Zum Inhalt springen

Header

Video
«Wir brauchen jetzt die Bevölkerung»
Aus SRF News vom 16.03.2020.
abspielen
Inhalt

«Ausserordentliche Lage» Es geht um die Glaubwürdigkeit des Bundesrats

Es waren Bilder eines scheinbar ganz normalen Frühlingssonntags. Familien auf Radtouren, verliebte Paare in Gartenwirtschaften. Die Schweiz ziemlich entspannt im Coronavirus-Ausnahmezustand. Und während auf Elternchats der Montag mit den Kindern organisiert wurde und Positiv-Meldungen über Solidaritäts- und Hilfsaktionen für die Risikogruppen die Runde machten, tickerten die Medien auf den Newsapps neue Hiobsbotschaften.

Hat der Bundesrat die Übersicht verloren?

Die Zahl der Infizierten – sie hatte dramatisch zugenommen. Und ein erster Kanton kündigte Massnahmen an, die noch einmal deutlich über das hinausgingen, was der Bundesrat keine 48 Stunden zuvor beschlossen hatte.

Bis heute Mittag hatten sieben Kantone den Bundesrat mit Notstandsregelungen überholt. Hat der Bundesrat, so fragten sich wohl viele in den letzten Stunden, die Führung oder die Übersicht verloren? Hat er zu langsam, zu zögerlich gehandelt? Warum haben seine Entscheide nicht mal zwei Tage Bestand? Ist er zum Getriebenen geworden unter dem Druck seiner Bürger, der Wirtschaft? Der Kantone? Im Clinch zwischen jenen, die schon länger schärfere Massnahmen forderten und jenen, die noch so viel Normalität wie möglich erhalten wollten?

Später urteilen

Wie sich der Bundesrat in dieser Krise geschlagen hat, das wird man erst beurteilen können, wenn die Epidemie überstanden ist. Aber in den letzten 24 Stunden ging offensichtlich ein Ruck durch den Bundesrat.

Die Massnahmen, die er heute getroffen hat, sind nochmals massiv einschneidender. Und endlich auch in der ganzen Schweiz einheitlich. Der Ton, den Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga angeschlagen hat, war ein Appell. Ein Appell an alle, dass dieser Ruck jetzt durch die ganze Bevölkerung gehen müsse.

Gemeint sind damit nicht nur jene, die am Wochenende in Sachen Abstandhalten und Geselligkeit etwas gar sorglos unterwegs waren. Gemeint sind damit zum Beispiel auch die Arbeitgeber, die konsequent dafür sorgen müssen, dass, wenn möglich, Homeoffice geleistet wird.

Es geht um die Glaubwürdigkeit des Bundesrats

Das Leben geht trotz allem weiter in der Schweiz. Es wird weiter gearbeitet, Gewerbebetriebe der meisten Branchen werden nicht geschlossen, Gemeindeverwaltungen oder Spielplätze bleiben im Gegensatz zu einigen Nachbarländern offen, es gibt keine Ausgangssperren. Es ist zu hoffen, dass der «Ruck» wirklich durch das Land geht und die neuen Massnahmen wirken. Und dass der Bundesrat sie nicht schon wieder nach wenigen Tagen weiter verschärfen muss. Nicht zuletzt wegen seiner Glaubwürdigkeit.

Gion-Duri Vincenz

Gion-Duri Vincenz

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Gion-Duri Vincenz ist seit 2003 SRF-Redaktor im Bundeshaus und arbeitet vor allem für die «Tagesschau» und «10vor10». Neben seiner Tätigkeit als Korrespondent in Bern moderiert er auch die Tagesschau am Mittag und die Tagesschau Nacht.

SRF Tagesschau, 19:30 Uhr; koua; Eine Analyse von Gion-Duri Vincenz

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

87 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Na ja die meisten glauben ja an den Coronawahnsinn und da nützen alle guten Sprüche nichts, versuchen wir es nochmals. Wieviele Coronatote kennst du persönlich? Und die dafür gezählt werden an was sind die wirklich gestorben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      ...an der durch den Coronavirus ausgelösten Krankheit Corvid-19 oder den Komplikationen daraus. Mehr als Sprüche erwarte ich mittlerweile auch nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Sahli  (sahliu)
    Und was, wenn sich die Bürger trotz der Aufrufe/Mahnungen des Bundesrat nicht an die Weisungen halten? Es gibt leider immer noch viele Bürger, die diese Tragödie als Hysterie und aufgebauschten "Gugus" halten. Ob sich diese an die Weisungen halten? Das liegt dann nicht am BR. Uneinsichtige Bürger gibt es leider immer mehr.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    der Titel zur Pressekonferenz "Wir brauchen jetzt die Bevölkerung" sagt im Umkehrschluss sehr viel aus. EInen Staat ohne Volk gibt es nicht, Völker ohne Staat hingegen schon.
    Man muss sich schon sehr fragen was den Staat in seiner Überreaktion nun noch ausmacht, nachdem man partout keine Grenze nach Italien schliessen wollte, um die Verbreitung anfänglich einzudämmen. Was wir zur Zeit erleben, ist exponentielles Wachstum, das alle Fondsmanager bleich werden liesse vor Neid um die Performance.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Ein Volk bildet immer staatliche Strukturen, auch wenn man es anders nennt und sie anders aufgebaut sind.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen