Zum Inhalt springen

Schweiz Aufwind für AKW-Betreiber: Laufzeitbeschränkung bald vom Tisch?

Atomkraftwerke sollen laufen dürfen, solange deren Betreiber das verantworten wollen. Und auch strengere Regeln ab Laufzeiten von 40 Jahren sind kein Thema mehr. Das sind die Ergebnisse der parlamentarischen Beratung zur Energiestrategie. Auch ob es keine neuen AKW gibt, ist nicht mehr sicher.

Legende: Video Keine Laufzeitbeschränkung für AKW abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.01.2016.

Für AKW in der Schweiz soll es weder eine Laufzeitbeschränkung noch strengere Regeln ab einer Laufzeit von 40 Jahren geben. Darauf laufen die parlamentarischen Beratungen zur Energiestrategie hinaus. Und ob überdies in der Schweiz tatsächlich nie wieder ein AKW gebaut wird, war auch einmal schon sicherer als heute.

Keine neuen AKW? Vielleicht.

National- und Ständerat haben eigentlich bereits beschlossen, dass in der Schweiz keine neuen AKW gebaut werden sollen. Es gab jedoch Bestrebungen, auf den Entscheid zurückzukommen. Die Energiekommission des Nationalrates (Urek) hat einen entsprechenden Antrag nur knapp abgelehnt, mit 13 zu 11 Stimmen, wie die Parlamentsdienste mitteilten.

Aufnahme des AKW Beznaus. Im Bildvordergrund ist ein Mast zu sehen, an den eine Videokamera und ein Lautsprecher montiert sind.
Legende: Der Welt ältestes AKW hat nichts zu befürchten. Beznau darf theoretisch ewig laufen. Reuters

Eine weitere Möglichkeit, auf die Frage des Baustopps zurückzukommen, hat sich nach den Wahlen vom Herbst ergeben. Möglich wäre nämlich ein Nein zur gesamten Energiestrategie.

Gegen den Ausstieg aus der Atomenergie stellen sich die SVP und die FDP. Neu haben sie im Nationalrat eine Mehrheit und könnten – sofern beide Fraktionen geschlossen stimmen – die Vorlage in der Schlussabstimmung versenken.

Keine Beschränkung, keine Konzepte

Auch für die bestehenden Werke in der Schweiz scheint sich das Blatt nach der allgemeinen Verunsicherung rund um Fukushima nun wieder langsam zu wenden.

Derzeit ist die Energiestrategie-Vorlage in der Differenzbereinigung zwischen den Räten. Zuletzt hatte der Ständerat sie in zentralen Punkten verwässert. So sprach er sich gegen eine Laufzeitbeschränkung und gegen ein Langzeitbetriebskonzept aus.

Die Urek des Nationalrates beantragt ihrem Rat nun, dem Ständerat zu folgen. Der Entscheid zur Laufzeitbeschränkung fiel mit 14 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen, jener zum Langzeitbetriebskonzept mit 14 zu 11 Stimmen.

Die Kommissionsmehrheit ist der Überzeugung, dass es keine neuen Bestimmungen braucht, um die Sicherheit der Kernkraftwerke zu gewährleisten und die Ausserbetriebnahme zu regeln. Sie warnt auch vor Schadenersatzforderungen der Betreiber, sollten diese vorzeitig zur Stilllegung ihrer Werke gezwungen werden.

Weitsicht Adé?

Der Nationalrat hatte sich in der ersten Beratung dafür ausgesprochen, die Laufzeit der ältesten AKW auf sechzig Jahre zu beschränken. Beznau I müsste damit im Jahr 2029 vom Netz gehen, Beznau II im Jahr 2031. Ab vierzig Jahren sollten AKW-Betreiber zudem ein Betriebskonzept für die jeweils nächsten zehn Jahre vorlegen müssen.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    AKW sind immer sicher – bis es „chlöpft“. Deshalb brauchen sie auch keine Versicherungen(?!). Denn, wenn es mal „chlöpft“, dann geht dieses AKW pleite (wie in Fukushima) und die Allgemeinheit zahlt(?!). Logisch(?!). Die Zwischenlager(?!) füllen sich und ein Endlager strahlt im tektonisch unsicheren CH-Boden 1000e Jahre. Diejenigen, die das zu verantworten haben sind dann auch unter dem Boden. Motto: Augen zu und durch. Nach mir die Sintflut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Alle Wissenschaftler und sogen. Experten wissen, dass Energie nicht vernichtet werden kann. Somit ist die gesamte Energie der Sonne die auf unsere Erde täglich einprasselt(50%wird ungenützt rückgestrahlt in den Raum)völlig ausreichend um den Energiebedarf der Menschheit abzudecken. Es ist die Aufgabe dieser Leute die Energie der Sonne nicht nur über die Wasserkraft, Solartechnik und Windkraft zu decken, sondern auch über die Wasserstoff -Technik -wir brauchen schlicht keine tödlichen AKWs !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marianne Känzig (Marianne Känzig)
    Zuerst war ich schockiert. Dann machte sich eine grosse Wut in mir breit. Und jetzt habe ich Angst. Grosse Angst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen