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Wie sich der Aargauer Musiker Christian Fotsch seine Auftritte zurückholt
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 13.10.2020.
abspielen. Laufzeit 06:16 Minuten.
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Auftritte trotz Corona Profi-Musiker kämpft ums Überleben – mit speziellen Mitteln

  • Die Corona-Pandemie ist für viele selbstständige Künstlerinnen und Künstler existenzbedrohend, da sie kaum mehr Aufträge erhalten.
  • Viele Veranstalter sagen aufgrund der strengen Corona-Regeln ihre Anlässe ab.
  • Ein Aargauer Musiker hat auf eigene Faust ein Schutzkonzept inklusive eigener Luftfilteranlagen entwickelt und erkämpft sich so Auftritte zurück.

Sowohl der Rück- als auch der Ausblick sind vernichtend für viele freischaffende Musikerinnen und Musiker: Seit im Frühling die strengen Corona-Restriktionen für den Alltag und das kulturelle Leben in Kraft getreten sind, wurden praktisch alle Veranstaltungen abgesagt und eine baldige Änderung ist nicht in Sicht.

Betroffen sind nicht nur Grosskonzerte, sondern auch hunderte, wenn nicht tausende kleine und mittelgrosse Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Kein Turnabend, kein Schulfest und keine private Hochzeitsfeier – das bedeutet auch kein Einkommen für viele Musikerinnen und Musiker.

Orange Kiste, Luftreiniger, in einer Turnhalle. Im Hintergrund spricht ein Musiker zu einer Gruppe Kindern.
Legende: Die Anlage des Aargauer Musikers Christian Fotsch kann pro Stunde rund 2800 Kubikmeter Luft von Viren und Bakterien reinigen. SRF

Der Aargauer Profi-Musiker Christian Fotsch und seine Gruppe Ssassa wollten diese Situation nicht länger hinnehmen und auf Besserung warten. Der Lockdown traf den Musiker hart: «Wir hatten 42 Konzertverträge bis zu den Sommerferien, zum Teil ganze Projektwochen: Alles wurde abgesagt», sagt der 57-Jährige, der seit Jahren von der Musik lebt. Und auch nach den Sommerferien ging es mit den Absagen weiter.

Wir hatten 42 Konzertverträge: Alles wurde abgesagt.
Autor: Christian FotschProfi-Musiker

Fotsch spielt normale Konzerte mit Roma- und Balkanmusik. Seine Spezialität jedoch sind Musik-Workshops wie beispielsweise für Schulen. Damit er solche Workshops und Projektwochen wieder durchführen kann, hat er auf eigene Faust mit Experten ein Schutzkonzept entwickelt. Der Aargauer Musiker hat dazu auch für knapp 10'000 Franken eigene Luftreinigungsgeräte gekauft, die er an seinen Konzerten aufstellt. So ergattert er sich Auftritte zurück, die schon abgesagt wären.

Es braucht Überzeugungsarbeit

«Dank dieser Filteranlagen können wir unseren Musiktag nun trotzdem noch durchführen», freut sich Susanne Portmann, die Co-Schulleiterin der Primarschule im aargauischen Auw. Im vergangenen Schuljahr sei Musik der Themenschwerpunkt gewesen an der Schule, im Frühling hätte als krönender Abschluss der Musiktag stattfinden sollen, erzählt Portmann. Das sei aber wegen Corona nicht möglich gewesen. Nun könne man den Musiktag dank des eigenen Schutzkonzeptes der Musikgruppe um Christian Fotsch noch nachholen.

Kleine Band spielt in Turnhalle vor Kindern
Legende: Dank seiner Idee kann Christian Fotsch am Musiktag der Schule in Auw mit seiner Gruppe Ssassa auftreten. SRF

Um solche Anlässe müsse er nun aber kämpfen, sagt Fotsch am Dienstag zu Radio SRF: In Gossau habe eine Schule übernächste Woche auch die ganze Projektwoche mit der Musikgruppe abgesagt. «Ich habe schliesslich dort angerufen und unser Konzept erklärt. Dann hiess es, unter diesen Umständen könne man den Anlass durchführen.»

Crashkurs vom Musiker zum Lüftungsspezialisten

Im Stile eines Lüftungstechnikers erklärt er, was seine Geräte zu leisten vermögen: «Unsere Anlage kann 2800 Kubikmeter Luft pro Stunde von Viren und Bakterien befreien. Das ist wissenschaftlich erwiesen, auch bei Covid-19.» Die Informationen und Ratschläge habe er sich aber mühsam selber zusammensuchen müssen, klagt Fotsch. Auf Anfrage bei verschiedenen Behörden – ob Kantonsarzt oder BAG – habe er keine Hilfe erhalten.

Unsere Anlage kann 2800 Kubikmeter Luft pro Stunde von Viren und Bakterien befreien.
Autor: Christian FotschProfi-Musiker

Fotsch hofft nun, dass sich die relativ hohen Investitionskosten rechnen werden und er wie in Auw oder Gossau nun wieder mehr Auftritte spielen kann. Denn er wolle vor allem mit seiner Band wieder regelmässig vor Publikum Musik machen können.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 13.Oktober 2020, 17:30 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Andreas Buser  (AnMaBu)
    Coole Band! Das ist Innovationskultur, wie sie leider in der Schweiz weitgehend verlorengegangen ist im Dschungel von Reglementen und Vorschriften.