Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Vögel kennen keine Grenzen»
Aus Morgengast vom 04.06.2021.
abspielen. Laufzeit 06:00 Minuten.
Inhalt

Ausgewildert 1991 im Engadin Die Wiederansiedlung des Bartgeiers: Eine Erfolgsgeschichte

Am Samstag auf den Tag genau vor 30 Jahren wurden die ersten Bartgeier im Schweizerischen Nationalpark ausgewildert.

Settschient, Moische und Margunet hiessen die ersten Bartgeier, die am 5. Juni 1991 in der Val da Stabelchod im Schweizerischen Nationalpark freigelassen wurden. Sie waren in Aufzuchtstationen in Wien und Berlin geschlüpft und als Junggeier bereit für die Auswilderung. Die erfolgreiche Wiederansiedlung des ausgerotteten Greifvogels in den Schweizer Alpen hatte begonnen.

Video
Tagesschau vom 5. Juni 1991: Aussetzung der Geier im Nationalpark
Aus Tagesschau vom 05.06.1991.
abspielen

Zu Beginn der Wiederansiedlung war ungewiss, ob das Vorhaben tatsächlich gelingen würde. Doch dank eines aufwändigen internationalen Zucht- und Wiederansiedlungsprojekts fand der grosse Aasfresser den Weg zurück in seine ursprüngliche Heimat.

Lämmertöter und Kindsräuber

Vor über 100 Jahren ist der majestätische Vogel ausgerottet worden. Er hatte den Ruf eine Gefahr für Lämmer und Kinder zu sein. Man habe ihn beschuldigt, dass er ganze Schafherden die Klippen hinunterstürzen lasse und Kinder in seinen Horst entführe, sagt die Biologin Franziska Lörcher, stellvertretende Geschäftsleiterin der Stiftung Pro Bartgeier.

Der Bartgeier ist sozusagen der letzte Restenverwerter.
Autor: Franziska LörcherBiologin und Bartgeier-Spezialistin

«Das sind natürlich alles Schauermärchen», sagt sie weiter und schwärmt von der Schönheit des Bartgeiers, der mit einer Flügelspannweite von bis zu knapp drei Metern zu den grössten flugfähigen Vögeln der Welt zählt.

Video
Tagesschau vom 19. Juli 1998: Das Bartgeier-Junge lernt fliegen
Aus Tagesschau vom 19.07.1998.
abspielen

«Der Bartgeier ist sozusagen der letzte Restenverwerter», sagt Franziska Lörcher. Er kann ganze Knochen mit seiner Magensäure verdauen und davon leben. Er trägt die Knochen oft hinauf auf 100 Meter und lässt sie dort auf Geröllhalden fallen, wo sie zersplittern.

Heute leben 300 Bartgeier in den Alpen

Rund 100 Bartgeier seien heute in der Schweiz heimisch, sagt Franziska Lörcher, allerdings: «Vögel kennen keine Grenzen.» So leben über die ganzen Alpen verteilt rund 300 Bartgeier. Mittlerweile stammten die meisten Jungtiere aus Wildbruten. Ein Wermutstropfen sei aber die noch sehr tiefe genetische Vielfalt. Deshalb wildere die Stiftung Pro Bartgeier weiterhin Jungtiere aus.

Video
Wieder kommen Bartgeier in der freien Wildbahn zur Welt
Aus Schweiz aktuell vom 15.10.2018.
abspielen

Seit 2015 finden diese Aktionen im Wildtierschutzgebiet Huetstock bei Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden statt. Mit dabei Franziska Lörcher: «Wer Bartgeier in der freien Wildbahn erleben will», so die Biologin, «hat im Schweizerischen Nationalpark oder aber im Wallis in der Region Leukerbad gute Chancen, an einem schönen Tag einen der riesigen Greifvögel beobachten und bewundern zu können».

Bartgeier-Hotspot im Grenzgebiet

Box aufklappenBox zuklappen
Der Bartgeier
Legende: Keystone

Parallel zu den Anstrengungen in der Schweiz erfolgten auch Auswilderungen in Italien, im benachbarten Nationalpark Stilfserjoch. Damit hat sich das bündnerisch-italienische Grenzgebiet zu einem eigentlichen Bartgeier-Hotspot entwickelt: Bis heute haben in dieser Region 23 Paare insgesamt 129 Küken aufgezogen, was 42 Prozent der in den Alpen geschlüpften Jungtiere entspricht.

SRF 1, Morgengast, 04.06.2021, 07:15 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Schon vergessen - es ist noch gar nicht so lange her, da wurde im Wallis ein geschützter Bartgeier gefrevelt, resp. gewildert!
  • Kommentar von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
    Dieser Kackvogel hat sich unseren Cairnterrier geschnappt! Soviel dazu. Zum Glück bin ich sehr natürlich eingestellt.

    Somit ist es für mich persönlich KEINE Erfolgsgeschichte.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Franziska Beetschen: Das ist ein echt extrem seltener Fall. Die grösste Gefahr für die meisten Hunde ist der Strassenverkehr. Dort verlieren viele Hunde ihr Leben oder verletzen sich schwer.
    2. Antwort von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
      @tleu... machts ja auch nicht grad besser. Wie gesagt, ich respektiere die Natur. Wiederansiedrlungen verstehe ich nicht!

      Übrigens, das mit dem Verkehr bin ich nicht überzeugt. Viele Hunde vetsterben im Kreis Ihrer Lieben, die haben heute ein gutes und gesundes Leben.
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Franziska Beetschen: Es ging ja auch nicht um den Vergleich zwischen Tod im Strassenverkehr und natürlichem Tod eines Hundes, sondern Tod im Strassenverkehr und Tod durch eine Bartgeierattacke.
    4. Antwort von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
      Der Vergleich hinkt so oder so... der doofe Vogel hat sich meinen Hund gekrallt. Punkt!

      Das ER-folgte. Soviel zu Erfolg!
  • Kommentar von Silke Döding  (Nordlicht)
    Wer die einmal von Nahen vorbeifliegen sieht, ist nur noch fasziniert. Wunderschöne Vögel und freue mich klappt es mit der Auswilderungen und Verbesserung des Bestands.