Aussergewöhnlicher Sommer Genug Blut für alle in der Schweiz

Jahr für Jahr hiess es bisher im Sommer: «Hilfe, das Blut wird knapp.» Doch 2017 war es anders – zur Überraschung aller.

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Keine Engpässe bei Blutkonserven

Erstmals seit Jahren ist es in diesem Sommer in der Schweiz nicht zu Engpässen bei Blutpräparaten gekommen. Beim Spendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes, das die Spitäler beliefert, reibt man sich die Augen. «Ich bin seit mehr als 20 Jahren dabei und kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so einen Sommer hatten wie in diesem Jahr», sagt Rudolf Schwabe, Direktor Blutspende SRK

Denn der Sommer, das ist für Schwabe gemeinhin die Jahreszeit, in der die Blutpräparate schon einmal knapp werden können. Denn der Bedarf ist für gewöhnlich höher. Zudem sind viele Spender in den Sommerferien.

Dass es in diesem Jahr dennoch genug Blut für alle Blutgruppen gab, hat laut Rudolf Schwabe auch mit gezielten Spendenaufrufen zu tun. «Das führte dazu, dass wir nie Engpässe hatten.» Dazu hätten die Spitäler teilweise weniger Blut verbraucht als im Sommer zuvor.

Nur eine Minderheit spendet regelmässig

Damit es weiterhin reicht, die Spitäler ausreichend mit Blutpräparaten zu versorgen, braucht es laut Rudolf Schwabe 1000 Blutspenden täglich – von seltenen wie gängigen Blutgruppen. Trotz knapp 300'000 Spenden wurde das im letzten Jahr nicht geschafft. Wie es 2017 ausgehen wird, ist noch nicht klar. Aber immerhin ist der Vorrat an Blutpräparaten grösser als noch vor 12 Monaten.

Dennoch darf sich die Blutspendeaktion nicht zurücklehnen. Sie ist auf neue Spender angewiesen. Schliesslich spendet nur eine Minderheit in der Schweiz regelmässig Blut.