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Italien öffnet seine Grenzen
Aus Echo der Zeit vom 02.06.2020.
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Bald freie Fahrt nach Italien Tessin hat keine Freude an den schnellen Italienern

Regierungspräsident Norman Gobbi appelliert an den gesunden Menschenverstand von Schweizer Italienreisenden.

Nach vielem Hin und Her ist klar: Das vom Coronavirus schwer gezeichnete Italien öffnet am Mittwoch seine Grenzen, auch jene zur Schweiz. Aber die Öffnung bleibt vorerst einseitig, denn Bern beurteilt die italienische Öffnung als verfrüht.

Mit der einseitigen Grenzöffnung ändert sich für in Italien lebende Personen also vorerst nichts: Sie dürfen weiterhin nur in die Schweiz einreisen, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht besitzen oder zum Beispiel im Tessin als Grenzgänger arbeiten. Die Grenzkontrollen würden intensiviert heisst es denn auch beim Staatssekretariat für Migration (SEM).

Freie Fahrt für Italienreisende aus der Schweiz

Für die Menschen in der Schweiz hingegen sind ab Mittwoch die Grenzen zu Italien wieder offen. Ausdrücklich verboten ist nur der Einkaufstourismus nach Italien, den gerade Tessiner und Tessinerinnen gerne betreiben. Wer dies trotzdem tut, wird in Italien mit umgerechnet 100 Franken gebüsst.

Alles andere ist theoretisch erlaubt: Ferien machen in Italien, einen Kurztrip an den Comersee. Die Empfehlung des Bundes ist aber klar: Es soll nur nach Italien reisen, wer einen triftigen Grund dafür hat. Nicht notwendige Reisen sind zu unterlassen.

Rückkehr ohne Quarantäne

Bussen oder Quarantäne müssen Italienreisende bei der Rückkehr in die Schweiz vorerst trotzdem nicht befürchten. Es geht um die Frage des gesunden Menschenverstandes, halten die Behörden fest.

Regierungspräsident Norman Gobbi
Legende: Einseitige Grenzöffnung durch Italien: Regierungspräsident Norman Gobbi mahnt zur Vorsicht. imago images

An den gesunden Menschenverstand hat heute auch der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi appelliert, den die einseitige Grenzöffnung Italiens gar nicht freut. «Ich bitte die Bevölkerung, vorsichtig zu sein – trotz der neuen Bewegungsfreiheit», appellierte er.

Ich bitte die Bevölkerung, vorsichtig zu sein - trotz der neuen Bewegungsfreiheit.
Autor: Norman GobbiTessiner Regierungspräsident,

Bussen bis 3000 Euro in Italien

Der für die Aussenbeziehungen des Tessin zuständige Francesco Quattrini warnte: «Wer sich in Italien nicht an die Covid 19-Vorschriften hält, wird mit saftigen Bussen bestraft. Sie starten ab 400 Euro und gehen bis 3000 Euro.» Das Maskentragen in Geschäften, Restaurants und Bars beispielsweise ist Pflicht.

Im Tessin war die letzten Tage zu spüren, dass sich Menschen wieder mehr nach draussen trauen und weniger ängstlich sind. Doch nach wie vor verhalten sich die Tessinerinnen und Tessiner mehrheitlich vorbildlich und nehmen die Coronakrise ernst. Es darf deshalb davon ausgegangen werden, dass ab morgen nicht viele über die Grenze nach Italien reisen.

Bern entscheidet spätestens Anfang Juli

Die Schweiz plant bis spätestens zum 6. Juli, alle Grenzen wieder zu öffnen. Auch jene zu Italien. Eine Öffnung der Südgrenze könnte aber auch früher möglich sein. Die Schweiz stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, um das Grenzregime gemeinsam zu regeln, teilte das Staatssekretariat für Migration mit.

Echo der Zeit, 02.06.2020, 18:00 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Nicht nur das BAG, auch die politische Führung hat versagt. Mit der konsequenten Verweigerung von Grenzschliessungen lieferte der Bundesrat die Tessiner Bevölkerung schonungslos der in Norditalien wütenden Epidemie aus. Das Argument war, „in der Lombardei und im Veneto handle es sich um lokale Ansteckungsherde“.
    Die Grenzgänger*innen schleppten das Virus ins Tessin ein. Erst mit der Aufnahme von Grenzkontrollen am 16. März 2020 wurden minimale Massnahmen ergriffen.
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    1. Antwort von Erich Singer  (liliput)
      Tatsache Herr Schneider ist doch das wir die Pandemie bis jetzt recht gut überstanden haben dank BAG und BR. Ausserdem mit hätte, sollte und könnte bringt man eine solche Epidemie nicht unter Kontrolle und das Virus macht ja bekanntlich nicht einfach Halt vor der Grenze. Ob alles richtig war was an Massnahmen angeordnet wurde sei mal dahin gestellt. Was zählt ist das die Ansteckungen massiv zurückgegangen sind und grösstenteils unter Kontrolle sind dank BAG und BR. Einfach mal akzeptieren! Danke
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    2. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Völlig falsch Herr Schneider, unter den ersten 50 Fällen war kein einziger Grenzgänger, keine einzige Grenzgängerin (schon 6.3. so in der NZZ publiziert!) und das ging auch weiter so: im Einzugsgebiet der in Italien wohnenden, aber im Tessin arbeitenden Menschen war die Fallzahl bedeutend kleiner als im Tessin (so Franco Cavalli, Spitalarzt und Politiker). Jene, die trotzdem ins Tessin zur Arbeit fuhren, vornehmlich im sanitären Bereich, mussten jeden Tag ihre Angst überwinden.
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    3. Antwort von Enrico Balistreri  (Enricobal1)
      Völlig falsch, Herr Drack.
      Alle anfangs März in der Schweiz registrierten Fälle waren in Norditalien oder hatten irgendwelche Kontakte mit Personen aus dieser Region. Die meisten angesteckten Tessiner haben sich in Italien angesteckt. So wie viele Fälle im Kanton Zürich oder Bern. Wir haben das Virus aus Italien so wie vielleicht aus Frankreich importiert. Und die Tessiner mussten die Folgen tragen.
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    4. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Lesen, Enrico Balistreri, bitte! Hab geschrieben, dass „unter den ersten 50 Fällen kein einziger Grenzgänger, keine einzige Grenzgängerin war.“
      Natürlich haben sich die meisten Schweizer in Italien angesteckt, aber nicht alle. Vor allem aber, Schneiders Behauptung (Die Grenzgänger*innen schleppten das Virus ins Tessin ein) hat einen andern Hintergrund, einen politischen nämlich, und ist falsch. In ein, zwei Jahren wird man Genaueres wissen, aber das interessiert Scharfmacher von rechts nicht.
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    5. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Noch was, Herr Balistrieri, sie haben sicher auch gelesen, der es den Kanton Genf härter getroffen hat!
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    6. Antwort von Walter Hasler  (Hoppschwyz)
      Es waren also vor allem die Schwezer, die das Virus in die Schweiz bei ihrer Rückkehr in die Schweiz brachten. Dagegen nützte auch unsere Grenzschliessung nichts, die Schweizer durften ja trotzdem einreisen. Zum Glück hat dann Italien die Grenze geschlossen ...
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  • Kommentar von Jeffrey Gaeta  (Jeff78)
    Ich werde es vielleicht trotzdem wagen, meine Sommerferien in Italien zu verbringen. Mal sehen wie sich die Lage in Bella Italia bis im Juli entwickelt. Ich werde mich spontan entscheiden.
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    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Man darf durchaus auch wagen, noch unentdeckte Landschaften, Ecken und Enden unserer schönen Schweiz zu entdecken, vielleicht sogar an deren Südzipfel. Zugegeben, das Meer fehlt, ist aber nur ein Katzensprung von da...
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  • Kommentar von Uwe Karbaum  (Fugazi)
    Gesunder Menschenverstand... das ich nicht lache! In Zug, wo ich lebe, tun die Massen so, als hätte es Covid 19 nie gegeben und ich finde es erschreckend, wie dumm sich die s.g. "Krone der Schöpfung" verhält. Ich arbeite im Gesundheitswesen und bin schockiert, wie wichtig dem Einzelnen sein täglicher Konsum ist - und wie unwichtig das gesundheitliche Wohl des Anderen. Ein einzelner Mensch ist intelligent, aber sobald wir in Massen auftreten, sind wir an Blödheit kaum zu überbieten!
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    1. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      "Gesunder Menschenverstand" gibt es ganz grundsätzlich nicht, es ist ein Gemeinplatz und keine objektive Sichtweise. Jedes Sehen ist perspektivisch.
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