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Personalaufwand senken SBB-Transportpolizei zieht sich aus Fanzügen zurück

  • Die Transportpolizei der SBB (TPO) begleitet kaum mehr Extrazüge für Fussballfans.
  • Die SBB übertragen die Verantwortung für die Fanzüge zusehends den Fanbetreuern der Fussballvereine.
  • Damit senken sie nach eigenen Angaben den Personalaufwand in diesem Bereich.
Fans stehen bei der Zugtüre.
Legende: Viele Klubs begleiten ihre Fanzüge lieber selber. Keystone

Die SBB streben entsprechende Vereinbarungen mit den Fussballclubs an, mit der Liga und dem Schweizerischen Fussballverband sowie mit den Fanorganisationen.

Auf diese Weise können die bundesnahen Betriebe den Transport von Fussballfans mit geringstmöglichem Personalaufwand bewerkstelligen und die Kosten für den Steuerzahler reduzieren, sagt SBB-Sprecherin Corinne de Puckler. Sie bestätigt damit einen Artikel verschiedener Tamedia-Titel.

Nur noch FCZ und FCSG

Für den Entscheid der SBB sprechen demnach vor allem finanzielle Gründe. Die jährlichen Schäden durch Vandalenakte von Fussballfans liegen bei rund 150'000 Franken. Die gesamten ungedeckten Kosten summieren sich für die SBB auf rund drei Millionen Franken, wie de Puckler ausführt.

Derzeit lassen nur noch der FC Zürich und der FC St. Gallen ihre Fans in Extrazügen von der TPO begleiten. Bei allen anderen Vereinen begleiten die Fanbetreuer die Fans in den Zügen – eine Lösung, die die Vereine zu begrüssen scheinen.

Wiederholt und zunehmend Zwischenfälle

Zumindest seitens der SBB heisst es, die Lösung mit den Fanbetreuern zeige gute Resultate. Zudem könnten die personellen Ressourcen besser genutzt werden, indem die TPO die Sicherheit auf den Bahnhöfen gewährleiste, insbesondere bei Abfahrt und Ankunft der Extrazüge.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Zwischenfällen: Anfang Mai attackierten Fans der Zürcher Grasshoppers auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel in Lausanne das Zugpersonal und Mitglieder der TPO.

Diese brachten sich im letzten Waggon in Sicherheit, zogen die Notbremse und flüchteten aus dem Zug. Ein Dutzend Fussballfans hatten zwei Zugbegleiter beleidigt und durch mehrere Waggons gehetzt. Bereits in Lausanne hatten die Fans Flaschen, Bierdosen und sogar Sitze aus dem Zug auf das Perron geworfen.

Laut der Statistik über Hooliganismus-Vorfälle der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren gab es 2012 mit Fanzügen 25 Vorfälle; fünf Jahre später waren es bereits 48.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    ...wieso lässt man die beschädigten Fan-Züge nicht einfach beschadigt (d.g. lediglich die rudimentärsten Sicherheitsvorkehrungen reparieren) und verwendet sie solcherart weiter. Wenn die Fans sich dann bald mal in einem zum "Viehtransporter" mutierten Fan-Zug wieder finden, hört der Vandalismus vielleicht auch mal auf...
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Ich finde es richtig dass die SBB die Verantwortung immer mehr den Clubs übergibt schliesslich kamen bisher für die Schäden indirekt wir Steuerzahler auf. Wenn schon Fans eines Clubs einen Zug verwüssten soll auch deren Club zu 100 % für die Schäden aufkommen. So wird ein Club auch dazu gezwungen die Chaoten aus den Fans zu entfernen, da es sonst ans eigene Portmonee geht.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Die Aufwendungen für all das gehören in den Ticketpreis. Eine andere Logik sehe ich nicht.
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