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Bahn geht mit dem Zug der Zeit SBB-Chef stellt Weichen neu

Legende: Audio Die SBB wird viel schneller – im Unterhalt abspielen. Laufzeit 22:08 Minuten.
22:08 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 03.09.2018.

SBB-Chef Andreas Meyer hat gegenüber der NZZ am Sonntag einen ganzen Katalog neuer Weichenstellungen angekündigt.

«Besserer Internet-Empfang als mit WLAN»

Mit ihrem aufgefrischten Internetangebot wolle die Bahn künftig besser auf volle Züge und Ausweichmöglichkeiten hinweisen. Die Mobilfunkbetreiber hätten zusätzliche Antennen entlang des Bahnnetzes aufgestellt, und die SBB hätten Verstärker in den Wagen installiert. «Unsere Lösung wird den besseren Empfang bieten als WLAN», versprach der 57-jährige Manager.

In den nächsten Wochen werde die neue Technologie getestet und vorgestellt. Erste Priorität beim Gratis-Internet habe der Fernverkehr. Ob dieses auch im Regionalverkehr kommt, liess Meyer offen.

Platz-Reservierung wie im Kino

Darüber hinaus wollen die SBB die Reservationen erleichtern und den Kunden auf längeren Strecken «mehr Gewissheit geben, dass sie einen Sitzplatz haben».

Künftig sollen Passagiere wie bei Kinos oder Fluggesellschaften im Voraus genau sehen und bestimmen, welchen Platz sie reservieren und bereits etwas zu essen oder einen Cappuccino vorbestellen können. «Der ist idealerweise bereits bezahlt und steht bereit, wenn man absitzt», erläutert Meyer. Eine Reservationspflicht solle es nicht geben.

Täglich 24'000 Sparbilette

Schliesslich will der SBB-Chef die Passagiere dank neuen Computerprogrammen künftig aktiv auf überfüllte Züge hinweisen und ihnen rechtzeitig Ausweichmöglichkeiten vorschlagen. «Für diese alternativen Züge könnten wir dann günstigere Billette anbieten», erläutert er. Der Bahnchef ist davon überzeugt, dass sich auch Berufspendler «steuern» lassen und auf weniger überfüllte Züge ausweichen.

Die SBB würden derzeit täglich bis zu 24'000 Sparbillette verkaufen, sagte Meyer. «Dabei sehen wir eine Verlagerungswirkung weg von der Stosszeit.» Er selber organisiere sich schon so, dass er lieber einmal einen Zug früher nehme und dafür in Ruhe arbeiten könne.

Pünktlichere Züge

Verbesserungsbedarf räumt der oberste Bähnler bei der Pünktlichkeit ein. Auf der Nord-Süd-Achse sowie in der Romandie sei man noch nicht bei der Zuverlässigkeit, die man anstrebe, sagte Meyer und versprach: «Wir werden in Sachen Pünktlichkeit weiter zulegen.»

Fortschritte erhofft sich die Bahn diesbezüglich ebenfalls von neuen Computermodellen. Diese sollen helfen, Störungen schneller zu beheben und weitere Verspätungen zu vermeiden.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Aber Herrn Meyer, was nutzen diese Versprechen bei Sparbilletten. Die sind doch an den gewählten Zug gebunden und ein Ausweichen ist mit Ihren AGB's nicht möglich. Da müsste man dann wohl ein neues Ticket kaufen für den alternativen Zug. Das passiert ja jetzt schon, wenn man unfreiwillig zu spät am Bahnhof und der ausgesuchte Zug bereits abgefahren ist. Ticket ungültig, bitte neues kaufen, wir können da gar nichts machen. Bingo, doppelt bezahlt. Ausserdem sind bald alle Züge eher überfüllt.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Da werden sich die Touristen, auf die dieses Land setzt, aber freuen, dass sie für exorbitant teure Nicht-Halbtax-Preise weiterhin kein Gratis-WLAN haben und dafür ihr teures Roaming-Internet "besser" funktioniert...
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Das man als Vergleich die Fluggesellschaften hervorholt erscheint mir ironisch. Die machen das ja immer weniger und es kostet immer häufiger Zuschlag. Je nach Platztypus. (An vorderster Front die Billig-Fluggesellschaften). Reservation in Ehren, aber dann bitte entweder kostenfrei (auch in der zweiten Klasse) oder Tickets entsprechend günstiger. Das mit dem Kaffee vorbestellen halte ich für einen Scherz. Einen auf Kosten des Personals. Wehe der Kaffe kommt nicht, kalt oder kurz vor Ausstieg.
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