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Künftig mehr und pünktlichere Züge dank Doppelspurstrecke
Aus Tagesschau vom 09.06.2019.
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Bauarbeiten bis 2020 Ab sofort dauert die Zugfahrt ins Tessin 15 Minuten länger

  • Mit einer neuen Doppelspurstrecke am Zugersee erhöht die SBB die Kapazität auf der Nord-Süd-Achse.
  • Wegen der Bauarbeiten am östlichen Seeufer ist die Strecke Zug Oberwil -Walchwil-Arth-Goldau ab sofort für anderthalb Jahre gesperrt.
  • Die Fahrzeiten zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin verlängern sich dadurch um bis zu 15 Minuten.
  • Darüber hinaus hat die Streckensperrung am östlichen Zugerseeufer Auswirkungen auf die Fahrpläne auf der gesamten Gotthardachse.

Wegen der 90 Millionen Franken teuren Bauarbeiten machen die Züge zwischen Zürich und dem Tessin einen Umweg über Rotkreuz am westlichen Zugerseeufer. Aus Rücksicht auf die Anschlüsse werden die Fahrzeiten der Züge von Basel und Luzern Richtung Gotthard den längeren Reisezeiten der Zürcher Züge angepasst.

Karte
Legende: Bis Dezember 2020 verkehren die Züge auf der Gotthardachse statt direkt dem östlichen Zugerseeufer entlang über Rotkreuz. SRF

Die S-Bahnen im Raum Zug-Schwyz verkehren teilweise zu anderen Zeiten, im Gegenzug wird das Busangebot ausgebaut. Weil die Schnellzüge aus der Deutschschweiz später im Tessin ankommen respektive dort früher Richtung Norden abfahren, gibt es auch Änderungen im Fahrplan der Tessiner S-Bahn.

Helfer auf den Perrons

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Die SBB empfehlen den Passagieren, vor einer Fahrt auf der App oder im Internet den jeweils aktuellen Fahrplan abzurufen. Doch auch vor Ort wird den Reisenden geholfen.

In den ersten Wochen stünden täglich Kundenbetreuer in Luzern, Arth-Goldau, Rotkreuz, Zug und Brunnen im Einsatz, erklärte die SBB an einem Medientermin in Walchwil. Danach würden in Luzern und Arth-Goldau weiterhin täglich und in Zug und Rotkreuz bei Bedarf Auskunftspersonen auf den Perrons sein.

Kritik von Pro Bahn Schweiz

Die Bahnkunden seien die Leidtragenden der Bauarbeiten während der nächsten anderthalb Jahre, beklagt die Intressenvertreterin Pro Bahn Schweiz. Pendler könnten sich die Änderungen kaum merken, sagt Präsidentin Karin Blättler. «Ich kann praktisch in dieser Region nicht mehr fahren ohne das ich jedes Mal den Fahrplan konsultiere und mich dann mich entsprechend darauf einstelle.»

Alle Informationen der SBB zum Projekt sowie den Auswirkungen auf den Zugverkehr finden Sie hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Sanierung von Tunnels, Trassen und Brücken

In den nächsten anderthalb Jahren werden auf der gesperrten Strecke zudem noch rund 80 weitere Objekte saniert, so sieben Tunnels, aber auch Unterführungen, Durchlässe und Brücken. Das Bahntrassee wird komplett erneuert.

Arbeiten ohne Umleitung hätten Jahre länger gedauert

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Die Sperrung einer Bahnstrecke für anderthalb Jahre ist eine Seltenheit. Jacques Boschung, Leiter SBB Infrastruktur, begründet dies damit, dass bei Arbeiten unter Betrieb das Projekt fünf Jahre länger gedauert und 40 Millionen Franken mehr gekostet hätte.

Realisiert werden auch Massnahmen gegen Hochwasser, Rutsche oder Felsstürze. Der Bahnhof Arth-Goldau erhält neue Perron- und Gleisanlagen. Neu werden Doppelstockzüge zwischen Zug und Arth-Goldau verkehren können. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 200 Millionen Franken.

Mehr und pünktlichere Züge dank neuer Doppelspur

Die neue 1.7 Kilometer lange und 90 Millionen Franken teure Doppelspur in Walchwil ist das Herzstück der Modernisierung der Gotthardachse. Mit den Arbeiten soll die rund 120 Jahre alte und 15 Kilometer lange Einspurstrecke für den Bahnverkehr der nächsten Jahrzehnte gerüstet werden.

Baustelle am Zugersee-Westufer
Legende: Ohne die Sperrung der Strecke am östlichen Zugerseeufer hätten die Arbeiten laut SBB fünf Jahre länger gedauert. SRF

Mit der Doppelspur werde es mehr Fahrplanstabilität und Pünktlichkeit auf der Nord-Süd-Achse geben, sagt SBB-Infrastruktur-Leiter Jacques Boschung. Gleichzeitig könne die Kapazität erhöht werden. «Im Regionalverkehr werden wir dann einen 30-Minuten-Takt zwischen Zug und Walchwil haben.» Im Fernverkehr werde es mehr Verbindungen von der Deutschschweiz ins Tessin geben. Die Strecke wird dem Personenverkehr vorbehalten werden.

Fahrzeit nach Lugano ab 2020 nochmals kürzer

Wieder in Betrieb genommen wird die Bahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau im Dezember 2020 mit dem Ceneri-Basistunnel. Dieser wird nicht nur die Flachbahn zwischen Altdorf und Lugano vollenden, sondern auch die Fahrzeiten zwischen Bellinzona und Lugano um rund zehn Minuten verkürzen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Um die NEAT-Tunnels (Gotthard und Ceneri) wirklich als hoher Zeitgewinn und für mehr Züge voll nützen kann, ist der Doppelspurausbau zwischen Zug und Arth-Goldau unumgänglich! Die 1 1/2-jährige Totalsperrung der Strecke Zug-Goldau ist die beste Lösung. Nur schade, dass beim damaligen Totalumbau des Bahnhofs Rotkreuz keine Gleisverbindung (Schlaufe) zwischen Cham und der Ausfahrseite des Bahnhofs Rotkreuz gebaut wurde. Jetzt gibt es bei allen Zügen Zürich-Tessin dort eine verzögernde Spitzkehre!
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  • Kommentar von Bruno Schelker  (4435Lord)
    Mir fahre mit der SBB!!!! So gut. aber Renovationen und Reparaturen dürfen nicht vergessen werden.
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  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Hätte man einst in Rotkreuz weitsichtig zur Entlastung der Einspurstrecke über Walchwil eine Schlaufe wie die in Sargans gebaut, würde es jetzt keine Spitzkehre erfordern, und der Zeitverlust wäre minim.
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