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«Kann das Zertifikat die vierte Welle brechen, Frau Lévy»?
Aus Samstagsrundschau vom 11.09.2021.
abspielen. Laufzeit 29:06 Minuten.
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BAG-Direktorin äussert sich Höhere Impfquote könnte Zertifikatspflicht beenden

Ab Montag ist es so weit: In der Schweiz ist der Zutritt für Innenbereiche von (Hotel-)Bars und Restaurants sowie Freizeit-, Sport und Unterhaltungsbetriebe wie Theater, Kinos, Schwimmbäder, Museen und Zoos nur noch mit Covid-Zertifikat möglich. Für das Zertifikat braucht es eines der drei G – Getestet, Geimpft oder Genesen. Dieser Entscheid des Bundesrats am Mittwoch hat hohe Wellen geschlagen. Die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Anne Lévy, hat die Ausweitung der Zertifikatspflicht in der Samstagsrundschau von Radio SRF verteidigt.

Zertifikatspflicht ist abhängig von Höhe der Fallzahlen

Die Geimpften hätten genug von den Corona-Massnahmen, sagt Lévy. Denn sie hätten ihren Beitrag geleistet, damit die Pandemie vorbeigeht. Diese geimpften Menschen befürworteten zu einem grossen Teil die Zertifikatspflicht. Doch die kritischen Stimmen seien laut und sehr präsent, bestätigt die BAG-Direktorin. Ausserdem sind ab dem 1. Oktober sind die Coronatests in vielen Fällen nicht mehr gratis – auch das habe für Kritik gesorgt.

Wenn die Fallzahlen unten sind, wird die Zertifikatspflicht selbstverständlich wieder aufgehoben.
Autor: Anne Lévy BAG-Direktorin

Anne Lévy beschreibt, dass in Ländern, wo viele Personen geimpft seien, die Fallzahlen auch sinken. So bezieht sie sich auch auf die Situation in der Schweiz, falls sich nun die Ungeimpften auch impfen lassen würden: «Wenn die Fallzahlen unten sind, wird die Zertifikatspflicht selbstverständlich wieder aufgehoben.»

Kein versteckter Impfzwang

Die BAG-Direktorin widerspricht einem «versteckten Impfzwang» durch die Ausweitung der Zertifikatspflicht und sagt: «Für uns war es von Anfang an wichtig, dass jede und jeder selbst entscheiden kann, ob man sich impfen lassen möchte oder nicht.» Doch man müsse beachten: Wer sich impfen lässt, schütze sich selbst und natürlich das Umfeld. Wer sich nicht impfen lasse, werde früher oder später krank.

Für uns war es von Anfang an wichtig, dass jede und jeder selbst entscheiden kann, ob man sich impfen lassen möchte oder nicht.
Autor: Anne Lévy BAG-Direktorin

Weiter rechtfertigt Lévy die kostenpflichtigen Coronatests ab 1. Oktober. Man müsse sehen, dass bisher der Bund die Tests mit Steuergeldern bezahlt habe. Es stelle sich die Frage, ob dies noch gerechtfertigt sei, dass man Menschen, die sich impfen lassen könnten, regelmässig einen Test bezahlt. Deshalb habe der Bundesrat entschieden, dass es nicht mehr verhältnismässig sei, diesen Personen die Tests zu bezahlen.

2G-Regel ist kein Thema

Die 2G-Regel als Alternative, wie sie in Österreich oder einigen Bundesländern in Deutschland diskutiert wird, ist momentan im BAG kein Thema. Lévy hofft, dass mit der neuen Zertifikatsregelung die Pandemie eingedämmt werden könne. Es sei aber so, dass ein gewisses Risiko vorhanden ist, da die Tests nicht zu 100 Prozent verlässlich sind. «Wir hoffen wirklich, dass es so funktionieren wird», sagt Lévy.

Samstagsrundschau, 11.09.2021, 11:30 Uhr;

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226 Kommentare

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  • Kommentar von Lilli Roffler  (Lilli Roffler)
    Die Schweiz hat die Impfallianz GAVI mit 30 Millionen unterstützt. (Weltgipfel zu Impfungen 4.6.2020). Der Bund bezahlte 2020 für fast 43 Million bestellte Impfdosen und deren Logistik 190 Millionen. Die Kosten für den Bund 2021 werden auf 1.2 Milliarden geschätzt. (SRF 7.7.2021 Corona-Impfstoffe: Alle Informationen auf einen Blick). Und nun werden junge Leute, ohne relevantes Risiko schwer zu erkranken, finanziell unter Druck gesetzt sich zu impfen, um beispielsweise ihr Studium fortzusetzen?
  • Kommentar von Rebekka Reichen  (RReichen)
    Wie geht es eigentlich euch allen, bei denen in den nächsten 3 Monaten das Zertifikat abläuft? Ist es für euch klar, dass ihr es durch eine Impfung wieder verlängert? Interessiert mich!
    1. Antwort von Mike Pünt  (Scientist)
      Wo ist das Problem? Hier wird so getan, als wäre die Impfung etwas ganz schlimmes. Dabei ist es nur ein Piks in den Arm. Über 4 Millionen (!) Schweizer haben es bereits gemacht und s war überhaupt kein Problem.
  • Kommentar von Christine Müller  (cmueller)
    Weshalb wird uns immer noch vorgegaukelt, dass impfen die Lösung ist, welche uns von den Schutzmaßnahmen befreit? Ich arbeite im Gesundheitswesen und stelle eine Zunahme von Covidpositiven geimpften fest. Weshalb wird bei den Fallzahlen nicht zwischen geimpften und ungeimpften unterschieden? Es ist bekannt, dass die Impfung vor einem schweren Verlauf schützt, jedoch nicht vor der Übertragung = klinische Immunität. Siehe Israel. 3. Impfung läuft dort bereits.
    1. Antwort von Mike Pünt  (Scientist)
      Doch die Impfung schützt sehr wohl auch vor Ansteckung. Dazu werden auch immer wieder Zahlen publiziert. Deshalb wird uns auch nichts 'vorgegaukelt'.
    2. Antwort von Urs Salzmann  (pfefferusalz)
      Das ist doch schon mal gut, wenn uns die Impfung vor schwerem Verlauf schützt. Was wollen sie denn noch?
    3. Antwort von Richard Liu  (richard-liu)
      Was, nachdem für alle genug Impfstoff vorhanden ist, angestrebt werden soll, ist laut Drosten die "Endemizität" des Virus, d.h., der Zustand, indem dem Virus freien Lauf gelassen wird, weil die überwiegende Mehrheit der Bürger geimpft sind (ca. 80 - 90%). Da sei eine Überlastung der Spitäler nicht zu befürchten, viele Ansteckungen würden nicht einmal bemerkt und würden die Immunität durch die Impfung durch die körpereigene stärken. Das Podcast dauert 2 Std., er sagt viel mehr Wissenswertes.