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Schweiz BAG will Kräfte gegen medizinische Fehler bündeln

Gesundheitsminister Alain Berset will Fehler bei medizinischen Behandlungen auf ein Minimum reduzieren. Ein nationales Qualitätszentrum soll deshalb künftig die Sicherheit für Patienten und die Qualität der Behandlungen verbessern. Doch die Pläne stossen auf Widerstand.

Die Kritik ist gross: Zu vage sei die Vorlage für ein nationales Qualitätszentrum. Es bleibe unklar, wie es funktionieren solle und wie es mit bestehenden Organisationen zusammen arbeiten werde. Politische Parteien und Organisationen aus dem Gesundheitswesen fürchten Doppelspurigkeiten und Mehrkosten ohne Mehrwert.

Der Chef des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Pascal Struppler, beschwichtigt: Das Qualitätszentrum wolle Bestehendes ergänzen und koordinieren, die Kräfte bündeln und Aufklärungsprogramme unterstützen. Bei der Stiftung für Patientensicherheit beispielsweise habe das BAG schon Programme mitfinanziert. «Wir möchten diese Bündelung haben, damit wir einen Fortschritt im Bereich der Qualität machen.»

Die Hälfte der Fehler vermeidbar

Eine blutige Operationsschere
Legende: Ein neues Zentrum soll die Qualität in der Schweizer Medizin sichern. Kritiker bemängeln: nicht konkret genug. Keystone/Archiv

Zehn Prozent der Patienten erlebten Zwischenfälle bei medizinischen Behandlungen – die falsche Diagnose, das falsche Medikament. Die Hälfte dieser Fehler liesse sich vermeiden.

Die Qualität medizinischer Behandlungen will das BAG gemeinsam mit anderen Organisationen verbessern. Das freut den Verein ANQ, der bei den Schweizer Spitälern die Qualität misst. Geschäftsführerin Petra Busch: «Wenn wir nicht gemeinsam einen Weg gehen, dann wird es immer wieder scheitern und man legt sich gegenseitig Steine in den Weg.»

Solche Reaktionen stimmen BAG-Chef Struppler optimistisch: «Ich sehe, dass ein Brückenschlag möglich ist, es braucht einfach Zeit. Und ein paar Missverständnisse müssen noch eliminiert werden.» Es bleibt also noch viel zu tun. Das BAG analysiert nun die Vernehmlassungsantworten zum nationalen Qualitätszentrum, bevor es die Vorlage in die parlamentarische Beratung gibt.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von U. Gilke, Kriens
    Ja, macht es nur den Deutschen nach. Und wer spielt dann den Lauterbach? http://www.aerzteblatt.de/archiv/36326/Lauterbach-Schlag-ins-Gesicht
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Es ist richtig, dass Fehler passieren wo Menschen arbeiten. In den Spitälern hat sich deshalb das System "Cirs" etabliert: Amnonyme Fehlermeldungen werden ausgewertet und daraus werden konkrete Konsequenzen gezogen. Auch QM, Sicherheits- u Prozessmanagement sowie Checklisten für Operationen- analog Piloten im Cockpit -sind heute weitestgehend etabliert. In der Schweiz haben wir einen sehr hohen Standard an Behandlungssicherheit. Ein Zentrum für QM würde sehr teuer ohne wesentliche Verbesserungen
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Viel wichtiger als ein neues Qualitätszentrum wäre es die Berufsgruppen, welche direkt am Patientenbett arbeiten, zu stärken. In diesen Berufsgruppen steigt der administrative Aufwand, oft ohne entsprechende Stellenanpassungen. So steigt der Druck, die Löhne stagnieren, was die Zukunftsperspektiven nicht verbessert. Da sehe ich viel grösseren Verbesserungsbedarf in Hinblick auf Qualität.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Bla, bla und nichts als warme Luft! Das BAG hat die letzten Jahre gezeigt, wie scheissegal wir Patienten ihnen sind! Es stützt die kartellmässigen Kassen und lässt uns im Regen stehen. Geld könnte man locker sparen, z.B. durch einen wirklichen freien Markt. Die Medikamente sind in Deutschland und Frankreich wesentlich günstiger, wir aber werden gezwungen die teure Variante zu wählen! Und statt der "Partnerschaft", die auch im Arbeitsleben nicht funktioniert, bräuchten wir einen Rechtsschutz!
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Das BAG will seinen Beamtenstaat weiter ausbauen. Der Nutzen wäre im Vergleich zum Aufwand marginal - und kaum messbar.
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Gehen Sie nach Deutschland und erleben sie die 2 Klassen Medizin.
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