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BAG senkt Medikamentenpreise Spareffekt von 190 Millionen Franken

Gesundheitsminister Berset spricht von einer grossen Leistung für die Prämienzahlenden. Das Machbare sei erzielt worden.

Darum geht es: Ende Jahr haben die Krankenkassenverbände und der Preisüberwacher Bundesrat Alain Berset kritisiert, er verschlafe die in Aussicht gestellten Preissenkungen bei den kassenpflichtigen Medikamenten. Nun legt der Gesundheitsminister die neuesten Zahlen vor: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat bei über 400 Produkten die Preise gesenkt, im Durchschnitt um 18 Prozent. Der Spareffekt macht mit 190 Millionen Franken etwa ein halbes Prämienprozent aus. Die Einsparungen erklärt das BAG auch damit, dass unter den überprüften Medikamenten teure Krebsmedikamente waren.

Bundesrat Alain Berset.
Legende: Bundesrat Alain Berset: «Es war uns bewusst, dass diesmal das Sparpotenzial geringer ist.» Keystone/Archiv

Weniger als auch schon: Damit konnte bei der jüngsten Überprüfung nicht an die Erfolge früherer Jahre angeknüpft werden, als 600 Millionen Franken pro Jahr über die Medikamentenpreise eingespart wurden. Berset erklärt das mit der veränderten Situation.

Das Potenzial sei diesmal kleiner gewesen. Trotzdem ist er zufrieden: «Das ist wirklich ein sehr positives Signal und eine grosse Leistung für die Menschen dank der bremsenden Wirkung auf die Prämien.»

Sparpotenzial: Bei rund der Hälfte aller Arzneimittel war keine Preisreduktion nötig. Ist also das Sparpotenzial hier allmählich ausgeschöpft? Dieses sei von mehreren Faktoren abhängig, erklärt Berset und verweist auch auf den Einfluss von Wechselkursen und Frankenstärke. Schwierig abschätzbar sei die zudem senkende Wirkung beim therapeutischen Quervergleich, wo die Behandlungskosten zugelassener Medikamente für dieselbe Krankheit unter die Lupe genommen werden.

Berset betont aber: «Insgesamt sind in den letzten vier bis fünf Jahren schon fast 800 Millionen Franken Einsparungen pro Jahr erzielt worden.» Im laufenden und im nächsten Jahr gehe es noch weiter – zugunsten von Patientinnen und Patienten.

Dauerkritik: Angesprochen auf die Kritik von allen Seiten stellt Berset fest, dass sich die Pharmaindustrie heute am stärksten beklagt habe, die Senkungen gingen viel zu weit. Der anderen Seite wiederum gehe es zu wenig weit: «Vielleicht haben wir also einfach das Machbare erzielt.»

Berset erinnert, dass bereits in den vergangenen sechs Jahren etwa 800 Millionen Franken Einsparungen pro Jahr erreicht wurden, die grössten in diesem Bereich in den letzten drei Jahrzehnten. «Ich will kein Danke hören, aber man sollte anerkennen, dass es sehr stark in die richtige Richtung geht.»

Überprüfung geht weiter: Die von den Krankenkassen bezahlten Medikamente werden alle drei Jahre überprüft. Die aktuelle Runde hatte sich laut BAG etwas verzögert, weil die Berechnung neu die Medikamentenpreise im Ausland berücksichtigen musste. Im laufenden Jahr werden die Preise von weiteren Medikamenten überprüft, beispielsweise jene der Psychopharmaka.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Lächerlich! Verpflichtet endlich die Krankenkassen, im Ausland bezogene Medikamente zu vergüten und hört auf, hiesigen Onlineapotheken Steine in den Weg zu legen. Dann rutschen die Preise erdrutschartig! Am Schweizer Gesundheitsmarkt kassieren zu viele übermässig ab. Nicht mehr mit Schweizer Kosten zu rechtfertigen!
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  • Kommentar von Jan Gyger (JGY)
    Wenn der "Markt" bei Elektrogeräten so eingerichtet wäre wie im Gesundheitswesen, dürfte das Bundesamt für Energie den Preis für neue Flachbildschirme festsetzen und höchstens alle 5 Jahre überprüfen. Media Markt und Kunden hätten nichts zu sagen. Letzteren wär's relativ egal, sie würden eh jährlich 10'000.- an die Konsumartikelzuteilungsversicherung bezahlen unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch.
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  • Kommentar von Dany Burkhardt (buda)
    Bei jährlichen Gesundheitskosten von mehr als 20 Milliarden sollte etwas mehr drin liegen...und das halbe Prozent werden wir Prämienzahler nie sehen...und nur weil Preise überprüft werden, heisst das noch lange angepasst, tönt aber gut
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