schweiz von den Energieimporten unabhängiger werden wolle, müssten wohl oder übel mehr Windparkprojekte realisiert werden. Denn der Vorteil von Strom aus Windkraft ist, dass er mehrheitlich im Winterhalbjahr produziert wird – dann windet es stärker als im Sommer. Demgegenüber fällt mit der Sonne produzierter Strom – der anderen relativ einfach ausbaubaren nachhaltigen Möglichkeit der Energieproduktion – vor allem im Sommer an. Deshalb: «Wenn wir einen guten Mix aus Sonne und Wind realisieren, dann ist die Stromproduktion der Schweiz besser diversifiziert», sagt Wüstenhagen. Hinzu kommt, dass die Windenergie eine der kostengünstigsten nachhaltigen Produktionsarten von Elektrizität ist.

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96 Kommentare

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  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    Noch bezüglich Potential von Solar- und Windenergie: Abgesehen davon, dass mit der Gebäudeoberfläche mehr Energie produziert werden kann, als ein Gebäude benötigt. Schottland hat im ersten Halbjahr 2019 bereits doppelt so viel Strom mit Windkraft erzeugt, wie in Schottland verbraucht wird. In der Schweiz will man maximal 10% des Schweizer Strombedarfes mit Windkraft decken und gibt sich dafür sogar bis 2050 Zeit. (Schade, so werden die Ölscheiche noch lange von unseren Ölmilliarden profitieren).
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    1. Antwort von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
      Der Vergleich der Schweiz mit Schottland hinkt doch gewaltig. Ich bin überzeugt, dass der grosse Anteil der schottischen Windräder im Meer draussen steht. Die Schweiz hat aber eben kein Meer und auch viel weniger Wind. Vielleicht könnte die Schweiz ja Meerflächen für Windräder & Wüstenland für Solarparks kaufen? Und zuletzt wird viel zu wenig in die sichere und saubere Kernfusion (Nicht Kernspaltung) investiert. Wasserkraftwerke, Seeanlagen, Biogas usw. können wir auch mehr machen.
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Ich habe es gewusst, dass unser kleines Land nicht nur zubetoniert wird nein jetzt wird es noch durch riesengrosse Windräder verschandelt. Die Linken und Grünen sind voller Widersprüche.
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  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Sehr geehrter Herr Schmid, Lesen Sie doch mal in Wikipedia und anderen Internetseiten nach bevor Sie immer alles in Abrede stellen. Alles was Ihnen nicht passt, kann einfach nicht sein. Aber eben die die von mir genannten Rohstoffe werden in bestimmten Typen von Windkraftanlagen verbaut. Ob Sie es nun wahrhaben wollen, oder nicht.
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    1. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Nochmals: Weder sind Windturbinen zwingend auf Permanentmagnete angewiesen noch sind Permanentmagnete zwingend auf Dysprosium angewiesen. Während die Atomindustrie zwingend auf rund 70'000 Tonnen Uran pro Jahr angewiesen ist und diese 70'000 Tonnen in hochradioaktiven Abfall umwandelt, welcher vom Steuerzahler bezahlte Milliardenteure-Endlager verlangt, ist der Dysprosiumbedarf ein kleiner Bruchteil davon und kann selbstverständlich ganz endlagerlos rezykliert werden. Finden Sie auf Wikipedia.
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    2. Antwort von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
      Herr Schmid, ich habe mich nie für die Technologie der Kernspaltung ausgesprochen, weshalb sich auch kein solcher Vergleich aufdrängt. Das Plutonium habe ich nur zum Vergleich für giftige Stoffe erwähnt. Alle seltenen Erden die in gewissen Typen von Windkraftanlagen verbaut werden, sind aus verschiedenen Gründen problematisch. Wer sich als grüne Technologie verkauft, sollte auf solche Stoffe verzichten zumal es ja auch Windkraftanlagen ohne die Verwendung von problematischen Rohstoffen gibt.
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